Die deutschen Hersteller auf der NAIAS

Die deutschen Hersteller auf der NAIAS

Big in America

Der amerikanische Automarkt lebt wieder – und die deutschen Hersteller haben daran einen beträchtlichen Anteil. Je exklusiver – desto deutscher.

15. Januar 2013

Der Morgen erhebt sich über Downtown Detroit und die Sonne lacht. Das Wetter passt zum Auftakt der North American International Autoshow 2013 (NAIAS). Zuletzt stiegen die Verkäufe im Jahr 2012 auf 14,5 Millionen Fahrzeuge.

1,27 Millionen Fahrzeuge (davon 920.000 PKW) davon stammen von deutschen Herstellern. Gerade den Premiummarken geht es im Land der unbegrenzten Automöglichkeiten aktuell besser denn je. VDA-Präsident Matthias Wissmann: „Angesichts der Modelloffensive, die unsere Mitgliedsunternehmen in Detroit zeigen, spricht alles dafür, dass wir auch im achten Jahr in Folge in Nordamerika zulegen werden.“

 

 
 

Gute Jahre in den Staaten

BMW, Mercedes und Audi strahlen ebenso wie Porsche, und auch Volkswagen kann auf eine gelungene Umsetzung seiner USA-Strategie der letzten Jahre zurückblicken. Kein Wunder, dass die Vorstände aus dem winterlichen Deutschland gerne ins ähnlich temperierte Detroit kommen, um hier den Einstieg in ein neues Autojahr 2013 zu feiern. Das geht vor allem mit neuen Produkten. Hier lässt sich in Detroit keiner lumpen.

SUVs von Porsche und VW

Am meisten hält sich noch Porsche zurück. Die Zuffenhausener bieten mit dem Cayenne Turbo S einen leichten Leistungsnachschlag zum alles andere als schwächlichen Standard-Turbo; doch das war es dann auch. Gleichen nebenan schreckt Volkswagen insbesondere die asiatische und amerikanische die Konkurrenz.

Der VW CrossBlue dürfte der wahr gewordene Traum vieler Amerikaner sein. Denn der fast fünf Meter lange Crossover ist die Studie eines preiswerten Siebensitzers für die nord- und südamerikanischen Märkte. Der aktuelle Tiguan ist vielen Kunden zu klein und seine Produktion zu teuer. Da kommt – nach Vorbild der US-Versionen von Jetta und Passat – ein Crossover mit viel bezahlbarem Platz für die so genannten Soccer Moms gerade Recht. Nach Deutschland wird der Tiguan XXL es wahrscheinlich nicht schaffen, in Nordamerika soll er aber den VW-Absatz um bis zu 120.000 Fahrzeuge steigern.

Große Coupés für große Geldbeutel

Audi und BMW begegnen sich in Detroit auf Augenhöhe - mit leichten Vorteilen für die Münchner. PS-protzige Stars sind Audi RS7 und BMW M6 Gran Coupé. Jeweils mit doppelter Turbopower und 560 PS gehen sie gerade in den USA auf Kundenfang. Beide sind elegant, schnell, exklusiv und teuer.

Vorteil Audi: Während der Audi RS7 artgerecht als Allradler angeboten wird, kann sich BMW nicht durchringen, üppige Motorleistungen seiner M-Versionen per xDrive zu übertragen. Mal sehen, wie lange BMW sich das noch erlauben kann. Gerade der US-Markt liebt Allradler – je stärker desto besser.

E-Klasse in neuem Kleid

Das hat sich auch bei Mercedes herumgesprochen, so ist das AMG-Modell der überarbeiteten E-Klasse daher ab sofort Allradler zu bekommen. Auch wurde die Leistung auf 585 PS gesteigert.

Andere AMG-Modelle mit 4x4-Power ziehen nach. Mit der überarbeiteten E-Klasse will Mercedes selbstbewusst ins Jahr 2013 starten. Die neue E-Klasse wurde optisch deutlich modifiziert, um BMW 5er und A6 hinterher zu eilen, die den Markt zuletzt im Griff hatten.

Neues in der Mittelklasse

Doch sowohl BMW als auch Mercedes haben in Detroit noch mehr im Köcher. Die lokale Schönheitskonkurrenz gewinnt die seriennahe Konzeptstudie des BMW 4ers, der mit neuer Nomenklatur als Nachfolger von BMW 3er Coupé und 3er Cabrio mehr Geld in die prall gefüllten bayrischen Säckel spülen dürfte.

Mercedes zeigt am Rande der NAIAS den neuen CLA, der als kleiner Coupébruder des erfolgreichen CLS jedoch besonders einem Auto Kopfschmerzen bereiten dürfte: dem hauseigenen Brudermodell Mercedes C-Klasse, die weniger Styling, aber ähnliche Dimensionen bietet. Deutlicher wird die Unterscheidung zwischen beiden Modelle wohl erst 2014, wenn die nächste Generation der C-Klasse auf den Markt kommt. Der CLA ist dagegen der nächste Schritt in der Frontantriebsstrategie.

Nach A- und B-Klasse sowie dem neuen Mercedes CLA werden weitere Modelle, unter anderem ein Crossover und ein Shooting Brake auf Basis des CLA, folgen.

Text: Stefan Grundhoff; press-inform