Sao Paulo Motorshow 2012

Sao Paulo Motorshow 2012

Der Mega-Markt

Brasilien wird sich in den nächsten Jahren zu einem der wichtigsten Automärkte entwickeln. Die Sao Paulo Motorshow zeigt, was die südamerikanischen Autokäufer lieben.

25. Oktober 2012

Um in Brasilien bei den Kunden zu punkten, führt an kleinen SUV kein Weg vorbei. Kein Wunder, dass die wichtigsten Neuheiten auf der Sao Paulo Motorshow kleine Crossover sind.

Die drei Messestars werden jedoch noch nicht in den nächsten Wochen im brasilianischen Handel stehen. Sowohl VW Taigun als auch Nissan Extrem und Renault DCrosser sind Konzeptstudien - wenngleich auch höchst realitätsnahe.

 

 
 

Klein statt teuer

3,86 Meter lang bietet der urbane VW Taigun Platz für vier Personen und 280 bis 987 Liter Stauraum. Der standesgemäße Allradantrieb bleibt jedoch außen vor. Stattdessen wird der VW Taigun von einem ein Liter großen Dreizylinder-Turbo mit Direkteinspritzung über die Vorderachse angetrieben.

81 kW / 110 PS und 175 Nm maximales Drehmoment könnten nicht nur in Südamerika für sportlichen Vortrieb sorgen. 186 km/h Spitze sind ebenso zeitgemäß wie ein Normverbrauch von unter fünf Litern.

Für Premium ist in Sao Paulo kein Platz. Marken wie Audi, BMW, Porsche oder Mercedes stehen in Brasilien im Schatten. "Der VW Gol ist seit 25 Jahren das meistverkaufte Auto", so Thomas Schmall, Präsident von Volkswagen do Brasil, "und das wird auch 2012 so bleiben." Auf der Sao Paulo Motorshow wird erstmals der dreitürige Gol gezeigt.

Nissan Extrem

Die Kunden in Brasilien lieben das Geländewagendesign. Schlechte Straßen und gigantische Schlaglöcher sprechen für Bodenfreiheit und Allradantrieb. Kein Wunder, dass VW Taigun oder Nissan Extrem Concept, der mit einer Länge von 3,85 und einem Radstand von 2,45 Metern in der gleichen Liga wie der Wolfsburger antritt, den Puls der Zeit treffen.

Im Vergleich zum Wolfsburger ist der Nissan Extrem ganz dem Namen nach emotionaler und dynamischer gezeichnet, und trägt als kleines Crossover-Coupé Designelemente der nächsten Juke-Generation in sich.

Für den Antrieb der Konzeptstudie sorgt der bekannte 1,6 Liter große Turbobenziner, der den Nissan Juke mit 190 PS und 240 Nm maximalem Drehmoment antreibt.

70 Prozent fahren Kleinwagen

Dass es der geneigte Brasilianer in Sachen Auto auch etwas kleiner möchte, kann man am Messestand von General Motors bestaunen. Insbesondere mit dem Chevrolet Sonic wollen die südamerikageneigten Detroiter gegen Modelle wie den Dauerbrenner VW Gol, den Renault Sandero, den Fiat Palio und den aufstrebenden Hyundai HB20 bestehen.

Fiat, stärkster Anbieter in Brasilien, gibt sich auf der Sao Paulo Motorshow überraschend zurückhaltend und setzt insbesondere auf den ebenso günstigen wie beliebten Fiat Uno, der den emotionaler positionierten Fiat 500 deutlich in den Schatten stellt.

Ethanol statt Hybrid und Diesel

Ebenfalls mehr als ein Gedankenspiel ist die Studie des Renault DCross, der in Europa als preiswerter Dacia Duster zu bekommen ist. Etwas bunter und etwas emotionaler als der Duster dürfte der Renault DCross schon bald in Südamerika auf Kundenfang gehen.

Wer es günstiger mag: es gibt auch den neuen Südamerika-Clio zu bestaunen - wie andere Modelle in Brasilien. Bei uns längst ausgelaufen.

Das stört auf der Messe angesichts der Übermacht von sehenswerten Messemodels jedoch wenig. Schöne Frauen und Autos - das gehört in Brasilien einfach zusammen.

Mit alternativen Antrieben ist durch den Kraftstoff Ethanol nichts zu holen. Selbst Hybrid-Pionier Toyota stellt seinen Prius am Zuckerhut ins Abseits. Trotz Sportversion Prius GS stehen die Kunden hier allenfalls auf den kleinen Toyota Etios. Von Hybrid und Diesel keine Spur am Zuckerhut.

Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff