Auto-Salon Genf: Car of the Year 2012

Car of the Year 2012: Chevrolet Volt und Opel Ampera

Licht und Schatten in Elektroland

Freud und Leid liegen manchmal eng beieinander: Am Wochenende verkündete GM eine mehrwöchige Produktionspause für Chevrolet Volt und Opel Ampera – wegen enttäuschender Absatzzahlen vor allem in den USA. Ob dem Hybriden die gerade auf dem Genfer Auto-Salon verliehene Auszeichnung „Car of the Year 2012“ wieder auf die Räder helfen kann?

Seit fast 40 Jahren wird die Auszeichnung „Car of the Year“ vergeben. In der aus Journalisten bestehenden Jury saßen diesmal 59 Autoredakteure aus 23 Ländern. Über Wochen hinweg haben sich diese den Kopf zerbrochen, welches Fahrzeug dieses Jahr den Preis verdient hätte. Dafür testeten sie ausgiebig die 35 wichtigsten Neuheiten.

Ins Finale schafften es sieben Autos, die nach den Kriterien Design, Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis und Innovation bewertet wurden. Dass auch Umweltaspekte eine Rolle spielen, beweist die Tatsache, dass dieses Jahr ein grünes Auto den Preis gewonnen hat – oder besser gesagt zwei Varianten eines Modells: Der Chevrolet Volt sowie der baugleiche Opel Ampera.

Die Auszeichnung kommt zur rechten Zeit

Die Auszeichnung als „Car of the Year“ dürfte die Konzernchefs von GM in diesem Fall besonders freuen, könnte sie doch den Absatz ankurbeln. Gerade letztes Wochenende verkündete General Motors, dass die Produktion von Range Extendern – wie Elektroautos mit Verbrennungsmotor zur Stromerzeugung genannt werden – vom 19. März bis zum 23. April ausgesetzt werde. So lange stehen die Bänder im Werk in Detroit Hamtramck still.

Grund dafür ist der schwächelnde Absatz des Stromers in den USA. 2011 wollte Chevrolet mindestens 10.000 Volts verkaufen. Leider fanden sich jedoch nur etwa 7.000 Abnehmer für die US-Variante. Bis Ende Februar dieses Jahres wurden nur knappe 1.600 Fahrzeuge verkauft – nicht genug, um das Jahresziel von 45.000 Einheiten in den USA zu erreichen.

Problematisch ist einerseits der mit über 40.000 US-Dollar hohe Anschaffungspreis des Chevrolet Volt. Außerdem sind die Einspareffekte, die ein Range Extender erzielen kann, bei US-amerikanischen Spritpreisen und Pendeldistanzen nicht besonders hoch.

Opel Ampera mit besseren Zahlen

Besser läuft es bisher für den Opel Ampera. Zwar ist der Preis der Rüsselsheimer für ihre Ausführung des Hybridautos mit mehr als 40.000 Euro auch eher stattlich, doch auf dem Kontinent ist man dem Konzept freundlicher gesonnen. Bisher gingen mehr als 6.500 Bestellungen bei Opel ein, und die Auslieferung hat vor einigen Tagen begonnen.

Bleibt zu hoffen, dass die begehrte Auszeichnung auf beiden Kontinenten einen positiven Effekt hat, und General Motors die Bänder ab April möglichst nachhaltig wieder anwerfen kann.

Text: Franziska Scheu