Die Sportwagen des Auto-Salon Genf 2012

Genfer Salon 2012: Sportwagen

Heiter weiter voller Power

Extrem sportliche Autos stehen auf dem Genfer Salon im Mittelpunkt. Die Leistung steigt bis auf 1200 PS, der Verbrauch geht bis zu 40 Prozent runter.

Zapfsäulen können selbst hartgesottenen Autofahrern den Spaß am Gasgeben nehmen. Angesichts ständig steigender Spritpreise ist es nur verständlich, dass sich auch auf dem 82. Genfer Salon – bei aller Liebe für Leistung – fast alles um das Thema Spritsparen dreht.

Sei es nun per Diesel-Hybrid-Antrieb wie beim Peugeot 508 RXH, der sich trotz 200 PS mit rund vier Litern auf 100 Kilometer bescheiden soll. Oder per Ultraleichtbau wie bei Audi, die selbst Kraftprotze wie den 360 PS starken TT RS plus auf 8,5 l/100 km drücken.

CO2-Werte spielen längst eine ebenso große, wenn nicht größere Rolle als die PS-Angaben. Für eingefleischte Auto-Fans muss zwar noch immer ein vor Kraft strotzender Motor unter der Haube stecken. Fabelwerte von rund drei Sekunden auf Tempo 100 und möglichst (weit) mehr als 300 km/h Höchstgeschwindigkeit sollten auch noch drin sein.

Weniger Hubraum, mehr Leistung – das funktioniert in allen Klassen

Doch neben immer mehr Leistung zählt auch hier: Downsizing ist der neue Hubraum-Trumpf. Dieser Trend macht selbst vor Stil-Ikonen wie dem gewaltigen Bentley Continental nicht halt. Das mehr als zwei Tonnen wiegende Coupé bekommt einen neuen „Einstiegsmotor“, der zusammen mit Konzern-Schwester Audi entwickelt wurde.

Im Gegensatz zum großen Bruder mit Sechsliter-W12-Triebwerk muss sich der neue Continental GT V8 mit einem aufgeladenen Vierliter-Aggregat begnügen. An Leistung mangelt es dennoch nicht: 507 PS und 660 Newtonmeter sorgen stets für standesgemäßen Vortrieb – bei dramatisch besserem Verbrauch.

Rund 40 Prozent weniger als der gestandene W12 soll der neue V8 verbrauchen. Zehn bis elf statt 16,5 Liter auf 100 Kilometer heißt das. Ein enorme Verbesserung bei ähnlichen Leistungen: Auch der Continental V8 geht über 300 km/h.

„Weniger ist mehr“ war auch die Losung für den neuen Mercedes-Benz SL 63 AMG. Der ebenfalls aufgeladene V8 mit seinen 5,5 Litern Hubraum bringt es im neu aufgelegten Roadster standardmäßig auf 537 PS. In 4,3 Sekunden katapultiert er den Wagen auf 100 km/h. Trotz der Mehrleistung im Vergleich zum Vorgänger soll der Verbrauch des neuen Motors um 4,2 Liter auf nun durchschnittlich 9,9 l/100 km gesunken sein.

Selbst die Mutter aller Sportwagen geizt beim Verbrauch

Doch sparen können nicht nur deutsche Ingenieure. Auch in Italien hat man nach eigenen Angaben den Spagat zwischen deutlich mehr Leistung und gleichzeitig gesunkenem Verbrauch geschafft.

Der Nachfolger des Ferrari 599 GTB Fiorano begeistert nicht nur mit stolzen 120 PS mehr Leistung, der F12 Berlinetta punktet auch mit einer Spritersparnis von angeblich 30 Prozent. Nicht schlecht für den stärksten Ferrari aller Zeiten, der in weniger als neun Sekunden auf Tempo 200 beschleunigen und mehr als 340 km/h erreichen soll.

Den Traumwagen von Mercedes, Bentley und Co. stellt Audi in Genf extrem hochgezüchtete Alltagswagen entgegen. Mit dem 256 PS starken A1 quattro zeigen die Bayern, dass auch ein Kleinwagen für mächtig Aufsehen sorgen und jede Menge Fahrspaß bereiten kann.

Zwei Stufen darüber rangiert der neue Audi RS4 Avant, den jetzt der 4,2-Liter-V8 aus dem Audi RS5 antreibt. Der knackige Familienkombi bringt es nun ebenfalls auf 450 PS und (abgeregelte) 250 km/h Spitze. Ab Herbst 2012 fährt der Freund aller Väter für 76.600 Euro von Kita zu Schulsport und sonstigen Veranstaltungen.

Start-Stopp und Rekuperation sind für moderne Sportwagen ein Muss

Dauer-Rivale BMW tischt auf der Schweizer Automesse ganz groß auf. Vor allem M6 und M6 Cabrio dürften für Menschentrauben am Stand sorgen. Die neuen V8-Modelle sind nochmals 53 PS stärker als die Vorgänger mit ihrem V10 unter der Haube.

Der neue BMW M6 beschleunigt in 4,2 Sekunden auf Tempo 100, das Cabrio benötigt eine Wimpernschlaglänge (0,1 Sekunden) mehr. Beide Spitzensportler haben serienmäßig Auto-Start-Stopp-Funktion und Bremsenergierückgewinnung an Bord.

Salon-Löwe Nummer eins ist dieses Jahr der Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse mit traumatisierenden 1.200 PS. Die Fahrleistungen sind naturgemäß atemberaubend, die Verbrauchswerte logischerweise auch.

23,1 l/100 km gönnt sich der Über-Roadster im Durchschnitt, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 539 g/km. In der Stadt steigt der Wert auf 867 g/km. Naja, bei acht Litern Hubraum, da wollen wir mal nicht so sein.

Mehr über die Sportwagen auf dem Auto-Salon in Genf gibt es in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt