Vorschau Auto-Salon Genf 2012

Reportage: VW-Konzernabend Genfer Salon 2012

Die Zukunft fest im Blick

Der VW-Konzern macht auf dem Genfer Auto-Salon 2012 deutlich, dass er die alleinige Spitze der Fahrzeughersteller ist - und auch bleiben will.

Wenn Volkswagen ruft, kommen sie alle. Prominente wie Gabriele Inaara Begum Aga Khan, Ralf Möller oder Mario Goméz zusammen mit Spielerkollegen Philipp Lahm haben es sich nicht nehmen lassen, beim alljährlichen VW-Konzernabend im schönen Genf dabei zu sein.

Fast könnte man meinen, dass bei solch hochkarätigem Staraufgebot die angekündigten Weltneuheiten in den Hintergrund rücken, doch weit gefehlt. Das große Thema, nicht nur des Abends, sondern der Zukunft des VW-Konzerns lautet Nachhaltigkeit.

Audi A3 auf Platz 1

Den Anfang der insgesamt zehn fahrenden Schönheiten macht der neue Audi A3. Laut Audi-Chef Rupert Stadler soll er erst der Anfang einer ganzen A3-Familie sein. Er ist zudem das erste Modell, welches den Modularen Querbaukasten nutzt. Das spart 80 Kilogramm Gewicht.

Der vorgestellte A3 hat einen 1,6-Liter-Turbodieselmotor, welcher mit 3,8 Litern Verbrauch auf 100 Kilometern unter der magischen Emissions-Grenze von 100 Gramm CO2 pro Kilometer bleibt. 2013 kommt er als E-Gas-Version und 2014 folgt ein Plug-in-Hybrid. Stadler bringt auch das neue Infotainment-System im A3 ins Schwärmen: „Unsere jungen Kunden sind im A3 always on.“

Nach oben keine Grenzen

So richtig nachhaltig scheint die Weltpremiere aus dem Hause Bugatti auf den ersten Blick nicht zu sein. Und auch auf den zweiten Blick fällt es schwer, den schnellsten Roadster der Welt, den Veyron Grand Sport Vitesse, mit seinen 883 kW / 1.200 PS in der grünen Garage zu wissen. 1.500 Newtonmeter sorgen an allen vier Rädern für mächtig Druck und beschleunigen ihn innerhalb von 2,6 Sekunden auf 100 km/h. Ein Ende ist erst bei 410 km/h erreicht.

Etwas gemächlicher, aber nicht minder eindrucksvoll erscheint der Amarok Canyon. Seine 132 kW / 180 PS und das maximale Drehmoment von 420 Newtonmeter erklimmen fast jede Steigung. Das Achtgang-Automatikgetriebe lässt die trendige Studie nicht nur offroad im richtigen Gang fahren.

Scharfer Boxster, knuffiger Citigo

35 Kilogramm leichter, 7 kW / 10 PS stärker und 15 Prozent weniger Spritverbrauch lassen den neuen Boxster zumindest auf dem Papier interessant wirken. Doch beim Design wurde das eigentliche Meisterstück geleistet. Die Ähnlichkeit mit dem Supersportler GT lassen ihn schon im Stand schnell aussehen. Auf der Nordschleife beweist er mit einer Zeit von 7:58 Minuten seine Sportlichkeit.

Wesentlich schwächer motorisiert, aber dem eigentlichen Thema der Nachhaltigkeit am nächsten ist der kleine Skoda Citigo. Der in Genf als Fünftürer präsentierte Kleinstwagen findet unter anderem bei Schauspieler Ralf Möller einen potenziellen Kunden: „Neben dem Audi A3 finde ich den Citigo besonders für die Stadt am spannendsten und umweltfreundlichsten.“

Mal was anderes

Eine Studie mit dem interessanten Namen Giugiaro Brivido inklusive zweier Flügeltüren sowie vier Sitzen sorgt zwischendurch für ein wenig Abwechslung. Der Sportwagen ist allerdings als reine Designstudie zu verstehen.

Der Cross Coupé von VW wiederum zeigt auf, was in Sachen Verbrauch auch bei einem schweren SUV realistisch sein kann. Trotz 224 kW / 305 PS Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h verbraucht der TDI Plug-in-Hybrid-Antrieb im Cross Coupé nur 1,8 Liter auf 100 Kilometer und emittiert 46 Gramm CO2 pro Kilometer.

Zeit zum Träumen

Was nach ihm kommt, ist schon wenige Momente zuvor zu hören und dank seiner zwölf Zylinder wahrscheinlich nicht sehr verbrauchsarm: Das Einzelstück Aventador J mit Lamborghini-Präsident Stephan Winkelmann am Steuer. 515 kW / 700 PS, 6,5 Liter Hubraum und ein permanenter Allradantrieb machen Lust auf mehr.

Doch der niedrigste Lamborghini aller Zeiten hat bereits für über zwei Millionen Euro den Besitzer gewechselt. Beim ohne Scheibe oder Dach radikal daherkommenden J kommt zum ersten Mal ein weicher Kohlefaserstoff in den Sitzen und im Armaturenbrett zum Einsatz.

Bentleys SUV zum Schluss

Während der Lamborghini mit seinen Hubraum-Litern glänzt, will das Konzeptfahrzeug von Seat mit Kofferraumvolumen überzeugen. 500 Liter Gepäck finden dort und fünf Erwachsene im Rest des Autos Platz. Die Studie zeigt ziemlich seriennah den kommenden, 4,48 Meter langen, Seat Toledo.

Den krönenden Abschluss bildete der Bentley IXP 9-F. Der SUV mit zwölf Zylindern und einem äußerst martialischen Äußeren soll in Zukunft auch als Plug-in-Hybrid erhältlich sein. Das sollte er wohl auch, damit das selbstgesteckte Ziel des VW-Konzerns, bis 2015 seinen Flotten-CO2-Ausstoß von unter 120 Gramm pro Kilometer zu schaffen, realisierbar bleibt.

Text: Marcel Sommer; press-inform