Autosalon Paris: Alternative Antriebe

Alternative Antriebe auf dem Pariser Autosalon

Das Schatten-Dasein der E-Tüftler

Die etablierten Autobauer haben die alternativen Antriebe vereinnahmt. Die Tüftler fristen auf dem Pariser Auto-Salon ein Schatten-Dasein.

In Halle 1 des Pariser Autosalons drängt sich eine Menschentraube um den Mercedes-Stand. Konzernchef Dieter Zetsche zeigt einmal mehr sein Medien- Talent und präsentiert mit einer Extra-Portion Enthusiasmus ein blaumetallic glänzendes Mercedes-Benz SLS AMG Coupé Electric Drive.

Der E-Renner hat mit 552 kW (750 PS), einem Drehmoment von 1.000 Newtonmetern und einer Reichweite von 250 Kilomtern einiges zu bieten. Der Preis ist dementsprechend: für 416.000 Euro können sich gut Betuchte dieses Auto ab nächstem Jahr kaufen.

 

 
 

"Dickes Pfund"

Nur ein paar Schritte weiter in dem Pavillon 2.1, der für die alternativen Antriebe reserviert ist, gibt es keine große Show. Im Gegenteil, die Halle ist fast menschenleer. Nur ein paar Interessierte schauen sich die Autos an. Die Tüftler sind unter sich. Klar ist: Die großen Autobauer haben sich des Themas der alternativen Antriebe angenommen und setzen im großen Stil auf Plug-in- Hybride.

Da hat Toyota einen neuen Trumpf im Ärmel: Einen Hybrid- Antrieb mit neuem 2,5-Liter-Benzin-Motor soll bald Premiere feiern. Bei 200 PS soll der Antriebstrang nur 100 g CO2 pro Kilometer emittieren. Der neue Lexus IS und die nächste Generation GS werden wohl die ersten Modelle mit dem neuen Hybrid-Antrieb sein. "Das ist das dickste Pfund, das wir im Moment haben", sagt sich ein Toyota-Mann.

Hybride und Erdgas allerorten

Auch VW-Chef-Martin Winterkorn gibt dem Plug-in-Hybrid die größte Zukunft und verspricht einen Golf mit diesem Antriebskonzept.

Honda spendiert seinem Sportwagen CR-Z mit einem stärkeren Hybrid-Antrieb mit jetzt 137 PS. Der Japaner hat jetzt eine Lithium-Ionen-Batterie und verfügt über einen Boost-Knopf - damit kann der Fahrer den Fahrspaß noch steigern. Der Verbrauch ist mit fünf Litern pro 100 Kilometer mit dem des Vorgängers identisch.

Fiat forciert nach wie vor Erdgas-Antriebe und stattet den neuen Panda damit aus, ebenso wie Mercedes-Benz die neue B-Klasse.

Brennstoffzellen-Fahrzeuge kommen

Mittlerweile stehen auch die Brennstoffzellen-Fahrzeuge kurz vor der Serienreife. Hyundai beginnt Ende diesen Jahres mit der Produktion des Brennstoffzellen-Mobils IX35 FCEV und liefert rund 15 Modelle nach Kopenhagen. Auch Toyota will in zwei Jahren mit einem Brennstoffzellen-Auto nachziehen.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll