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Youngtimer: Zulassung

Vorsicht, „Rote Kennzeichen“

Hin und wieder findet man bei Anzeigen zu Youngtimern den Begriff „Zulassung auf 07er-Kennzeichen“. Hier ist Vorsicht geboten, denn der Käufer handelt sich damit unter Umständen eine Menge Probleme ein.

Rote Kennzeichen kennt man von der Probefahrt beim Autohändler. Diese Kennzeichen haben immer die 06 am Anfang der Zahlenkombination. Ein Berliner Kennzeichen wäre also beispielsweise B-06789. Doch hin und wieder findet man auch Autos, die auf ein „07er-Sammlerkennzeichen“ zugelassen sind. Diese können dem Käufer Probleme bereiten. Denn im üblichen Sinne zugelassen sind diese Autos nicht.

Die Idee dahinter

Gedacht sind 07er-Kennzeichen für Sammler, die mehrere fahrzeuge besitzen, aber nicht alle normal anmelden wollen. Das ständige Zulassen und Abmelden mehrerer Autos sollte so auf kostengünstigem Weg vermieden werden.

Doch als Ersatz für Dauerkennzeichen waren sie nicht gedacht. Zum Beispiel sind die erlaubten Fahrten stark eingeschränkt. Zitat aus der Straßenverkehrs-Ordnung: „Gestattet sind Probefahrten, Prüfungsfahrten durch Kfz-Sachverständige, Überführungsfahrten, Fahrten zur Wartung und Reparatur sowie An- und Abfahrten zu sowie die Teilnahme selbst an Veranstaltungen, die der Darstellung von Oldtimerfahrzeugen und der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts dienen.“ Der morgendliche Weg zur Arbeit ist also nicht gedeckt.

Das muss unter Umständen durch ein Fahrtenbuch nachgewiesen werden.

Anforderungen an Auto und Halter

Früher konnten Autos ab einem Alter von 20 Jahren ein 07er-Kennzeichen tragen, diese Grenze wurde inzwischen auf 30 Jahre angehoben. Damit steht das 07er-Kennzeichen in direkter Konkurrenz zum H-Kennzeichen für klassische Autos, die ebenfalls mindestens 30 Jahre alt sein müssen.

Ein Gutachten wie für die H-Zulassung ist vorzulegen, ebenso ein polizeiliches Führungszeugnis. Diese Hürden sollen dem Missbrauch des Sammlerkennzeichens als „günstiges“ H-Kennzeichen vorbeugen. Einige Zulassungsbehörden geben 07er-Kennzeichen auch nicht gerne heraus. Meist ist die Ausgabe auch erst befristet auf ein Jahr - nach diesem muss der Halter eventuell die Teilnahme an passenden Treffen nachweisen.

Keine „normale“ Zulassung

War der Wagen länger als 18 Monate nicht „normal“ zugelassen, verfallen die Papiere. Das führt dazu, dass der Wagen rechtlich mit einem stillgelegten Auto gleichgestellt ist. Ebenso mussten die Fahrzeuge während der 07er-Zulassung nie zur Hauptuntersuchung. Dementsprechend dürftig ist oft der technische Zustand.

Zudem dürfen Fahrzeuge mit 07er-Kennzeichen nicht im öffentlichen Raum abgestellt oder geparkt werden dürfen.

Das wird teuer

Für Interessenten an einem so zugelassenen Auto bedeutet dies: Ist ein Wagen jünger als 30 Jahre, ist es unmöglich, diesen Wagen wieder auf ein 07er-Kennzeichen zuzulassen. Auch wenn er es durch den geltenden Bestandsschutz nicht verloren hat.

Will man das Auto auf sich zulassen, kommen dann erst einmal Kosten auf einen zu. Der Wagen muss eine Komplettabnahme in einer Prüfstelle bekommen, die wesentlich aufwendiger und teurer als eine normale Prüfung ist. Die Papiere müssen ebenfalls neu beantragt werden.

Daher sollte man es sich genau überlegen, ob man ein solches Fahrzeug wirklich kaufen möchte.

Text: SH | Bildmaterial: Wikipedia / RobertG