So spart Ihr Klassiker Steuern

Klassiker-Leasing ist möglich

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Erst absetzen, dann abfahren: Es wäre doch schön, wenn man seinen Youngtimer steuerlich geltend und so für einen selbst lohnender machen könnte. Genau das verspricht das Oldtimer-Leasing. Und tatsächlich spielt das Finanzamt mit – sofern Sie ein paar Grundregeln beachten.
 

 
 
  • Leasing ist für Youngtimer grundsätzlich möglich, lohnt aber nicht immer
  • Um es steuerlich geltend zu machen, sind viele Regeln zu beachten
  • Der Dienst-Klassiker muss zum Beruf des Leasingnehmers passen

Leasing senkt zu versteuerndes Einkommen

Eine klassische Corvette C1 für eine monatliche Tilgungsrate von 866 Euro? Oder eine Mercedes Pagode für 524 Euro? An alle, für die das bezahlbar klingt: Der kurze und günstige Weg zum eigenen Klassiker kann durchaus übers Finanzamt gehen. Aber wie geht das möglich?

Geld sparen mit Youngtimer: Das H-Kennzeichen mit seinem einheitlichen Steuersatz von jährlich 192 Euro reicht manchem Oldtimerliebhaber noch nicht. Und tatsächlich gibt es für Unternehmer, Firmeninhaber oder Freiberufler eine Möglichkeit, die Steuerlast weiter zu senken: das Klassiker-Leasing.

Die oben genannten Preise sind Rechenbeispiele dieser Steuer-Abschreibungsmethode, weitere Beispiele (mit anderen Oldtimer-Typen) sehen Sie in der => Bildergalerie.

Den Oldie mieten statt kaufen

Was steckt also dahinter? Das Klassiker-Leasing ist ein ganz normaler Leasingvertrag. Man kauft das Auto nicht, sondern bekommt es von der Leasinggesellschaft für eine bestimmte Zeit – meist drei oder vier Jahre – zur Verfügung gestellt.

Für die Nutzung und Abnutzung bezahlt man die monatliche Leasingrate, nicht einen Kredit für den Erwerb des Oldtimers. Das hat zwei Vorteile: Erstens können Sie die monatlichen Leasingraten voll steuerlich geltend machen; also vom zu versteuernden Einkommen abziehen.

Und zweitens haben Sie teils enorme Vorteile bei der sogenannten „1%-Regelung“. Das ist die Pauschale, die der Eigentümer eines Firmenwagens vom ursprünglichen Wert des Fahrzeugs versteuern muss, wenn er den Wagen auch privat nutzt.

Oldtimer senkt die Steuern

Die 1%-Regelung bezeichnet also die Tatsache, dass ein Dienstwagen auch privat Vorteile bringt. Deshalb betrachtet der Staat ein Prozent dessen Neupreises als zusätzliches monatliches Einkommen, welches voll versteuert werden muss.

Das Bundesfinanzministerium gegenüber mobile.de: „Der Wert der privaten Nutzung eines Kraftfahrzeugs, das zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird, ist nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG für jeden Kalendermonat mit 1 % des inländischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung, zuzüglich der Kosten für Sonderausstattung , einschließlich der Umsatzsteuer anzusetzen (1-Prozent-Regelung oder Listenpreismethode). Auch geleaste oder gemietete Oldtimerfahrzeuge fallen unter die Regelung, ohne dass es darauf ankommt, ob der Steuerpflichtige wirtschaftlicher Eigentümer ist.“

Eine Pagode als Spardose

Ein Spar-Beispiel: Einen neuen Mercedes SL bekommt man ab 97.758,50 Euro. Ein Prozent davon bei der Nutzung als Dienstwagen entspricht rund 977 Euro, die man jeden Monat zusätzlich versteuern muss. Den Mercedes SL von 1968, genannt Pagode, gab es für 24.300 Mark, also rund 12.000 Euro. Das macht dann nur 120 Euro im Monat, mithin 857 Euro weniger zu versteuerndes Einkommen.

Aber diese Regelung hat auch ihre Grenzen. Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums gegenüber dem mobile.de Magazin: „Wenn das Kraftfahrzeug bereits aufgrund seines schlechten Zustandes in dem Umfang wieder aufgebaut wurde, dass eine Zweitherstellung angenommen werden kann, ist der historische Listenpreis nicht anzusetzen. In diesem Fall ist der Listenpreis eines vergleichbaren neuen Kraftfahrzeugs als Schätzungsgrundlage für die Ermittlung des Listenpreises heranzuziehen. Ist das nicht möglich, können die Herstellungskosten maßgebend sein.“

Der Rest ist normales Leasing

Der Marktführer beim Oldtimer-Leasing heißt AIL mit Sitz in Grünwald. Rüdiger Leyens, Geschäftsführer der AIL Classic Leasing: „Wir haben 1997 damit begonnen, gewerblichen Kunden die Möglichkeit zu geben, einen Klassiker als Dienstwagen zu nutzen. Die Vorteile sind ähnlich wie beim ganz normalen Leasing: Das Kapital bleibt voll verfügbar, es schränkt die Liquiditätsbilanz im Vergleich zum Kauf nicht ein und hat die bekannten steuerlichen Vorteile.“

Der Kunde wählt das Auto aus, AIL kauft es und stellt es dem Kunden über die Nutzungsdauer zur Verfügung. Der Vorbesitzer des Autos ist dabei unwichtig. Es kann eine Privatperson oder ein Händler sein. Der Vorbesitzer könnte sogar mit dem Leasingnehmer identisch sein. Die Leasinggesellschaft kauft dann ihr Auto und Sie leasen es zurück (sale-and-lease-back).

Leyens: „Der Kunde muss das Auto natürlich pfleglich behandeln und beispielsweise für eine normale Wartung sorgen. Doch all diese Kosten können wie bei jedem anderen Dienstwagen steuerlich geltend gemacht werden“. Der Klassiker muss mindestens den Zustand 3+ vorweisen, was gegenüber AIL durch ein aktuelles Gutachten nachzuweisen ist. Das Finanzamt verlange zudem, so Leyens, dass das Auto „für den betrieblichen Einsatz geeignet ist. Und es muss gefahren werden“.

Wertverlust findet nicht statt

Natürlich muss das Auto gefahren werden, denkt der unbedarfte Oldtimerfan, wozu sonst sollte man sonst ein Auto leasen?

Der Hintergrund wird klar: Einen geleasten Neuwagen gibt man nach drei oder vier Jahren zurück und bekommt den nächsten. Die Leasingrate deckt den Wertverlust in dieser Zeit ab, zuzüglich einer Provision für die Leasingfirma.

Was aber ist, wenn es wie bei vielen Klassikern üblich, gar keinen Wertverlust gibt, sondern eventuell sogar einen Wertzuwachs? Dann könnte man die Leasingraten auch als eine „Abzahlung“ des Autos sehen (einige populäre Modelle und was ihr Leasing kostet: siehe => Bildergalerie).

Rückkauf ist üblich

Dazu müsste man das Auto am Ende des Leasingvertrages übernehmen können, was tatsächlich nicht verboten ist. Die meisten geleasten Klassiker haben einen ähnlichen Wert wie der durchschnittliche neue Dienstwagen, etwa um 50.000 Euro.

Der Neuwagen ist am Ende des Vertrages nur noch die Hälfte wert, deshalb müssen über die Laufzeit mindestens 25.000 Euro Leasingraten gezahlt werden.

Die gleichen Raten beim Klassiker führen dazu, dass am Ende der Leasingzeit ein Auto mit einem Buchwert von 25.000 Euro, aber einem realen Wert des Doppelten, an die Leasinggesellschaft zurückgegeben wird. Daher kaufen viele Leasingnehmer den Wagen am Ende für den Privatgebrauch aus dem Vertrag heraus.

…aber es droht Nachzahlung

Ist das verboten? Nein, das ist es nicht. Im schlechtesten Fall muss man wegen des gestiegenen Wertes des Wagens am Ende der Leasingdauer bei einer Entnahme des Fahrzeuges nachzahlen, mehr passiert aber auch nicht. Es kann aber sein, dass das Finanzamt bei allzu durchsichtigen Konstruktionen nachprüft.

Daher ist unbedingt zu beachten: Der Wagen muss dem Geschäft des Unternehmers angemessen sein und einen nachvollziehbaren Zweck haben. Ein kleiner Fleischer mit einem Ferrari 308 dürfte eher schlechte Karten haben, aber ein alter VW-Bus T1 (zur Warenauslieferung und mit Firmen-Emblem zu Werbezwecken) könnte funktionieren.

Ebenso kann sich ein Architekt am stilvoll-repräsentativen Auftritt seines Jaguar S-Type (1963 bis 1968) bei Kundenbesuchen auch finanziell freuen. Ein kleiner Buchhalter hingegen dürfte wenig Chancen haben, das Amt von der Notwendigkeit eines öffentlichkeitswirksamen Klassikers als Firmenwagen zu überzeugen.

Wann sich das Leasing nicht lohnt

Es gibt aber auch Gründe gegen das Oldtimer-Leasing. Der Steuerberater Jens Engelhardt zum Beispiel warnt vor Vereinfachungen. Dabei ist es unerheblich, ob der Wagen gekauft oder geleast wird. Das Thema Dienstwagen sei insgesamt zu sehr von der jeweiligen Situation des Unternehmers abhängig, um allgemeingültige Aussagen treffen zu können.

Ein Beispiel von Engelhardt: „In vielen Fällen lohnt sich das Leasing einfach nicht. Zu mir kam ein Kunde, der sich einen Mercedes 500 SL aus dem Baujahr 1993 zulegen wollte. Er fragte, ob ein Oldtimer-Leasing wegen der steuerlichen Vorteile nicht günstiger wäre. Ich habe ihm klar davon abgeraten“. Verständlich, denn auch bei diesem Youngtimer greift natürlich die 1%-Regel. Das bedeutet in diesem Fall: Der 500 SL hat einmal rund 160.000 Mark, also rund 80.000 Euro, gekostet.

Damit sind jeden Monat 800 Euro als zusätzliches Einkommen fällig. Damit das Auto also die zu versteuernde Summe nicht erhöht, müsste er jeden Monat mindestens 800 Euro an Kosten verursachen, bevor auch nur ein einziger Euro zusätzlich abgesetzt werden kann. Es leuchtet ein, dass sich das nicht immer lohnt.

Privatkauf ist bei vielen Youngtimern günstiger

Der Mann habe den Wagen schließlich privat gekauft und setzt jetzt 30 Cent pro dienstlich gefahrenem Kilometer ab – so wie er es auch mit einem gewöhnlichen Neu- oder Gebrauchtwagen gemacht hätte.

Das ist in diesem Fall wesentlich günstiger als Leasing und auch als ein Kauf auf Firmenkosten. Denn auch beim Kauf greift die 1%-Regelung, sagt Steuerberater Engelhardt.

Außerdem ergibt sich hier ein spezielles Problem: Sollte der Klassiker beim Verkauf in der Zukunft im Wert gestiegen sein, ist das erst mal schön. Allerdings gilt der Verkaufserlös dann auch folgerichtig als Firmengewinn und muss natürlich zu 100% versteuert werden.

Das Finanzamt akzeptiert nicht alles

Wie teuer darf ein Wagen sein, damit er geleast werden kann? Wie schon erwähnt, sollte ein geleaster Klassiker einen Wert von etwa 50.000 Euro haben, mit starken Ausschlägen nach oben oder unten, damit die Rechnung aufgeht. Doch es gibt eine weitere Bezugsgröße. Ganz fest ist sie nicht, weil Gerichte hier unterschiedlich geurteilt haben. Klar ist jedoch: Die Gesamtkosten pro Kilometer sollten 2 bis 3 Euro möglichst nicht überschreiten.

Hintergrund war ein Fall, in dem ein Unternehmer eine Mercedes Pagode (Baureihe W113) kaufte und diese restaurieren ließ. Gleichzeitig wurde der Wagen kaum gefahren, so dass am Ende Kosten von 8 Euro pro Kilometer zu Buche standen – eindeutig zu viel, urteilten die Richter.

Und auch dies sollte man bedenken, wenn man einen Klassiker leasen möchte: Aktuell sind die Preise für eine Reihe von begehrten Youngtimern enorm gestiegen, Ferrari, frühe Mercedes SL oder ältere Porsche 911 sind im Preis geradezu explodiert (siehe => Bildergalerie.). Wer vor vier Jahren solch ein Fahrzeug geleast hat, kann sich bei der anschließenden Privatübernahme über einen satten Zusatzgewinn freuen.

Wertentwicklung schwer prognostizierbar

Manche Marktbeobachter warnen vor einer Preisblase. Das gab es 1988 schon einmal, als professionelle Anleger erstmals den Oldtimermarkt für sich entdeckten. Nachdem am 14. August 1988 Enzo Ferrari starb, stiegen z.B. neuwertige Ferrari Testarossa in kurzer Zeit auf einen Stückpreis von 650.000 Mark und damit ein Vielfaches des Neupreises.

1989 platzte die Blase: Noch vor einem Jahr gab es gute Exemplare des Testarossa für 50.000 Euro. Heute muss man für ein gutes Exemplar wieder rund 150.000 Euro anlegen.

Das hat mit dem Klassiker-Leasing insofern viel zu tun, als mit ihm eine fast vom Markt verschwundene Leasingform Wiederkehr feiert: das Restwert-Leasing. Beim herkömmlichen Kilometer-Leasing gibt der Händler eine maximale Kilometerleistung vor, der Kunde hält sich daran und gibt den Wagen am Ende der Leasingdauer zurück. Ob der Wagen den angenommenen Wiederverkaufswert erreicht, ist allein das Risiko des Händlers.

Oldtimer-Leasing ist Restwert-Leasing

Anders beim Restwert- und damit Klassiker-Leasing: Hier wird ein fiktiver Wiederverkaufswert angenommen, nach dem sich die jeweiligen Leasingraten richten. Ob dieser erreicht wird, ist allein die Verantwortung des Kunden.

Befinden wir uns tatsächlich in einer Preisblase und platzt diese demnächst, kann es am Ende der Laufzeit bei hochpreisigen Autos teuer werden. Die Chance, dass dieser Preisverfall über die 50% des angenommenen Restwertes bei Abschluss des Vertrages hinausgehen, halten Experten jedoch für gering.

Das Fazit: „Bei AIL bieten wir auch Finanzierungen an, je nachdem, was zu dem Kunden und seinen Vorstellungen am besten passt. Das Oldtimer-Leasing ist nur ein kleiner Teil des gesamten Marktes“, so Rüdiger Leyens. Oldtimer-Leasing funktioniert also, aber es eignet sich nur für eine relativ kleine Zielgruppe und für einen kleinen Teil aller Klassiker.

Vorteile und Nachteile

Entscheidungshilfen von Steuerberater Jens Engelhardt. Das sind die Vorteile von Klassiker-Leasing gegenüber dem Kauf:

Vorteil Kauf

Das Auto ist mein Eigentum, damit kann ich alles selbst entscheiden, nämlich:

  • den Zeitpunkt des Fahrzeugwechsels
  • wie ich es versichere
  • von wem ich es reparieren lasse
  • ich kann damit so viel fahren, wie ich will (keine Festlegung auf Jahres-km-Leistung erforderlich)
  • kein Rückgabestress – auch dann nicht, wenn ich kein Folgefahrzeug lease
  • freie Wahl, ob ich über die Autobank oder über die Hausbank finanziere
     

Vorteil Leasing:

  • Der Händler/Hersteller trägt das spätere Verwertungsrisiko
  • Ich erhalte eine positive Eigenkapitalquote in meiner Bilanz
  • Die Gesamtkostenplanung ist beim Leasing genauer möglich

Klassiker-Leasing in Kürze

  • Der Klassiker muss zu über 50 Prozent dienstlich genutzt werden
  • Der damalige Neupreis sollte wegen der 1%-Regel möglichst niedrig sein
  • Die Kosten pro gefahrenem Kilometer sollten nicht höher als 2,00 oder 3,00 Euro liegen
  • Der Wagen muss für das Geschäft des Unternehmers geeignet sein (Image, Werbeeffekt etc.)
  • Das Auto muss mindestens im Zustand 3+ sei
  • Das Auto darf schon vor Leasingbeginn in Ihrem Besitz sein

Was kostet Klassiker-Leasing, bei welchen Fahrzeugmodellen lohnt es sich? Zehn Fahrzeuge mit den jeweiligen Leasingraten von AIL (bezogen auf eine Laufleistung von 48 Monaten, einer Anzahlung von 20% sowie einem Restwert von 50%) zeigt die => Bildergalerie.

Text: Portal-Manufaktur / Stephan Hellmund
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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