Nostalgie: Seat Panda 45 Gruppe 2

Nostalgie: Seat Panda 45 Gruppe 2

Bäriger Flitzer

Trotz der seriennahen Optik ist der Panda 45 Gruppe 2 ist ein reinrassiges Rallye-Auto. Kein Geringerer als Doppelweltmeister Carlos Sainz sorgte in dem kleinen Flitzer für Aufsehen.

20. Januar 2014

Die niedliche Silhouette täuscht. Sobald man den Panda zum Leben erweckt, verwandelt sich der süße Kleinwagen in ein akustisches Biest. Das 62-PS-Motörchen brüllt mit der Kraft seiner 903-Kubikzentimeter-Lungen, die durch einen Weber-Doppelvergaser, eine entkernte Auspuffanlage und einen Sport-Luftfilter verstärkt wurden, derart lauthals los, dass unbeteiligte Passanten gleich die Köpfe recken.

 

 
 

Markerschütterndes Kreischen

Das Gute daran ist, dass die Geräuschkulisse nicht nur akustische Untermalung ist. Der Vierzylinder will auch hart angefasst werden: Das heißt, ohne Drehzahlen geht gar nichts. Dann wird aus dem rauchigen Grummeln ein markerschütterndes Kreischen. Sobald man sich an das diffizile Zusammenspiel aus Gas und Kupplung gewöhnt hat, geht der 655 Kilogramm leichte Italo-Spanier ab wie die berühmte Feuerwehr.

Agil und hart

Dank des geringen Radstands von 2,16 Metern und der ebenfalls geringen Länge von 3,38 Metern flitzt der Panda um die Kurven, dass einem Hören und Sehen vergeht.

Aufgrund des Fliegengewichtes des Autos ist die Bremsanlage unverändert: Scheibenbremsen vorne mit 22,7 Zentimetern Durchmesser und hinten 185,53-Millimeter-Trommelbremsen. Trotzdem greifen die Bremsen herzhaft zu.

Das Fahrwerk als "straff" zu umschreiben, wäre ein Euphemismus, "knochenhart" trifft es schon besser - im wörtlichen Sinne. Jede Unebenheit im Asphalt, jeder Kieselstein und jede Fuge wird unmittelbar an die Insassen weitergegeben und malträtiert die Wirbelsäule.

Dank dieser kompromisslosen Abstimmung klebt der Panda allerdings förmlich auf dem Asphalt.

Kurvengieriges Gefährt

So gierig der Panda 45 auch auf Kurven ist, gegenüber der Konkurrenz in der Gruppe 2 war der kleine Flitzer PS-mäßig hoffnungslos unterlegen. Doch Ausnahmekönner Carlos Sainz machte 1982 dieses Kraft-Defizit zu großen Teilen wieder wett.

"El Matador" ließ zusammen mit seinem Copiloten Juanjo Lacalle den Panda 45 so richtig fliegen und sorgte für Aufsehen: Die Madrilenen erreichten den 14. Platz in der Rallye CS und bei der Rallye Shalymar wurden sie 17. Doch auch Top-Ten-Platzierungen waren drin. Bei den Rallyes El Gaucho und Talavera holte das Duo jeweils den fünften Platz.

Sensationeller zweiter Platz

Bei der Talavera-Rallye lieferte Sainz sein Meisterstück ab. Eine Wertungsprüfung lag im dichten Nebel. Während andere vom Gas gingen, ließ Sainz im Wissen um sein Können das Pedal voll stehen und holte hinter dem Porsche 911 von Beny Fernández einen sensationellen zweiten Platz.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Hersteller