Crosley Automobile

Nostalgie: Crosley Automobile

Amerikanische Dacias

Crosleys waren der Gegenentwurf zum amerikanischen Straßenkreuzer. Die Autos waren preiswert, leicht, verbrauchten wenig und verzichteten auf unnötigen Luxus.

1. Februar 2013

Obwohl er mit Radios, seiner eigenen Radiostation und Kühlschränken ein Vermögen gemacht hatte, war Powel Crosley, Jr ein Autonarr. Schon vor dem ersten Weltkrieg versuchte er als Automobilhersteller Fuß zu fassen, scheiterte aber immer wieder. 1939 unternahm der mittlerweile wohlhabende Industrielle aus Cincinnati einen neuen Versuch und brachte den C1A als Cabrio auf den Markt.

Der Preis - lediglich 250 Dollar - war ein echtes Schnäppchen, auch für damalige Verhältnisse. Dafür mussten sich die Fahrer auch auf das Wesentliche beschränken. Mit dem zwölf-PS-Motor schaffte das Auto immerhin die wichtige 50-Meilen-pro-Stunde-Grenze (80 km/h). Allerdings wurde der C1A kein Verkaufsschlager. Nur 2.000 Amerikaner entschieden sich für das puristische Gefährt.

 

 
 

Während des Kriegs begehrt

Das änderte sich im Zweiten Weltkrieg. Am 15. Mai 1942 wurde das Benzin rationiert. Auf einmal waren die genügsamen Crosleys mit einem Verbrauch von 5,2 l/100 km heiß begehrt. Auch nach dem Krieg baute Crosley weiter leichte, kostengünstige Autos.

Die zweitürige Limousine CC46 hatte 1946 einen 26- PS-CoBra-Motor. CoBra steht für "Copper Brazed", kupfergelötet. Das Triebwerk hatte zwar schon oben liegende Nockenwellen, dafür aber aufgrund seiner Konstruktion aus Stahlblechen Probleme mit der Haltbarkeit. Im Krieg war es als mobiler Generator oder für Kühlkompressoren benutzt worden.

Schon ein Jahr später überrasche Paul Cosley die Amerikaner mit einem Sports Utility Sedan. Der Zweitürer hatte ein abknöpfbares Stoffdach und ein Interieur aus Leder.

Günstige Sportwagen

Jetzt sollten Sportwagen folgen. Den Anfang machte der Hotshot Roadster. Das Fahrwerk mit semi-elliptischen Federn vorne und Schraubenfedern hinten verhalf dem Flitzer zu einer guten Straßenlage und Agilität. So nahm der Hotshot-Roadster bei vielen Rennen teil und verdiente sich so einen guten Ruf.

Der unschlagbar günstige Preis von 849 Dollar tat ein Übriges.

Haltbarkeitsprobleme des CoBra-Motors

Allerdings brachen aufgrund der Haltbarkeitsprobleme des CoBra-Motors die Verkäufe ein. Deswegen setzte man bei Crosley das geeignetere 750-Kubikzentimeter-CIBA-Triebwerk (Cast Iron Block Assembly) mit 26,5 PS und einem gusseisernen, weniger rostanfälligen Motorblock ein.

Die nächste sportliche Variante war der VC-Super-Sport-Roadster. Der Farm-O-Road setzte dagegen mehr auf die rustikale Karte und war eine Mischung aus Jeep und Traktor.

Doch all diese Fahrzeuge konnten den kränkelnden Autobauer nicht mehr retten. Der Reifenhersteller General Tire kaufte 1952 die Firma, um an die Produktionsstätten zu kommen.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll