Wie schlägt sich… der Austin Mini

Wie schlägt sich… der Austin Mini

Ist der süß!

Wenn man vom Mini spricht, muss man erst mal klären, um welchen es sich denn handelt. Hier geht es um die Urform des britischen Kultmobils, die weit vor der Übernahme durch BMW entworfen wurde. Wie gut ist er im Alter?

28. Januar 2013

Was den Deutschen der Käfer, ist den Briten der Mini. Zwar ist er im Vergleich zum Käfer (Konstruktion in den 1930ern) ein wahrer Jungspund, denn er rollte erst 1959 aus dem Konstruktionsbüro, doch was da kam, war gut: Das wahrhaft revolutionäre Auto war dank winziger Räder, Quermotor und darunter angeordnetem Getriebe ein Platzwunder. Sehr klein außen, dafür überraschend groß im Inneren. Was dem Auto aber schließlich - neben seiner niedlichen Optik – zum Kultstatus verhalf, hatten die Entwickler erst gar nicht auf dem Zettel.

 

 
 

Der Sportler unter den Kleinwagen

Tatsächlich hat der Mini quasi als Nebenprodukt des sehr kurzen Radstands, der kompakten Abmessungen sowie der ausgeglichenen Gewichtsverteilung ein sehr sportliches Fahrverhalten. Er wieselt um Kurven, dass man meint, ein Go-Kart zu fahren. Sogar die Rallye Monte Carlo gewann der Autowinzling.

Erwähnenswert sind auch die etlichen Lizenz- und Umbauten, die es gab. Riley zum Beispiel fertigte „Luxusversionen“ des Mini und spendierte ihm sogar ein Stufenheck.

In den Hohlräumen rostet es

Ein Ur-Mini ist heute immer teuer. Selbst die leistungsschwächeren Versionen sind im Gegensatz zum begehrten „Cooper“ nicht wirklich günstig. Dabei teilen sich alle Varianten (Pick-up, Kombi, Cabrio und Limousine) eine entscheidende Schwachstelle. Die Karosserie wurde früher nicht wirklich gut konserviert, selbst die späteren Baujahre sind stark rostanfällig. Grund dafür sind die zahlreichen Hohlräume der Karosserie.

Karosseriecheck entscheidend

Eine Komplettsanierung lohnt sich nur in seltenen Fällen, weshalb der Karosseriezustand als entscheidend für den Kauf gelten sollte. Die Schwachstellen sind zahlreich: Lampentöpfe, vordere Kotflügel (verschweißt, schwierig zu ersetzen), Türen und Hauben. Ganz teuer wird es, wenn der hintere Fahrschemel durchgerostet ist – Finger weg von einem solchen Exemplar.

Betroffen vom Rost sind ebenfalls alle Radhäuser sowie die Schweller. Auch Bodenblech oder Kofferraumboden kann es erwischt haben. Eine Besonderheit der Konstruktion sind die nach außen stehenden Falze vor den Türen oder am Heck: Auch diese sind korrosionsgefährdet.

Technik besser als ihr Ruf

Besser steht es um die eigentlich standfeste Technik des Mini. Hier ist entscheidend, ob der Mini ausreichend gewartet und vorsichtig behandelt wurde. Vollgas auf der Autobahn mögen die Uraltkonstruktionen der Motoren gar nicht, was sie als erstes mit defekten Lagern quittieren. Der gemeinsame Ölkreislauf von Motor und dem darunter liegenden Getriebe verlangt nach kurzen Wartungsintervallen. Dies muss der Vorbesitzer dokumentieren können. Ist das Getriebe am Ende, was bei unsachgemäßer Handhabung schon nach 80.000 Kilometern der Fall sein kann, kündigt sich das durch Heulen an. Knackt es beim Schalten, ist die Synchronisation defekt.

Es gibt selbst fabrikneue Karosserien

Kaum Probleme bereitet die Elektrik. Das auch deshalb, weil sie eine solche kaum vorhanden ist. Achten sollte man aber auf ausgeschlagene Spurstangen und Lenker am Fahrwerk. Je breiter die Reifen, desto öfter können diese Teile defekt sein.

Gute Nachrichten gibt es dagegen bei Ersatzteilen. In Deutschland hat sich eine rege Lieferantenszene aufgebaut, welche die meisten Teile liefern kann. Für die späten Modelle gibt es sogar noch etwas beim offiziellen Händler. Falls wirklich mal etwas nicht lieferbar ist, kann man es sich in Großbritannien besorgen – dort gibt es sogar komplette, fabrikneue Rohkarossen.

Text: SH | Bildmaterial: Wikipedia / Brazucs, SteveBaker