Nostalgie: Ford Mustang II

Nostalgie: Ford Mustang II

Große Fußstapfen

Vor 40 Jahren wurde die zweite Generation des Ford Mustang vorgestellt. Der Mustang II war kleiner und leichter als der Vorgänger, hatte aber auch aufgrund der Ölkrise zunächst keinen V8-Motor im Programm.

Die Arbeitsanweisung für den Ford Mustang II kam von ganz oben. Der damalige Ford Boss Lee Iacocca wollte eine Rückbesinnung auf den ersten Ford Mustang, der 1964 das Licht der automobilen Welt erblickte. "Der neue Mustang soll ein kleines Juwel sein", so Iacocca.

Also basierte amerikanische Wildpferd mit vier Rädern auf dem Ford Pinto, einem unglücklichen Kleinwagen, der zwischen 1970 und 1980 gebaut wurde. Deswegen war der Mustang II nicht nur deutlich kürzer und leichter als die letzte Version des Vorgängers, zunächst hatte er auch keinen V8-Motor im Programm. Nur in Mexiko blieb man den acht Töpfen treu.

In den USA stand lediglich ein 2,3-l-Reihenvierzylinder mit 85 PS und ein 2,8-Liter-V6 (112 PS) zur Auswahl. Wo gibt es das denn? Ein Ami-Sportler ohne V8-Power? Ölkrise hin Benzinpreis her, 1975 wurde dieser Fauxpas mit einem 124-PS-starken 4,9-Liter-V8-Smallblock-Triebwerk behoben.

 

 
 

Qual der Wahl

Auch die Optik des Sportwagens wurde häufig kritisiert.

Bei den Karosserieformen hatten die Käufer beim Mustang II die Wahl zwischen einem Coupé oder der Fließheck-Variante. Das Coupé gab es als Basis oder als Ghia-Version mit einem Vinyl-Dach statt des normalen Hardtops, während für die Fließheckmodelle neben der Grundausstattung noch ein sportlich angehauchtes Mach-I-Ausstattungspaket verfügbar war.

Neue Ausstattungspakete

Damit der Mustang auch weiterhin attraktiv blieb, gab es 1976 zwei neue Ausstattungspakete namens Stallion und Cobra.

Auch wenn Letzteres Erinnerungen an die legendäre Shelby Cobra weckte, war es kein Tuning- sondern nur ein Ausstattungspaket mit einem mattschwarzen Kühlergrill, Rennstreifen und anderem optischen Chi Chi wie breiteren Spoilern und Kotflügeln oder Lamellen auf den hinteren Scheiben.

An den Reihen wurde ständig gefeilt, da die amerikanischen Kunden Wert auf Komfort legten. So gab es 1977 ein T-Top mit zwei herausnehmbaren Glashälften und 1978 - im letzten Produktionsjahr des Mustang II - noch die auf 4.313 Stück limitierte King-Cobra-Version mit auffäliger, großer Cobra auf der Motorhaube.

Kommerzieller Erfolg

Trotz der Probleme mit der Basis Ford Pinto, den schwächlichen Motoren und den deswegen eines Pony Cars unwürdigen Fahrleistungen wurde der Mustang ein kommerzieller Erfolg: Im ersten Jahr gönnten sich über 285.000 Autofahrer den Sportwagen. Fast die Hälfte dieser Autos waren Fastbacks. Insgesamt liefen während der fünfjährigen Bauzeit gut 1,1 Millionen Mustang II vom Band, davon rund 89.000 mit dem Mach-I-Ausstattungspaket.

Im Laufe der Jahre verschwand die Erinnerung an die Ölknappheit, und die Mustang-Fans griffen wieder vermehrt zur V8-Maschine. Die bekam später mit bis zu 142 PS wieder etwas mehr Power und verschaffte dem Ford-Sportler so zumindest halbwegs akzeptable Fahrleistungen.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Hersteller