Klassiker zum Golf-Preis

Klassiker zum Golf-Preis

Darf’s etwas mehr sein?

Ein nagelneuer VW Golf Trendline mit 85 PS kostet derzeit 16.975 Euro. Der ist gut, aber vielleicht ein bisschen langweilig. Das mobile.de Magazin hat rassige Alternativen gefunden.

 

14. Juni 2013

Nichts gegen den Golf: Er ist einer der besten Kompaktwagen, die es je gab. Das hat auch mit seiner darunter liegenden Produktphilosophie zu tun: Der VW Golf gefällt den meisten deshalb, weil er nicht stört. Er ist im besten Sinne absolutes Mittelmaß. Das unterscheidet ihn von unseren Alternativen. Hier gibt es Emotion pur zu sehen.

 

 
 

Rassige Sportwagen im Angebot

Für die 16.975 Euro, die so ein neuer Golf mindestens kostet, kann man sich etwas richtig Feines aus der Vergangenheit in den Vorgarten stellen. Manchmal ist die Erstwagen-Tauglichkeit dann allerdings etwas eingeschränkt.

Wie wäre es deshalb beispielsweise mit einem Lotus Esprit? Die nur knapp einen Meter hohe britische Flunder sah sich mal als Konkurrenz zu Ferrari 308 und Porsche 911.

Derzeit geht es den Wirtschaften in ganz Europa nicht sonderlich gut. Nur in Deutschland gilt die Krise als im Griff. Das spült von unseren Nachbarn auch auf den Automarkt das, was sie sich jetzt nicht mehr leisten wollen.

Im Falle des Lotus Esprit sind das leider oft rechtsgelenkte Exemplare. Wer sich daran nicht stört, bekommt ein faszinierendes Automobil mit einem Vierzylinder, dessen Fahrleistungen dank seines Leichtbaus atemberaubend sind.

Selbst Maserati gibt’s in großer Auswahl

Sie möchten gerne etwas Rassiges, aber dann doch lieber aus Italien? Kein Problem. Für den Maserati Ghibli werden teils so geringe Kurse aufgerufen, dass zum Golf-Preis noch der nötige Sicherheitsabstand für anfallende Reparaturen bleibt.

Dabei ist es natürlich so, dass die zweite Baureihe des Ghibli gemeint ist. Die erste ist ein Klassiker, der längst über die normalen Preisregionen hinaus ist. Doch auch die zweite Generation hat unter einer eleganten, aber dezenten Karosserie einiges zu bieten. Den V6 beispielsweise, oder die opulente Innenausstattung in Holz und Leder.

Glanz vergangener Epochen

Ein Cabrio soll es sein, aber der Mercedes SL ist ihnen zu gewöhnlich? Wie wäre es mit dem Cadillac Allanté? Er war ein großer Flop, aber am Auto selbst lag es nicht.

Den Amerikanern ging der Erfolg des Mercedes SL im eigenen Land gehörig auf die Nerven. Flugs entwarfen sie den Allanté, ein 2+2-sitziges Cabriolet mit viel Luxus. Um den Kunden etwas ganz Besonderes bieten zu können, trug der Allanté ein vom italienischen Stardesigner Pininfarina kreiertes Blechkleid.

Das Problem war die Fertigung: In den USA wurde zuerst die Bodengruppe hergestellt. Diese wurde per Luftfracht zu Pininfarina in Italien geliefert, wo die Karosserie darauf kam. Die halbfertigen Autos wurden dann – wieder einzeln per Luftfracht – zurück in die USA transportiert, wo sie ihre Technik erhielten.

Nur 21.000 Stück gab es, heute sind die rar und immer noch gut.

Der ewige Klassiker: die Mercedes S-Klasse

Doch das Leben besteht ja nicht alleine aus Coupés und Cabrios. Der Golf immerhin bietet annehmbaren Komfort für vier, wobei es mit fünf Passagieren dann doch etwas enger zugeht, wie in jedem Kompaktwagen. Wie wäre es also mit einer Oberklassen-Limousine?

Da bietet sich sofort die Mercedes S-Klasse der Baureihe W 126 (ab 1979) an. Sie gilt als stilistisches Meisterstück und überzeugt mit ihrem hocheleganten Äußeren. Gleichzeitig sind ihre Unterhaltskosten vergleichsweise niedrig. Sie basiert in vielen Technikteilen auf ihrem Vorgänger.

Prinzipiell kann man sie bei jedem Dorfschrauber zur Reparatur geben, denn der Elektrik-Wahn heutiger Automobile hat sie noch nicht befallen.

Das erfolgreichste Luxusauto überhaupt

Es gibt sie mit Sechs- und Achtzylindern. Empfehlenswert, weil ausgewogen, ist der 500 SE. Mit knapp 900.000 gebauten Exemplaren ist diese Baureihe nicht nur die erfolgreichste S-Klasse von Mercedes, sondern das erfolgreichste Luxusauto überhaupt.

Ein Tipp: Für den Betrag von knapp 17.000 Euro gibt es auch das Coupé. Zugreifen heißt es, die guten Exemplare steigen schon im Wert.

Was die Sache im Vergleich zu einem neuen Golf noch reizvoller macht.

Babyboomer kaufen den Markt fast leer

Sind die bislang aufgeführten Autos eher der Kategorie „Youngtimer“ zuzuordnen, so kann man sich für diesen Kurs auch einen echten Klassiker in die Garage stellen. Der Oldtimer-Markt funktioniert wie alle anderen Märkte auch.

Deutschland erlebt derzeit, dass sich die „Babyboomer“ der geburtenstarken Jahrgänge bis etwa 1965 ihre Wünsche erfüllen. Was damals auf den Straßen fuhr, woran man sich als Kind die Nase an der Scheibe platt drückte, das ist „in“ - und folglich teuer.

Der Porsche 911, der in den vergangenen Jahren enorm an Wert zugelegt hatte, ist das beste Beispiel dafür. Doch es gibt auch echte Schnäppchen, wie beispielsweise einen Ford Model A der Serie ab 1927. Der stand bislang nicht auf ihrer Wunschliste?

Warum nicht: Tatsächlich ist das Angebot an Ford Model A relativ groß, Ersatzteilsorgen gibt es bei ihm nicht und das Fahrgefühl ist unvergleichlich authentisch. Man kann sich ja mal einen anschauen…

Mehr zu Klassikern zum Golf-Preis finden Sie in der Bildergalerie.

Text: SH | Bildmaterial: SH