Flops der Automobilgeschichte

Die Flops der Automobilgeschichte

Schräge Typen

Fast jeder Automobilhersteller hat einen veritablen Flop gelandet. Viele davon sind heute geliebte Kultautos. mobile.de zeigt die Großen der Niederlage.

Was ist ein Flop? Reicht es schon, wenn man wie Mercedes den auf der A-Klasse basierenden Minivan Vaneo statt 50.000 Mal pro Jahr nur 50.000 Mal insgesamt in vier Jahren verkauft? Nein, das ist dann doch zu wenig. Ein richtiger Flop ist beispielsweise der Talbot Tagora. Dieses Auto ruinierte einen der größten Namen der französischen Automobilhistorie und ließ gleich die ganze Firma vom Markt verschwinden.

„Automobiles Talbot“, das war einmal große Autobauerkunst. Grand Prix-Rennwagen, Luxuslimousinen und Sportwagen, für die heute auf Auktionen hohe Millionenbeträge gezahlt werden, prägten diese Phase. Doch 1959 war es mit der Herrlichkeit vorbei, Talbot wurde an Simca verkauft. Der Markenname wurde vorerst nicht verwendet, bis sich Besitzer Peugeot 1979 wieder daran erinnerte. Die viertürige Limousine, die dann unter dem Namen Talbot Tagora verkauft wurde, war qualitativ nicht mehr als Mittelmaß – zu wenig für den hohen Anspruch an die Marke.

 

 
 

Die Voraussetzungen

Ein Flop, das ist manchmal Kult. Aber nur, wenn es richtig wehtat. Das Auto musste einzigartig sein, eine verschrobene Technik haben oder am falschen Platz zur falschen Zeit auf den Markt kommen. Wohlmeinende Journalisten verbinden dies meist mit dem Begriff „seiner Zeit voraus“. Dann besteht auch eine reale Chance, dass der Wagen in den automobilen Olymp aufsteigen kann und das Label „Kultauto“ verliehen bekommt.

So geschehen bei Tucker Torpedo, „Ferrari“ Dino oder dem Porsche 914. All diese Fahrzeuge erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen von den Verkaufszahlen her nie. Heute wäre man froh, einen dieser „Flops“ zu besitzen.

Nicht alle Misserfolge werden Kult

Auf der anderen Seite stehen die Autos, die scheinbar unter dem Einfluss der dunklen Seite der Macht entworfen wurden. Deren Designer sich einen Spaß daraus machten, das hässlichste Auto der Welt zu entwerfen. Wahrscheinlich war das Ganze nur ein Gag, und die Designer wurden von der Produktionsvorgabe selbst überrascht.

Eine andere Möglichkeit, richtig danebenzulangen, besteht in Kooperationen. Wenn man beispielsweise die jeweils schlechtesten Teile zweier Autos zu einem neuen zusammensetzt, ist die Chance auf einen Flop sehr hoch - wie beim Arna von Alfa Romeo.

Flops gehören dazu

Machen wir uns jedoch nichts vor: Ohne diese Flops wäre das rostigste Hobby der Welt einfach langweilig. Ohne jeden Pepp. Wie es anders geht, zeigen die für ihren Humor bekannten Bewohner der britischen Insel: Die dortige Automobilindustrie erschuf reihenweise Kultautos. Zu Lebzeiten konnte man bestimmte Produkte im besten Fall skurril nennen. Damit haben die Automobilfirmen in England es geschafft, sich selbst aufzulösen. Nahezu rückstandsfrei, aber mit beeindruckender Konsequenz.

Deshalb sollte man die Ahnen ehren, die uns von der guten alten Zeit berichten. Die besten Flops aus der Bildergalerie verdienen durchaus das Label „Kultauto“. Manche sind als solches noch nicht entdeckt und damit günstig!

Text: SH | Bildmaterial: Wikipedia / Triskel99