Auto-Ikonen aus den USA

Auto-Ikonen aus den USA

Größer ist besser

Zugegeben: Für Kompaktautos sind die USA nicht gerade bekannt. Doch die US-Szene hat mehr vorzuweisen als große V8-Motoren in überforderten Fahrwerken.

Einem Vorurteil zufolge bauen die Amerikaner Low-Tech-Autos, die allein mit ihren kräftigen V8-Motoren überzeugen. Was an Technik fehlt, wird durch schiere Größe wieder wettgemacht. Tatsächlich gibt es diese Fahrzeuge, und faszinierend sind sie auch. Meist werden sie generell als Muscle Cars bezeichnet, doch diese Bezeichnung ist relativ neu.

Zu ihrer Blütezeit Ende der 60er-Jahre hießen diese Fahrzeuge Supercars. Dahinter verbergen sich mittelgroße Coupés mit starken V8-Motoren. Und um mit noch einem Missverständnis aufzuräumen: Der Ford Mustang, der heute gerne als Muscle Car bezeichnet wird, war nie eines. Dieser begründete die kompaktere Klasse der Pony Cars.

 

 
 

Film-Ruhm gab es massenweise

Ob Muscle-, Pony- oder Supercar: Zu Ruhm und Ehre kamen diese auch durch Auftritte im Kino, beispielsweise mit zwei der berühmtesten Autojagden der Geschichte. In „Bullit“ hetzt ein Polizist, gespielt von Steve McQueen, im Ford Mustang Fastback einen Dodge Charger R/T knapp zehn Minuten durch die Straßen von San Francisco. In „Fluchtpunkt San Francisco“ von 1971 rast ein Mann namens Kowalski alleine gegen die Uhr von Denver in Richtung San Francisco. Sein Gefährt: ein weißer Dodge Challenger. So werden Legenden geboren.

Viel fortschrittlicher als gedacht

Doch abseits dieser Ikonen und entgegen dem Vorurteil bauten die Amerikaner viele fortschrittliche Technologien als Erste in ihre Autos. Einen elektrischen Anlasser beispielsweise, auch die Airbags kamen zuerst in den USA zum Einsatz. Auch einen 16-Zylinder gab es schon lange vor dem Bugatti Veyron, im Cadillac V16 der 30er-Jahre.

Nicht vergessen sollte man auch, dass die Massenmotorisierung in den USA begann. Das erstmals am Fließband hergestellte Ford T-Modell senkte die Preise für ein Automobil enorm. So wurden zusätzliche Käuferschichten für das Automobil überhaupt erst begeistert. Die einfache, für damalige Verhältnisse aber sehr robuste Technik und die bis heute günstigen Ersatzteilpreise für das T-Modell rundeten den Erfolg ab.

Ungewöhnliches, aber typisches Massenmodell

Und doch: Ein typisch amerikanisches Auto sind weder die T-Modelle oder die Muscle Cars. Die meistverkaufte Karosserieform ist seit langem der Pick-up. Diese Kleinlaster motorisieren heute die USA abseits der Städte, wo man mit Luxuslimousinen oder gar Sportwagen kaum etwas anfangen kann. Robust, praktisch und zuverlässig muss so ein Pick-up sein und ist damit typisch amerikanisch.

Mehr amerikanische Auto-Ikonen finden Sie in der Bildergalerie.

Text: SH | Bildmaterial: Wikipedia / Sicnag