Auto-Ikonen aus Europa

Auto-Ikonen aus Europa

Neues aus der alten Welt

Europa ist uneinheitlich – was für ein Glück. So konnten in den Jahrzehnten die schönsten Auto-Ikonen entstehen, die immer auch ihr Herkunftsland auf das Vorzüglichste repräsentieren.

Ob nun wirklich Carl Benz 1886 das Auto erfand, wollen wir hier nicht diskutieren. Fest steht jedoch, dass die ersten sich selbst bewegenden Gefährte allesamt aus Europa stammen und vor allem die Franzosen und Italiener gehörigen Anteil an dessen Erfindung hatten.

Damit wären dann auch schon drei Fünftel der großen Autobauernationen genannt, nur die Briten und vor allem die Schweden kamen etwas später. Auch wenn heute die Modelle immer ähnlicher werden, so ließen sich noch vor einigen Jahren treffliche Vorurteile um die jeweiligen Automarken stricken: Die komfortablen Franzosen mit automobiler Lebensart, die teils skurrilen, aber immer stilsicheren Briten, der effektive Deutsche und das Trutzburgige der Skandinavier waren gängig.

 

 
 

Der VW Käfer ist typisch deutsch

Doch sind das wirklich Vorurteile? Auf der einen Seite ja, denn Frankreich brachte mit dem Renault Alpine auch großartige Sportwagen hervor, ebenso wie Deutschland nicht nur effektive Autos baut. Auf der anderen Seite ist es tatsächlich kaum vorstellbar, dass Fahrzeuge wie ein Rolls-Royce woanders als auf der Insel hätten entstehen können. Ein Ferrari aus Schweden? Unvorstellbar.

So kann es sich jeder aussuchen, nach welcher Façon er glücklich wird. Mag Europas Einheit auch noch nicht so weit fortgeschritten sein wie es wünschenswert wäre, bei der automobilen Vielfalt können wir deshalb aus dem Vollen schöpfen.

Und Raum lassen für Gedankenspiele. Über russische Autos beispielsweise. Warum konnte eine Nation, die den ersten Menschen ins Weltall befördert hat, nicht auch großartige Autos bauen? Weil es nicht im Interesse der Staatsführung lag, muss die passende Antwort lauten. So waren russische Autos lange Zeit Lizenzbauten westlicher Firmen, vor allem Fiat tauschte Autobauwissen gegen Stahl. Das galt dann für den gesamten „Ostblock“.

Man baute für den eigenen Markt

Auch Spanien brachte höchstens Kleinserien hervor, wohl weil das Land bis heute keinen wirklichen industriellen Kern besitzt. Eine gewisse Größe des Heimatmarktes ist eben von Vorteil, denn die Globalisierung existierte zur Zeit unserer Autoikonen höchsten als Gedankenspiel. Exporte wurden dankbar zur Auslastung der einheimischen Fabriken angenommen, waren aber nicht Zweck der Sache. Autos wie der BMW X6, die nicht hauptsächlich für deutsche Straßen gedacht waren, konnte man sich gar nicht vorstellen.

Die schönsten Auto-Ikonen des alten Kontinents sehen Sie in der Bildergalerie.

Text: SH | Bildmaterial: Wikipedia / Brian Snelson