Die schönsten Studien der 1980er

Die schönsten Studien der 1980er

Zwischen Schimanski und Testarossa

In den 80ern, da ging was: Ein gewisser Horst Schimanski verstörte Tatort-Zuschauer, und Ferrari brachte den Testarossa. Basis dafür waren einige der schönsten Designstudien aller Zeiten.

Wenn es ein optisches Merkmal gibt, was den Übergang der 70er zu den 80er-Jahren in der Automobiltechnik symbolisiert wie kein zweites, dann waren es die Klappscheinwerfer. Zwar gab es schon in den 60ern zaghafte Versuche mit ihnen, aber erst in den 80ern trug alles mit Rang und Namen diese Leuchten.

Andersrum machte es der Aston Martin Bulldog. Bei ihm enttarnte sich mit dem Betätigen des Lichtschalters eine eindrucksvolle Scheinwerferbatterie aus der ansonsten flach und schlicht gehaltenen Fronthaube der Studie. Eine davor liegende Blende fuhr herunter.

 

 
 

Klappscheinwerfer: Kaum richtig da, schon wieder weg

Doch schon Ende der 80er war es mit dem Boom wieder vorbei. Kleinere Scheinwerfer mit höherer Lichtausbeute machten sie schlicht und ergreifend überflüssig, dienten sie doch Hauptsächlich zur Verbesserung der Aerodynamik.

Zudem kam die Diskussion um Fußgängersicherheit und Tagfahrlicht normal angeordneten Scheinwerfern entgegen. Wer wollte schon immer mit aufgeklappten Scheinwerfern fahren?

Der PC eroberte die Wohnzimmer

Die neue Sachlichkeit passte in die Zeit. Schließlich befanden wir uns am Übergang zwischen dem Industrie- ins Informationszeitalter. IBM stellte 1981 seinen ersten PC vor – mit dem konnten zwar die wenigsten etwas anfangen, aber das sollte sich rasch ändern. Noch bevor Michail Gorbatschow sich 1985 aufmachte, die Sowjetunion zu revolutionieren, brachte 1984 eine bis dahin unbekannte Firma namens Apple den Macintosh-Computer hervor.

„Geil“ und „cool“

Die lässigen Cops von Miami Vice – Entschuldigung, in den 80ern setzen sich Begriffe wie „geil“ oder „cool“ durch – also, die coolen Cops von Miami Vice fuhren zwar zuerst eine Ferrari Daytona-Replica spazieren, doch nach einigem Ärger folgte bald ein echter der Ferrari Testarossa. 1984 war das, und der Testarossa löste eine Mode im Design aus. Die typischen Kühlrippen an den Seiten tauchten bald an vielen Autos auf – auch im Tuningbedarf für Fahrzeuge mit Frontmotor, wo sie aus technischer Sicht völlig überflüssig sind.

Autos sollten „windschlüpfrig“ sein

Computer kamen in den 80er Jahren in der Autoentwicklung verstärkt zum Einsatz. Das schlug sich in den Studien nieder. Plötzlich wollte jeder einen guten CW-Wert haben, „windschlüpfig“ war eines der Zauberworte. Nach dem kastenförmigen Design der 70er kam jetzt das Funktionale am Auto stärker zum Vorschein.

Nicht an alles erinnert man sich gern…

Während die Autos einen technischen Schub hin zu mehr Sicherheit (Airbags, ABS in großen Stückzahlen) und niedrigem Benzinverbrauch durch die optimierte Aerodynamik erlebten, gibt es abseits der Automobilentwicklung andere Merkmale der 80er.

An die erinnert sich heute aber nicht jeder gerne. Vokuhila-Frisuren (vorne kurz, hinten lang), weiße Tennissocken als Alltagsbekleidung und schmale Lederkrawatten lassen einen heute beim Betrachten alter Fotos verzweifeln. Wie gut, dass die Blues Brothers der Wayfarer von Ray-Ban neue Popularität verschafften, Inline-Skater die Rollschuhe und BMX-Fahrräder das Bonanzarad ablösten.

Sonst blieben uns aus dem Jahrzehnt nur die schönsten Automobilstudien - die besten finden Sie in der Bildergalerie.

Text: SH | Bildmaterial: Mazda