Die schönsten Studien der 2000er

Die schönsten Studien der 2000er

Zwischen Retrodesign und Carbon

Die Automobilindustrie steht vor einem riesigen Umbruch. Elektroautos, neue Materialien und die zunehmende Vernetzung stellen die Ingenieure vor große Aufgaben. Spannende Studien gab‘s en Masse.

Automobildesigner haben die Aufgabe jetzt schon zu wissen, was in ein paar Jahren in Mode sein wird. Sie sind dabei stark abhängig von grundsätzlichen Überlegungen zu einer Fahrzeuggattung oder der verwendeten Technik. Doch das wird immer komplizierter: Setzen sich Stadtwagen durch? Was ist überhaupt ein Stadtwagen?

Beispiel Smart: Dieser ist sicherlich auch in den engen japanischen Millionenmetropolen sinnvoll, wohingegen er auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Dallas, Texas etwas verloren aussieht.

 

 
 

Elektroautos eröffnen neue Möglichkeiten

Zudem stellen neue Antriebe die Designer vor neue Herausforderungen. Ein Kühler in der Fahrzeugfront ist bei Elektroautos nicht mehr zwingend notwendig, was zu völlig neue Wege in der Fahrzeuggestaltung eröffnet.

Doch es sind nicht nur Chancen, die zu großen Umbrüchen führen. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 hatten starke Auswirkungen auf den Automobilmarkt – durch die Unsicherheit brach der Autoabsatz erst einmal ein.

iPhone statt Auto

Auch ein weiterer Trend macht Grund zur Sorge und Studien wertvoller: Die Wichtigkeit des Autos an sich nimmt ab. Der Nachwuchs interessiert sich heute angeblich eher weniger für Autos. Die Wahl des angesagten Handymodells ist viel entscheidender als die der Automarke. Das sind Alarmzeichen, denn der Nachwuchs soll in zehn Jahren ja die Verkaufsräume der Hersteller ansteuern.

Autos müssen cooler werden

Autos müssen also wieder cool werden, zudem müssen sie sich mit ihrer Umwelt über das Internet vernetzen. Was heute auf dem Schulhof passiert, muss im Auto schon längst möglich sein. Folglich hat die multimediale Ausstattung eines Autos immer mehr Raum einzunehmen. In den Fokus rücken daher immer mehr die Innenräume der Studien.

Autos immer ähnlicher? Jein!

Sind durch neue Fertigungsmethoden und neue Autokonzepte die Freiräume der Designer gestiegen, gibt es auch einen einschränkenden Faktor. Zwar setzen die Gestalter zur Abgrenzung der eigenen Marke auf technisch überflüssige Elemente wie Lichtkanten oder Schwünge, doch müssen diese innerhalb einer Modellfamilie ähnlich sein.

„Familienähnlichkeit“ hat einen hohen Stellenwert und bedeutet, dass anhand bestimmter Merkmale ein Auto klar als Audi, BMW oder Mercedes erkennbar sein muss. Jede Studie von Audi muss daher beispielsweise den großen Kühlergrill („Singleframe“) aufweisen.

Autos sind teuer und „wertig“

Ein weiteres Merkmal der Autos ist natürlich ihr Preis. Ein Auto muss daher Wertigkeit ausstrahlen. Dem Käufer soll so eine Begründung für die Investition an die Hand gegeben werden, was sich beispielsweise in engen Spaltmaßen oder einem hochwertigen Innenraum niederschlägt.

Neue Bedienelemente

Hier kommen seit den 2000ern neue Bedienelemente wie Touchsreens oder das iDrive von BMW hinzu. Es reicht dabei nicht, dass man die Anfang der 90er in Mode gekommenen Songs deutscher Bands wie „Wir sind Helden“ oder „Silbermond“ im Auto spielen kann. Das muss per Facebook (Soziale Medien gewinnen in dieser Zeit stark an Aufmerksamkeit) auch gleich der Freundesschar mitgeteilt werden.

Im neuen Jahrzehnt wird es nach wie vor um den Klimawandel, um den Benzinverbrauch sowie um mobile Anwendungen gehen. Wie die Autodesigner darauf reagieren, sehen Sie in der Bildergalerie.

Text: SH | Bildmaterial: Rinspeed, Mazda