Nostalgie: Riley Elf MK III

Nostalgie: Riley Elf MK III

Stufenlösung

Der Riley Elf ist eines der ungewöhnlichsten Mini-Modelle in der Geschichte. Gut möglich, dass BMW diese Tradition in den nächsten Jahren wieder aufleben lässt.

20. Oktober 2012

Dieser Mini sieht aus wie ein Rolls-Royce - nur kleiner. Viel kleiner. Gerade einmal 3,30 Meter lang ist der Riley Elf ("Elfe"), die Stufenheckversion des Ur-Mini. In den 60er Jahren wurden von den Stufenheckversionen des Mini rund 30.000 Fahrzeuge gebaut und verkauft. Heute sind Riley Elf und Wolseley Hornet echte Raritäten. Unter 10.000 Euro geht auf dem dünnen Oldtimermarkt wenig.

Um als Edelvariante beim Kunden punkten zu können, wurde beim Riley deutlich mehr Chrom verbaut. Neben den größeren Stoßstangen gab es glänzenden Zierrat für Fensterrahmen, Leisten sowie die vorderen Lufteinlässe. Der Kunde konnte ebenso wie beim Mini das Dach in Kontrastlackierung ordern.

Noch opulenter wirkt der Innenraum des Elf. Mussten die frühen Modelle der Baureihen MK I und MK II noch mit Stoff- oder Teilledersitzen Vorlieb nehmen, so gab es beim Riley Elf MK III unter anderem Edelholz-Armaturenbrett, Lederstühle, Langfloorteppiche sowie Schaltknauf und Lenkrad mit Chrom und Holz.

 

 
 

Drei Generationen

Der Riley Elf unterschied sich in seinen drei von 1961 bis 1969 gebauten Varianten MK I, II und III nicht nur durch den aufgesetzten Kofferraum von den normalen Mini-Versionen, die in den 60er Jahren immer zahlreicher wurden.

Markantestes Merkmal war der steil im Fahrtwind stehende Kühlergrill, der dem Kleinstwagen mehr als nur einen Hauch Rolls-Royce-Charme einhauchte. Unter dem Strich war der Riley Elf knapp 22 Zentimeter länger als der Mini. Vorderwagen, Fahrgastzelle und Innenraum waren komplett identisch.

Müde Motoren

Die Hubraumerweiterung des MK II auf 998 ccm sorgte für einen Leistungszuwachs von 34 auf 38 PS und 71 Nm Drehmoment. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 123 km/h lässt sich jedoch auch mit dem identisch motorisierten Riley Elf MK III kaum erreichen. Immerhin wiegt des Riley Elf MK III mit seinem Hydrolastic-Fahrwerk des Mini leer rund 650 Kilogramm.

Der kleine Vierzylinder schnurrt Mini-typisch vor sich hin. Kritischer als die mäßige Motorleistung sind hingegen die Bremsen, die bei allen Modellen zu klein dimensioniert waren.

Startpreis unter 700 Pfund

Hatte das Basismodell des Riley Elf zu Produktionsbeginn im Herbst 1961 noch knapp 700 britische Pfund gekostet, so stieg der Preis im Laufe der Jahre über die 1.000er-Marke. Auch ein Grund dafür, weshalb die Anfang 1963 eingeführte MK II-Generation mit knapp 18.000 verkauften Modellen zum Bestseller avancierte. Die spätere Topversion MK III konnte in einer nahezu identisch langen Bauzeit von 1966 bis 1969 nur rund halb so oft verkauft werden.

Noch heute sind die letzten Baujahre mit innenliegenden Türscharnieren, Druckgriffen, herunterkurbelbaren Fenstern und weiteren Verbesserungen die beliebtesten Modelle des Inselexoten. Wer ein gutes Exemplar will, muss lange suchen.

Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff