Grüner Himmel

Die vierte Eifel Classic

Grüner Himmel

Die Eifel Classic zeigt, dass die Region rund um den Nürburgring mehr zu bieten hat als die grüne Hölle.

14. Juni 2012

Die Eifel zeigte sich zum ersten Mal ganz britisch. 60 Jahre Thronjubiläum der Queen - kein Wunder, dass zahlreiche Fahrzeuge im Starterfeld der 4. Eifel Classic aus dem Fuhrpark der Windsors stammten. So pilotierte Schauspieler Jürgen Vogel mit Hightech-Rallyeausstattung den grünen Jaguar XJ-SC Targa, mit dem einst Lady Diana ihre beiden Söhne William und Harry zur Schule fuhr. "Ist schon ein Ding, dass Lady Di den Wagen früher gefahren hat. Gibt einem gleich etwas Königliches", so der rallyeerfahrene Jürgen Vogel mit einem breiten Lächeln.

Queen Mum liebte es zu Lebzeiten durchaus dynamisch. Der dunkelrote Zwölfzylinder mit langem Radstand, dunkler Heckscheibe und hellgrauem Lederinterieur kam 1973 in den königlich britischen Fuhrpark und war dort fast 20 Jahre das Lieblingsauto der Königin Mutter.

Deutlich rustikaler präsentiert sich da der Range Rover 300 tdi von Prinz Charles. Ebenso wie seine Mutter Queen Elisabeth konnte sich der Königssohn noch nie für edle Ledersitze erwärmen. Kein Wunder, dass sein dunkelgrüner Range Rover mit gerade einmal 46.000 Meilen auf dem Tacho über eine Komplettausstattung verfügt, jedoch mit schnöden Velourssitzen ausgestattet ist.

 

Intermeccanica Indra

Einen Sportwagenexoten wie den Intermeccanica Indra bekommt man nicht alle Tage vor die Linse. Besitzer Robert Hehn hat jahrelang nach dem ungewöhnlichen Sportler auf Basis des Opel Diplomat Ausschau gehalten - und ihn schließlich gefunden.

Sein offener Zweisitzer war im Feld der 120 Starter ebenso ein Geheimtipp wie der Lancia Flaminia GT von 1961 oder der Autobianchi A112 Abarth von Ute Goeser und Norbert Stecher aus dem Jahre 1984. Grandios der elegante Jaguar XK 120 in klassischem schwarz oder der sich diesmal viel zu früh verabschiedende BMW 3.0 CSL.

Ab zum Ring

Abgesehen von den großen Rennveranstaltungen, die rund um die historische Nürburg über das ganze Jahr stattfinden, hat sich die Eifel Classic innerhalb von wenigen Jahren zu einer der anspruchsvollsten Oldtimerrallyes gemausert. Die kurvig-schönen Strecken in der hügeligen Eifel sind ebenso einzigartig wie ungezählt. Kleine verwundene Hohlstraßen, sattgrüne Alleen und dazu der unvergleichliche Charme des Nürburgrings - deshalb kommen die Teilnehmer zur Eifel Classic.

Auch weil die Klassikrallye sich selbst treu bleibt und nicht versucht, den historischen Charakter durch fadenscheinige Elektroklassen zu verwässern.

Der Sieger fährt ein Soda

Weniger Aufsehen erregend als vielmehr hausbacken präsentierte sich im dreitägigen Rennverlauf das Siegerauto von Wolfgang Stracke und Fabian Mohr. Der 185 PS starke Mercedes 280 CE der beiden sah nicht nur schnell aus - er ließ der Konkurrenz auf der Eifel Classic kaum eine Chance und gewann deutlich vor dem lässigeren Doppelpack aus Jürgen Jost und Jürgen Möller auf einem exzellent vorbereiteten Alfa Romeo GTV 1750 und der tschechischen Paarung Petr Fiala und Sohn Thomas auf einem Austin Healey 100 /4 von 1956.

Sieger Wolfgang Stracke über seinen 280er: "Ich dachte, so langsam bin ich in einem Alter, dass ich mich in so ein Sofa reinsetze." Jürgen Jost und Jürgen Möller freuten sich über Platz zwei mehr als über jeden Sieg: "Diesmal haben wir es eben mit einem Alfa versucht. Besonders die Rennstrecken-Etappen liegen uns", so Jürgen Jost, "wir kennen uns nun schon seit 35 Jahren."

Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff