Gegen den Winterblues am Steuer

So bereiten Sie sich und ihr Auto vor

Das Anti-Winter-Programm

Niemand mag ihn: Ganze sechs Prozent der Deutschen wählen den Winter als beliebteste Jahreszeit. Das liegt zwar über der Fünfprozenthürde, verschafft ihm aber nur den letzten Platz. Besonders lästig sind Kälte, Matsch und Dunkelheit für Autofahrer. Was Sie jetzt für ihr Auto tun müssen und für sich tun können, verraten unsere Tipps.

14. November 2012

Es sieht nicht gut aus, für den Winter. Neben seiner allgemeinen Unbeliebtheit gibt es auch noch handfestere Gründe, die den Winter als des Autofahrers unbeliebteste Jahreszeit festschreiben. Statistisch gesehen ist die Gefahr, in einen Unfall verwickelt zu werden, etwa viermal so hoch wie im Sommer.

Was also tun? Das Auto optimal vorbereiten, schon klar. Doch auch sich selbst kann man eine Reihe guter Dinge tun.

 

 
 

 

Musik und Magnesium

So empfiehlt die Lebens- und Ernährungsberaterin Doris Franke aus Berlin eine ganze Reihe kleiner Nettigkeiten, mit denen man sich das Leben bei Kälte, Dunkelheit und Stau angenehmer gestalten kann.

Schon kleine Dinge wie das hemmungslose Abspielen der CD mit den „Besten Sommerhits“ im Auto schaffe eine ganz andere Stimmung. Kid Rocks „All Summer Long“ statt Bach-Kantaten also.

Auch die frühe Dunkelheit lässt sich zwar nicht verhindern, aber ein Nahrungsergänzungsprodukt mit mindestens 300 mg Magnesium, Vitamin B 12 und Vitamin D könne Wunder bewirken. Dies bekämpfe unter anderem die Müdigkeit der Augen.

Trinken wird noch wichtiger

Doris Franke weiter: „Gerade in der kalten Jahreszeit sollte der Fahrer auf seine Ernährung achten, denn auch dadurch verbessert sich seine Aufmerksamkeit im Straßenverkehr erheblich. Meine Empfehlung für den Winter: nur einmal am Tag Brot, Kartoffeln, Reis, Pizza oder Nudeln essen, täglich mindestens 2 Liter Wasser trinken und idealer Weise leckere Suppen mit viel Gemüse und Chili oder anderen scharfen Gewürzen, um den Stoffwechsel anzuregen".

Derart mental und körperlich bestens vorbereitet, kann man sich dem vierrädrigen Partner auf der Straße widmen. Wichtig dabei: Nehmen Sie sich Zeit. Sie werden wahrscheinlich einige Stunden über den gesamten Winter im Auto im Stau stehen.

Da ist Eile fehl am Platz, und deshalb können Sie für den guten Durchblick auch gleich mal die Scheiben putzen. Nichts ist schon im Herbst gefährlicher, als wenn man im Zwielicht durch verschmutzte Scheiben nicht richtig sehen kann.

Jetzt Batterie checken

Von O bis O – so lautet die Faustformel für die Winterreifen. Von Oktober bis Ostern also, und falls Sie jetzt noch keine aufgezogen haben, wird es langsam eng. Denn klar ist: Falls die erste Schneeflocke in ihrer Heimat den Boden berührt, wird es auf absehbare Zeit keinen freien Termin in der Werkstatt geben.

Und noch jemandem könnten Sie vor Weihnachten schon mal etwas Gutes tun – durch vorbeugende Pflege entlasten: den Straßenwacht-Fahrern.

Regelmäßig sind der ADAC und die anderen Pannendienste beim ersten Frost an der Belastungsgrenze: Dann nämlich versagen die altersschwachen Batterien, die im Sommer gerade noch überlebt hatten. Also: Ein Batteriecheck in der Werkstatt ist zwingend und auch schnell gemacht.

Winter verlangt Geduld

Sitzen sie dann im überprüften Auto mit den passenden Winterreifen und es geht los, nehmen Sie sich eines: Zeit. Gerade am Beginn des Winters fehlt vielen Autofahrern noch die Übung, es wird alles viel länger dauern als gewohnt. In den sowieso schon überlasteten Großstädten geht dann tagelang kaum noch etwas.

Mehr Abstand, langsame Lenkbewegungen und Vorsicht bei schattigen Stellen, denn hier friert es am ehesten, lautet jetzt die Grundregel. Und nicht ärgern, auch wenn die Zeitung mit den großen Buchstaben so sicher wie das Amen in der Kirche mit dem ersten Verkehrschaos wieder diese Schlagzeile bringen wird: „Warum versagte die Stadtreinigung?“.

Sie versagt zumeist auch gar nicht: Aus Umweltschutzgründen darf die Stadtreinigung heute nicht mehr präventiv streuen. Und fallen Wintereinbruch und Berufsverkehr zusammen, stehen auch die Schneepflüge im Stau.

So oft wie möglich umsteigen

Apropos Stau: An einer vielbefahrenen Straße hängten erboste Anwohner mal ein Schild auf: „Ihr steht nicht im Stau, ihr seid der Stau“. Nie ist dieser Satz wahrer als im Winter. Deshalb: Wo immer möglich, könnten die öffentlichen Verkehrsmittel eine Alternative sein.

So wappnen Sie sich gegen den Winter – weitere Infos in der Bildergalerie.

Text: Portal-Manufaktur / Stephan Hellmund