Autowäsche im Winter

Autowäsche im Winter

Glänzend durch den Winter

Kälte, Salz und Schmutz zermürben Leitungen, Lack und Dichtungen. Zehn wertvolle Tipps für die Pflege bei Matsch und Frost.

14. November 2012

Der Winter beißt. Er nagt am Lack und kratzt mit frostigen Fingern an Gummi- und Metallteilen. Wenn es nass, kalt und salzig wird auf den Straßen, bekommen Autos und damit auch ihre Besitzer häufig Falten auf den Gesichtern.

Das muss natürlich nicht sein: Wer ordentlich vorsorgt, hat gute Chancen, ohne witterungsbedingte Schäden durch die kalte Jahreszeit zu kommen. mobile.de verrät, wie Sie Ihr Auto am besten schützen. Zehn Tipps gegen die Attacken von Väterchen Frost.

 

 
 

1. Gut gewaschen ist halb gewonnen

Eine regelmäßige Autowäsche, idealerweise alle ein bis zwei Wochen, ist essentiell. Lohnt eh nicht, weil das Auto sowieso gleich wieder schmutzig wird? Oh doch. Salz und Schmutz müssen runter, weil sie sonst Lack, Metall und Gummis angreifen. Wer weder Zeit noch Lust hat, per Hand zu waschen, was die gründlichste und schonendste Methode ist, fährt flugs in eine Autowaschanlage.

Knapp 16.000 gewerbliche Anlagen gibt es nach Angaben des Bundesverbands Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche in Deutschland. Der größte Teil davon (etwa 14.000) sind sogenannte Portalanlagen, die meist an Tankstellen angeschlossen sind und nur einen Waschbogen haben. Anders als in den rund 1.900 deutschen Waschstraßen, durch die das Auto auf Bändern durch mehrere Waschbögen hindurchgezogen wird, darf man während des Putzvorgangs in Portalanlagen nicht im Auto sitzen bleiben. Das bessere Waschergebnis gibt es meistens in Waschstraßen.

2. Die Wahl der richtigen Waschanlage

Ob eine Waschanlage etwas taugt, lässt sich meist erst nach mehreren Wäschen beurteilen. Einen ersten Hinweis auf die Qualität der Autodusche gibt die Preistafel: zu billig ist meist nichts; gute Anlagen haben leider ihren Preis.

Empfehlenswert ist auch ein Blick in die Waschanlage, bevor man hineinfährt. Wirkt die Anlage gepflegt, kann man davon ausgehen, dass auch die Waschelemente regelmäßig gereinigt werden. Das ist enorm wichtig, denn in ihnen verfangen sich Dreck und kleine Steine, die den Lack verkratzen können.

Wirkt die Anlage aber schmuddelig und ungepflegt, türmen sich gar Blätter und Zweige darin, sollte man lieber woanders hinfahren. Denn ein Lackschaden ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch teuer werden. Meistens muss der Autobesitzer den Schaden nämlich auf eigene Kosten reparieren lassen – nur wenn der Kratzer nachweislich in der Waschanlage entstanden ist und der Kunde sie richtig bedient hat, muss der Betreiber haften. Das zu beweisen, ist häufig unmöglich.

Anders verhält es sich mit abgerissenen Teilen wie Scheibenwischern, Antennen, Spiegeln oder Zierleisten und dadurch entstandenen Lackschäden am Fahrzeug: Klauseln, die eine Haftung der Betreiber dafür bislang häufig ausschlossen, sind laut Entscheidung des Bundesgerichtshofs nicht mehr zulässig.

3. Kratzbürsten vermeiden

Ältere Waschanlagen sind teils noch mit relativ harten Waschbürsten ausgestattet, die unter Umständen dem Lack schaden können; sie sind mittlerweile aber eher selten zu finden. Weiter verbreitet und deutlich schonender sind weiche, aufgeschäumte Materialien oder Textil-Lappen. Letztere sollte man sich genauer ansehen: Gerade in Stoffschrubbern verfangen sich leicht Dreck und kleine Steinchen. Und die tun der Autohaut gar nicht gut.

4. Gute Vorbereitung ist alles

Wählen Sie (im Winter) ein Programm mit Unterbodenwäsche und Konservierung. Bevor es in die Waschstraße geht, sollte das Auto unbedingt gründlich aber vorsichtig mit dem Dampfstrahler vorgereinigt werden, denn Dreckpartikel wirken wie ein Scheuermittel – ist das Auto stark verschmutzt, drohen Lackschäden.

Tipp: Am besten von oben nach unten abspritzen, dabei Radkästen, Zierleisten und Nummernschilder nicht vergessen. Grundsätzlich gilt: Nicht zu nah ans Auto gehen und nicht zu lange auf eine Stelle halten, sonst können Lack und Leisten einen mitkriegen („Rückschlag“ beim Loslassen des Dampfdruckhebels).

Wichtig: Nicht den Motorraum dampfstrahlen, der mag hohen Wasserdruck gar nicht.

5. Wind- und Wetter-Creme fürs Auto

Die richtigen Konservierungsmittelchen wirken auf dem Lack wie eine Wind-und-Wetter-Creme auf der Haut und sparen deshalb auf Dauer eine Menge Geld. Entsprechende Programme bietet nahezu jede Waschanlage an.

Hier gibt es allerdings gewaltige Unterschiede: Von Kalt-, Heiß- und Schaumwachs über Nano- oder Hochglanzversiegelung bis hin zur Schaumpolitur reicht die Palette. Wer hochwertigen Schutz auf dem Auto wünscht, muss dafür auch ein paar Euro auf die Theke legen – von nichts kommt nichts. Bundesweit bieten rund 1.000 Stationen Hochglanzversiegelung mit echtem Hartwachs an (z.B. Sonax Formel Plus).

Ob der Schutzfilm etwas taugt, erkennt man am Abperleffekt. Faustregel: Je schneller der Wasserfilm auf der Autooberfläche aufreißt und abperlt, desto besser ist die Konservierungswirkung, da Schmutz so kaum haften bleiben kann. Gute Produkte schützen den Lack über mehrere Wochen.

6. Selbst gemacht ist doch am besten

Wer Zeit (und Lust) hat, sollte das Konservierungsmittel am besten per Hand auftragen. Dann kommt man auch in Ecken und Bereiche, die in der Waschanlage nicht erreicht werden. Vor der Konservierung: Dreck weg. Schmutzrückstände können bei der Einarbeitung des Wachses den Lack verkratzen oder in die Konservierung eingeschlossen werden.

Ist das Auto blitzeblank und knochentrocken, kann es losgehen. Und zwar so: Mit einem Schwamm das Wachs gleichmäßig und sparsam auftragen, am besten abschnittsweise (Motorhaube, Türen, Kofferraum, Dach). Das Mittel nach Packungsangabe – nicht kürzer, nicht länger – trocknen lassen und danach mit einem weichen Tuch nachwischen. Bleiben trotzdem Schatten im Lack, kann mit Sprühwachs nachgearbeitet werden.

7. Keine Haushaltsreiniger verwenden

Meister Propper und Co. mögen Asse in Küche, Bad und Flur sein. Für die Säuberung des Autos sind die meisten Haushaltsreiniger aber nicht geeignet: Die aggressiven Inhaltsstoffe können Lack und Gummidichtungen angreifen. Darum immer spezielle Autoreinigungsmittel verwenden.

8. Geschützte Felgen bleiben schön

Blitzende Felgen sind nicht nur ein optisches Plus. Bremsstaub und Straßenschmutz schaden dem Metall und sollten deshalb regelmäßig entfernt werden, auch wenn das manchmal mühsam ist. Mit der richtigen Technik und den passenden Reinigern werden die Felgen aber schnell spiegelblank.

Den groben Schmutz, auch in den Radkästen, am besten mit einem Hochdruckreiniger entfernen. Ist der dickste Schmodder ab, Felgen mit einem säurefreien Felgenreiniger einsprühen; für Chromfelgen gibt es spezielle Mittel. Kurz einwirken lassen, mit einer Felgenbürste einmal in alle Ecken, abspülen, abtrocknen, fertig.

Damit die Felge optimal geschützt ist, sollte sie anschließend mit Hartwachs oder einem Nano-Produkt versiegelt werden. Einfach aufsprühen, ein bis zwei Minuten einwirken lassen, nachreiben. Und der Winter kann kommen.

9. Ätzende Flecken rasch beseitigen

Drauf geschissen? Vogelkot auf dem Autolack ist eine ätzende Angelegenheit, und das nicht nur optisch: Wird er nicht rasch entfernt, schädigen die Flattermax-Exkremente den Lack. Am besten lässt sich bereits getrockneter Vogelmist entfernen, wird er zuvor mit einem Stück feuchter Küchenrolle oder Zeitungspapier eingeweicht. Dann mit viel warmem Wasser abspülen und mit einem weichen Tuch nachreiben. Auf keinen Fall versuchen, den Dreck abzukratzen! Das Gleiche gilt auch für Baumharz und Insekten.

10. Immer geschmeidig bleiben

Damit die Dichtungen an Türen und Kofferraum ihren Namen verdienen, müssen sie gepflegt werden. Andernfalls wird das Gummi spröde und die Dichtung undicht. Wenn es blöd läuft, frieren dann im Winter die Türen zu, weil sich in und an den feinen Rissen Wasser und Dreck sammelt.

Vorbeugen ist nicht nur einfach, sondern auch kostengünstig. Für wenige Euro gibt es im Fachhandel spezielle Pflegeprodukte, die schnell aufgetragen werden können. Hände weg von Vaseline: Sie dringt tief ins Gummi ein und schadet häufig mehr, als dass sie nützt!

Text: ms/fayvels büro