Herbst-Pflegetipps

Herbst-Pflegetipps

Schmutzfrei durch den Herbst

Die sauberen Zeiten sind vorbei. Jetzt heißt es für Autofahrer wieder: Jede Fahrt macht schmutzig. So machen Sie das Beste draus.

Die ersten Herbststürme legen Deutschland lahm. Waagerecht peitscht der Wind Regen und Blätter über Straßen und Gehwege. Diabolisch tanzt das Laub auf dem Asphalt. Nach jeder kleinen Tour schreien Autos lauter: „Wasch mich!“.

Herbstzeit ist Schmuddelzeit. Mit ein paar einfachen Tricks und ein bisschen Pflegeaufwand hält sich das Schmodder-Drama aber in Grenzen. Hier unsere fünf goldenen Saubermann-Regeln für einen güldenen Auto-Herbst.

 

 
 

1. Regelmäßig waschen

Runter mit dem Schmutz, am besten per Hand. Das klingt banal, sollte aber regelmäßig und vor allem sorgsam erledigt werden. Einfach mal eben in die Waschanlage auf der Tanke? Das ist bequem, aber nur die halbe Miete, wie jüngst ein großangelegter Test des ADAC gezeigt hat.

150 Anlagen bundesweit standen auf dem Prüfstand. Ergebnis: „Waschstraßen erledigen ihre Arbeit deutlich zuverlässiger und besser als simple Portalanlagen, wie sie in der Regel an Tankstellen im Einsatz sind“, sagt ADAC-Fahrzeugtechniker Carsten Graf. Alle Portalanlagen hätten im Test bei starken Verschmutzungen Schwächen gezeigt.

Simpler Grund: die fehlende manuelle Vorwäsche. Bei Waschstraßen sei die Vorwäsche "per Hand" hingegen mit dabei. Außerdem benötigten Waschstraßen mehr Know How - also qualifiziertes Personal - beim Betrieb. Dies bringe im Ergebnis mehr Qualität, so der ADAC.

2. Lack versiegeln

Die beste Wäsche nützt nichts, wenn der Lack stumpf ist. Also tiefenreinigen und konservieren (siehe Bildergalerie), damit das Wasser vernünftig abperlt und Schmutz sich gar nicht erst richtig festsetzen kann.

Neueste Produkte wie „Sonax Xtreme Protect + Shine“ erzielen diesen Effekt jetzt über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten; zwei Mal im Jahr reicht also vollkommen. Die Anwendung ist kinderleicht: auftragen per Schwamm, auspolieren per Mikrofaserstuch (liegt beides bei) – fertig. Ausreden zählen also nicht.

Möglich wird die extreme Langzeitwirkung laut Sonax durch das Zusammenwirken spezieller anorganischer und organischer Komponenten, die sich zu einem standfesten und witterungsbeständigen Netz verknüpfen. Das werte den Lack auf und bilde einen besonders widerstandsfähigen Schutzschild.

3. Wischwasser checken

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber Deutschlands Autofahrer sind Pflegemuffel (durchschnittlich sechs Wäschen im Jahr), darum kann man es gar nicht oft genug sagen. Im Herbst und auch im Winter sollte beim Tanken grundsätzlich das Wischwasser kontrolliert werden.

Genug drin? Muss Klarsichtmittel nachgefüllt werden? Stimmt die Frostschutztemperatur? Konzentrat oder Fertigmischungen gibt es an jeder Tankstelle und im Fachhandel.

4. Scheiben reinigen

Oh ja, daran führt kein Weg vorbei. Verdreckte Scheiben erhöhen die Blendwirkung der Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge enorm. Wer keinen Blindflug riskieren will, greift regelmäßig zum Glasreiniger – und stellt die Lüftung nicht dauerhaft auf „Windschutzscheibe“ ein. Das püstert nur unnötig feinen Staub drauf.

Regelmäßiges Beschlagen der Scheiben kann ein Indiz für Feuchtigkeit im Auto sein. Einfach mal unter die Fußmatten schauen und den Bodenbelag abtasten, ob sich irgendwo Wasser gesammelt hat. Wenn ja, so weit es geht trocknen und gut lüften.

Wer immer den Durchblick behalten will, sollte seine Windschutzscheibe (bzw. alle Scheiben) auch von außen regelmäßig säubern. Selbst die letzten Schmutzpartikel runter bekommt man mit „Clay“, einer speziellen Knetmasse zum Beseitigen von hartnäckigen Verunreinigungen.

Profi-Autoaufbereiter nutzen Clay „eigentlich“ für den Lack, aber auf Glas funktioniert das Wunderzeug auch ganz hervorragend – ausreichend Scheibenreiniger vorausgesetzt. Und wo wir schon bei Glas sind: Scheinwerfer und Heckleuchten nicht vergessen! Die verdrecken im Herbst und Winter besonders schnell.

5. Bremsstaub beseitigen

Räder wollen gepflegt werden, auch wenn im Herbst und Winter vielleicht nur Stahl- statt Leichtmetallfelgen aufgezogen sind. Hartnäckigen Bremsstaub beseitigt man am besten mit einem säurefreien Felgenreiniger. Großflächig einsprühen, kurz einwirken lassen, möglichst mit einer Felgenbürste einmal in alle Ecken, gut abspülen oder -sprühen, fertig.

Anschließend geht es zum Vollbad in die Waschanlage. Gute Konservierung versprechen laut Tests in Autofachblättern Anlagen mit „Sonax Formel +“. Diese spezielle Aktiv-Hartwachspflege soll sechs Mal länger halten als herkömmliches Wachs – ohne Nachpolieren per Hand.

Wobei: Schaden kann das nie, denn Autopflege ist gesundheitsfördernd. Forscher des Karolinska Universitäts-Krankenhauses in Stockholm haben 4.232 Probanden im Alter von 60 Jahren plus über einen Zeitraum von mehr als 12 Jahren beobachtet und festgestellt: Schon leichte Alltagstätigkeiten wie Autopflege können das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten deutlich reduzieren.

So gesehen profitieren Auto und Fahrer davon. Weitere Tipps in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt | Bildmaterial: Fotolia.com - Ints