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Service: Reifen prüfen und lagern

Jetzt geht’s rund

Nur vier etwa handtellergroße Flächen verbinden das Auto mit der Fahrbahn – die Reifen mit ihrer jeweiligen Aufstandsfläche. Jetzt ist die Zeit, sie zu checken.

Würde man die gesamte Lauffläche eines PKW-Reifens abrollen, hätte die Gummibahn etwa zwei Meter Länge. Doch es ist immer nur jeweils ein kleiner Teil dieser Fläche auf der Fahrbahn, und diese muss alle Belastungen durch Kurvenkräfte oder beim Beschleunigen wie Bremsen übertragen. Klar, dass dies eine große Aufgabe ist.

Kurz vor dem empfohlenen, österlichen Wechseltermin von Winter- auf Sommerreifen sollte man sich die Reifen genauer anschauen. Noch ist Zeit, auf etwaige Beschädigungen der eingelagerten Reifen zu reagieren.

Ist der Reifen zu alt?

Reifen sollten unabhängig von ihrer Profiltiefe nicht älter als fünf bis sechs Jahre sein. Andernfalls verhärten sich die Gummis, und die Haftung nimmt ab. Wie alt der Reifen wirklich ist, verrät die DOT-Nummer. Sie steht auf jedem Reifen und ist immer vierstellig. Die ersten beiden Ziffern geben dabei die Produktionswoche, die beiden letzten das Produktionsjahr an. Die DOT-Nummer „0708“ gibt also die Information, dass der Reifen in der 7. Kalenderwoche 2008 gefertigt wurde.

Ein Euro misst die Profiltiefe

Zum Messen der Profiltiefe des Reifens gibt es spezielle Profiltiefenmesser. Man kommt aber auch ohne diese aus. 1,6 Millimeter schreibt der Gesetzgeber vor, aber alle Verbände oder der ADAC raten zum Wechsel spätestens bei drei bis vier Millimetern. Fällt das Profil darunter, steigt die Aquaplaning-Gefahr. Eine Ein-Euro-Münze hat einen goldenen Rand, der drei Millimeter breit ist. Dieser goldenen Rand sollte also mindestens im Profil verschwinden.

Dellen oder Beulen im Reifen können auf einen harten Bordsteinkontakt hinweisen. Die Beulen und Dellen entstehen, wenn die aus Stahlgewebe bestehende Karkasse des Reifens beschädigt ist. Hier hilft nur ein Austausch. Das gilt auch für Risse im Reifen. Ein Nagel in der Lauffläche hingegen muss nicht zwangsläufig zum Neukauf führen. Hier können Reifenbetriebe die Stelle reparieren.

Der Reifen „erzählt“ etwas übers Fahrwerk

Ist der Reifen ungleichmäßig abgefahren, hat das erst mal wenig mit dem Reifen an sich zu tun. Wellenförmige Abnutzungen deuten auf verschlissene Stoßdämpfer hin. Ist der Reifen schräg abgefahren, muss das Fahrwerk neu vermessen werden. Ist der Reifen an den Außenseiten stärker als innen abgefahren, wurde er zu lange mit geringem Luftdruck gefahren. Umgekehrt, also mit höherem Verschleiß in der Mitte, war der Luftdruck zu hoch.

Wer auf Kompletträder – also Reifen plus Felgen – setzt, muss mindestens vier Reifen lagern. Das kann der Reifenhändler übernehmen, aber man kann sie kostengünstig auch selbst lagern. Drei Stichworte gelten bei der Lagerung: kühl, trocken und dunkel sollten sie es bei Nichtbenutzung haben. Kompletträder müssen übereinander gestapelt werden, hier helfen auch „Reifenbäume“. Sollen Reifen ohne Felgen eingelagert werden, müssen diese stehen. Alle paar Wochen sollte man sie etwas drehen, so dass nicht immer die gleiche Stelle belastet wird.

Laufrichtung markieren

Den Luftdruck im Reifen sollte man vor der Lagerung um etwa 0,5 Bar über die Herstellerangabe erhöhen, empfiehlt der ADAC. Auch wenn der Reifen nicht belastet wird, verliert er während der Lagerung Luft.

Um die Reifen beim Wechsel wieder an die richtige Stelle zu montieren, sollten sie beispielsweise mit Wachsmalstiften markiert werden. Da kann ein „HL“ für „Hinten links“ stehen. Das ist wichtig, weil die Laufrichtung der Reifen nicht geändert werden sollte. Also keinesfalls über Kreuz montieren. Weiter muss mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufgeräumt werden: Die besseren Reifen gehören nur dann auf die Antriebsachse, wenn diese hinten ist.

Also gehören auch bei Frontantriebsfahrzeugen die besseren Reifen nach hinten. Das hat einen ganz einfachen Grund: Die hinteren Räder sind hauptverantwortlich für die Spurtreue eines Fahrzeugs. Aus Sicherheitsgründen sollte dies das Wichtigste sein.

Text: SH | Bildmaterial: Sonax