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Service: Pflege Cabrioverdeck

Die richtige Pflege fürs Verdeck

Cabrios sind eine wundervolle Erfindung – aber leider ist ein Ersatz für das Verdeck ziemlich teuer. Wie man noch jahrelang Freude am Dach hat, lesen Sie hier.

Wer als Cabriofahrer kein Hardtop benutzt, dem steht nach dem Winter etwas Arbeit ins Haus. Die Mühe lohnt sich: Alleine der Wechsel des Dachbezuges kann beim Sattler schnell 1.000 Euro kosten. Doch auch Hardtops sind nicht immer die beste Wahl. Voraussetzung dafür, dass ein Hardtop das Verdeck aus Stoff oder Kunststoff perfekt schützt, ist die einwandfreie Dichtung zwischen Verdeckklappe und -kasten.

Schon ein winziger Spalt genügt, und es dringt Feuchtigkeit in den Verdeckkasten und damit in das eng zusammengefaltete Stoffdach. Passiert dies, erlebt man im Frühling eine unangenehme Überraschung. Spakig und verschimmelt hat das Dach mehrere Monate ohne ausreichende Lüftung im Kasten verbracht.

Keine Kunststoffbürsten fürs Verdeck

In diesem Fall sollte man auf das Hardtop lieber verzichten. Einen möglichst großen Bogen sollte man als Cabriofahrer auch um die älteren Waschstraßen mit Kunststoffbürsten machen. Sie verkratzen die Heckscheibe, wenn diese aus Kunststoff ist. Wesentlich wichtiger jedoch ist, dass diese Waschanlagen oftmals mit einem hohen Bürstendruck arbeiten.

Darunter leidet das Gestänge, vor allem bei viersitzigen Cabrios, bei denen das Verdeck einen großen Innenraum überspannen muss.
Dem Dach eines Cabrios setzt in der Winterzeit nicht nur das Salz zu, sondern auch der aggressivere Straßenschmutz. Deshalb so oft wie möglich eine Waschstraße aufzusuchen ist keine gute Idee: Die Reinigungsmittel der Waschstraße greifen die Imprägnierung des Daches an.

Nicht zu häufig waschen

Imprägnierung des Cabrioverdecks (Sonax)Was also kann man tun? Zuerst: Wenn möglich, sollten Sie im Winter auf häufige Besuche in der Waschstraße verzichten. Zumindest hin und wieder sollten Sie ihr Cabrio per Hand waschen. Das Dach wird dabei einfach nur mit klarem Wasser abgespült, keinesfalls jedoch mit normalem Autoshampoo gewaschen.
Ist das Dach verschmutzt, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Der Dampfstrahler zählt jedoch nicht dazu: Sein scharfer Strahl beschädigt das Dach. Oft reicht es, wenn das trockene Dach mit einer normalen und weichen Bürste abgebürstet wird. Das ist ein Vorgang, der auch ohne sichtbare Verschmutzung allen Dächern gut tut. Denn jedes Mal, wenn das Dach betätigt wird, reiben sich die feinen Sand- oder Staubkörner an der textilen Oberfläche des Daches und beschädigen es so auf Dauer.

Ist das Dach stark verschmutzt, sollte man es mit klarem Wasser einweichen und dann einen Spezialreiniger einsetzen, den es im Fachhandel zu kaufen gibt. Die Einwirkzeit sollte man nicht überschreiten und das Dach danach mit sehr viel klarem Wasser gut abspülen. Das gilt im Prinzip auch für Verdecke aus Kunststoff, nur der Reiniger ist ein Anderer.

Nur trockene Cabriodächer öffnen

Keinesfalls sollte man das Dach jetzt aufklappen. Nur knochentrockene Dächer dürfen geöffnet werden, sonst steigt sofort die Schimmel-Gefahr. Ist das Dach gereinigt und trocken, sollte man es mit einem Imprägnierspray für Cabriodächer behandeln.

Neben der Pflege der Dachhaut kann der Cabriobesitzer noch einiges mehr tun. Gerade nach dem Winter sind die Dichtungen für Kunststoffpflegemittel dankbar. Ebenso kann man das Gestänge an den Gelenken auf ausreichende Schmierung überprüfen. Lässt sich das Dach nach Monaten nur schwer öffen, sollte man es keinesfalls mit Gewalt, sondern mit einem Rostlöser an den Gelenken probieren.

Kunststoffscheiben kann man oft retten

Moderne Cabrios haben meist eine Heckscheibe aus Glas. Kunststoffscheiben sind wesentlich anfälliger: Beim Zurückklappen des Daches sollte man ein altes Handtuch auf die Stellen legen, wo sich die Kunststoffscheibe übereinander legt. Sonst reiben die Kunststoffflächen beim Fahren ständig aneinander und verkratzen.

Doch irgendwann ist es auch bei einer noch so guten Kunststoffheckscheibe soweit. Feine Schlieren und Risse behindern die Durchsicht. Sind richtige Knicke oder milchige Stellen zu sehen, hilft nur noch der Austausch. Doch das muss nicht immer sein: Es gibt spezielle Polituren für die Scheiben, die bei normalen Kratzern sehr gute Ergebnisse bringen.

Text: SH