Vor- und Nachteile der Autofinanzierung

Drum prüfe, wer sich länger bindet

Ein neues Auto macht nicht nur Spaß, sondern kann auch helfen, Kosten zu sparen. Darum ist die Finanzierung eines Autos häufig auch wirtschaftlich sinnvoll. Vor unangenehmen Überraschungen ist geschützt, wer sich vorher umfassend informiert.

Weg mit dem alten Hobel, her mit dem flotten Neuwagen: Vieles spricht dafür, die aktuellen günstigen Angebote, einschließlich der Abwrackprämie, zu nutzen, um jetzt ein neues Auto zu kaufen. Und wenn das Geld auf dem Konto nicht reicht – oder für andere Zwecke bestimmt ist – können die vielfältigen Finanzierungsangebote genutzt werden. Doch der Autokauf auf Pump birgt auch Risiken. mobile.de gibt einen Überblick darüber, was bei einer Finanzierung beachtet werden muss, damit der Spaß anhält.

Die Vorteile:

Kraftstoffkosten sparen 
Keine Frage – in den letzten Jahren gab es riesige Fortschritte bei der Antriebstechnologie. Selbst ausgewachsene Mittelklassewagen wie zum Beispiel die neue Mercedes E-Klasse lassen sich mit ihren starken, aber hocheffizienten Dieselmotoren im Alltagsbetrieb mit unter sieben Litern bewegen. Im Vergleich zu einem zehn Jahre alten Benziner, der locker zehn Liter oder mehr schluckte, lässt sich bei 20.000 Kilometern im Jahr leicht ein Tausender sparen.

Reparaturkosten sparen
Neue Autos gehen viel seltener kaputt – und wenn, schützt in den ersten Jahren die Werksgarantie. Je älter ein Gebrauchter dagegen ist, desto wahrscheinlicher werden teure Reparaturen oder Wartungen fällig. So schreiben beispielsweise die meisten Hersteller nach fünf Jahren den Tausch des Zahnriemens zum Antrieb der Nockenwellen vor – was je nach Modell schnell ein paar Hunderter kostet.

Steuern sparen 
Kein großer Posten, aber immerhin: Neue Autos sind im ersten Jahr von der Kfz-Steuer befreit, besonders umweltfreundliche Modelle (Abgase nach Euro-5- oder -6-Norm) sogar für zwei Jahre. Bei einem hubraumstarken Auto, etwa einem großen Geländewagen, lassen sich auch hier ein paar Hunderter sparen. Und wer sein Auto beruflich nutzt, kann die Kosten von der Steuer absetzen – wie übrigens auch die Kosten für die Finanzierung.

Besser fahren 
Mehr Platz, mehr Leistung, mehr Sicherheit, mehr Spaß, mehr Komfort, mehr Prestige, mehr Zuverlässigkeit: Das alles sind Argumente bei der Wahl des neuen Wagens. Welcher dieser Vorteile am wichtigsten ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Diese Punkte sollten Sie beachten:

Kreditkosten
Darlehen gibt es nicht umsonst. Werden beispielsweise 20.000 Euro zu (günstigen) fünf Prozent finanziert, kostet das im Jahr 1.000 Euro. 

Restwert 
Beim Leasing wird zu Beginn ein Restwert vereinbart, der unter anderem von der Laufzeit und der Kilometerleistung abhängt. Wird die Gesamtfahrstrecke überschritten, wird es teuer. Je weitere 1000 Kilometer können dann leicht 100 Euro fällig werden. Oft wird bei Leasingverträgen auch übersehen, dass am Ende des Vertrages nicht nur das Auto weg ist, sondern auch die geleistete Anzahlung (Leasing-Sonderzahlung).

Flexibilität 
Drum prüfe, wer sich länger bindet: Der frühzeitige Ausstieg aus einem Leasingvertrag kann sehr teuer werden. Auch der Verkauf eines mit einem Kredit finanzierten Autos ist nicht einfach. Denn das Darlehen läuft über eine feste Laufzeit, eine frühere Tilgung ist in der Regel nur gegen eine Gebühr möglich.

Versicherungszwang 
Wer einen billigen Gebrauchten fährt, kann das Risiko eines eigenen Unfalls selbst tragen. Anders bei der Finanzierung: Der Kreditgeber besteht auf einer Vollkasko-Versicherung. Das kann richtig ins Geld gehen: Je nach dem eigenen Schadensfreiheitsrabatt und der Typklasse des neuen Autos kommt hier ein Betrag zwischen 1.000 und 10.000 Euro pro Jahr zusammen.

Mischnutzung 
Wird das neue Auto nur teilweise geschäftlich gefahren, besteuert das Finanzamt den Privatanteil mit einem Prozent des Listenpreises pro Monat. Das neue Auto kostet daher in der Regel selbst dann mehr als der bisherige Gebrauchte, wenn die gleiche Fahrzeugklasse gewählt wird. Denn die Autopreise sind in den letzten Jahren gestiegen.

Wertverlust 
Ob aus eigener Tasche bezahlt oder finanziert – das teuerste am neuen Auto ist der Wertverlust: Gut die Hälfte des Neupreises ist nach drei Jahren weg. Auch das sollte man beim Neuwagenkauf immer im Kopf haben.

Restschuld 
Wer ein Darlehen hat, sollte dies auch tilgen – zumindest teilweise. Über drei Jahre kostet das beim Beispiel von 20.000 Euro immerhin 555 Euro im Monat. Wird das neue Auto zu wesentlichen Teilen finanziert, aber nicht ausreichend getilgt, droht eine andere Gefahr: Der Restwert des Autos ist beim Verkauf kleiner als die Schulden.