Fahrzeug-Finanzierung

Was lohnt sich wann?

Frei nach Karl Valentin: Autofahren macht Spaß, kostet aber Geld. Meistens sogar viel Geld. Finanzierung und Leasing eröffnen in diesem Fall Spielräume. mobile.de erklärt die Details.

Frei nach Karl Valentin: Autofahren macht Spaß, kostet aber Geld. Meistens sogar viel Geld. Finanzierung und Leasing eröffnen in diesem Fall Spielräume.

Was ist was?

  • Finanzierung: Sie finanzieren Ihr zukünftiges Auto mit Ratenzahlungen. Meist ist eine Anzahlung von 10 – 20 Prozent des Kaufpreises fällig, und nach einer vereinbarten Zahl von monatlichen Raten gehört das Auto Ihnen. Eine Variante davon ist die
  • Schlussratenfinanzierung, die ähnliche Bedingungen bietet. Der Unterschied besteht darin, dass niedrigere Raten fällig werden, dafür aber eine hohe Schlussrate (ca. 25 - 50 Prozent) zu bezahlen ist. Das ist aber nicht die einzige Option: Es ist (meistens) ebenfalls möglich, eine Anschlussfinanzierung auszuhandeln oder das Auto wieder an den Händler zurückzugeben.
  • Leasing: Leasingangebote gibt es fast ausschließlich für Neuwagen oder sehr junge Gebrauchtwagen (Jahreswagen oder Vorführwagen). Das Prinzip funktioniert im Grunde wie die Schlussratenfinanzierung, denn meist hat der Kunde auch beim Leasing die Möglichkeit, nach der Vertragslaufzeit das Fahrzeug zu übernehmen (allerdings besteht keine verbindliche Option). Leasing ist besonders für Geschäftsfahrzeuge interessant; für Privatleute ist eine Finanzierung meist günstiger.

Vor- und Nachteile einer Finanzierung

Der Vorteil aller Finanzierungsangebote besteht darin, dass Sie sich ein Auto leisten können, ohne gleich die gesamte Summe aufbringen zu müssen. Sie können also zukünftige Einnahmen bereits heute investieren, und die vorhandenen Ersparnisse (auch) für andere Anschaffungen verwenden.

Der Nachteil besteht in der höheren Gesamtsumme, die Sie letztendlich aufbringen müssen: Neben dem ursprünglichen Kaufpreis müssen Sie auch Zinsen für den Kredit bezahlen, umso mehr, je länger die Finanzierung läuft. Außerdem erhalten Sie keine (oder nur geringe) Nachlässe, da ein solcher Ratenkauf für den Händler einen gewissen Aufwand (Eigenbeteiligung, Abwicklung) bedeutet.

Die größten Rabatte sind natürlich bei der Barzahlung des gesamten Kaufpreises möglich. Daher sollten Sie sich ausrechnen: Ist es günstiger, die niedrigen (im Vergleich zu einem normalen Bankkredit) Zinsen für das Finanzierungsangebot des Händlers (oder des Herstellers) zu zahlen, oder nehmen Sie einen Kredit bei Ihrer Hausbank auf, woraufhin Ihnen Ihr Händler einen Barzahler-Rabatt einräumt.

Risiken

Denken Sie auch an den Ernstfall: Es ist möglich, dass die Finanzierung Ihres Autos durch unvorhersehbare Ereignisse über den Haufen geworfen wird. Auch wenn es nicht sehr angenehm ist: Sie können nicht ausschließen, dass Sie arbeitslos werden, einen Unfall haben oder erkranken. In solchen Fällen kann es sein, dass Sie nicht mehr in der Lage sind, die geforderten Raten zu bezahlen.

Damit Sie bei solchen finanziellen Engpässen das Auto nicht abgeben müssen, gibt es verschiedene Versicherungen, mit denen Sie sich und Ihre Familie gegen bestimmte Unglücksfälle absichern können:

  • Eine Restschuldversicherung kommt für die Ratenzahlung auf, wenn dies durch die Folgen von Krankheit, Unfall oder Tod nicht mehr möglich ist.
  • Mit einer Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherung können Sie ebenfalls das Risiko Berufsunfähigkeit oder Tod des Kreditnehmers absichern.
  • Bei einem Unfall mit Totalschaden zahlt die Kaskoversicherung nur den Zeitwert des Autos; diese Finanzierungslücke können Sie durch eine Differenz-Kaskoversicherung abdecken.
  • Keine Absicherung allerdings gibt es gegen das Risiko, dass Sie sich bei der Finanzierung übernehmen. Überlegen Sie sich also gründlich, was Sie sich leisten können und wollen.

Tipps

Die derzeitige Angebotsvielfalt zeigt sich in den unterschiedlichsten Kreditvarianten, mit zum Teil extrem niedrigen Zinssätzen. Es ist daher unerlässlich, dass Sie verschiedene Angebote durchrechnen, denn nur so können Sie das für Sie passende Produkt herausfinden.

Lassen Sie sich nicht durch besonders niedrige Raten verleiten; auch in einem solchen Fall muss der Gesamtpreis bezahlt werden – und je niedriger die monatliche Rate, desto langfristiger die finanzielle Belastung, und das bedeutet: desto höher die letztendlich zu zahlende Gesamtsumme!

  • Als Faustregel gilt: Der Preis des Autos sollte nicht mehr als sechs Nettogehälter betragen. Und kalkulieren Sie nie mehr als ein Sechstel Ihres Nettomonatgehalts für die Ratenzahlungen ein. Das bedeutet, dass die Belastung durch den Finanzierungs- oder Leasingvertrag nicht länger als 36 Monate dauern sollte. Angebote über 48, 60 oder noch mehr Monate haben zur Folge, dass der Zinsanteil an der Gesamtsumme unverhältnismäßig hoch ausfällt. Je kürzer die Laufzeit, desto billiger der Kredit.
  • Sie sollten mindestens 20 bis 30 Prozent der Kaufsumme angespart haben und als Anzahlung verwenden oder als Sicherheit zinsgünstig anlegen. Setzten Sie die zu erwartenden Raten nicht zu niedrig an, nur damit Sie sich ein teureres Auto leisten können. Wenn Sie Ihr Einkommen auf Jahre hinaus verplanen, auf Urlaub und andere finanzielle Freiheiten verzichten, werden Sie nur halb soviel Spaß an Ihrem Auto haben.
  • Berücksichtigen Sie die laufenden Kosten: Steuer, Versicherung, Unterhalt sowie ein gewisses Polster für Reparaturen. Sie können ggf. auch eine Garantieversicherung abschließen; aber auch dieser Posten will bezahlt werden.