Marktübersicht SUV

Marktübersicht SUV

Das Boom-Segment

Kernige Optik, hohe Sitzposition, sparsame Motoren: Kompakte SUV machen immer mehr Käufer an – in allen Preis- und Leistungsklassen.

7. November 2012

Der deutsche Automarkt schwächelt, europaweit brechen die Absatzzahlen teils dramatisch ein – nur eine Fahrzeugklasse lässt das alles kalt: die Geländewagen, inzwischen von fast allen SUV genannt.

In Deutschland haben sich die Verkaufszahlen und der Marktanteil der „Sports Utility Vehicles“ innerhalb der vergangenen fünf Jahre mehr als verdoppelt: 386.753 Geländewagen wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in den ersten zehn Monaten dieses Jahres erstmals zugelassen.

Das entspricht einem Marktanteil von derzeit 14,8 Prozent – und bedeutet auf einem insgesamt rückläufigen Markt (minus 1,6 Prozent von Januar bis Oktober 2012) ein SUV-Plus von 19,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Zum Vergleich: Von Januar bis Oktober 2007 wurden auf dem deutschen Markt gerade einmal 189.958 Geländewagen/SUV neu zugelassen, damals ein Marktanteil von 7,2 Prozent. In Europa insgesamt haben sich die SUV-Verkäufe in dieser Zeit sogar verdreifacht.

 

 
 

Größte Modellvielfalt aller Klassen

Weltweit kennt das Segment der geländegängigen SUV mehr oder weniger nur eine Richtung: steil bergauf. Das gilt besonders für Fahrzeuge der Kompaktklasse (C-Segment) und der Mittelklasse (D-Segment).

In Europa wachsen diese SUV-Kategorien auf Kosten der Fahrzeuge im höher positionierten E-Segment. Bestes Beispiel dafür ist der deutsche Markt: Von den zehn meistverkauften SUV stammte vor fünf Jahren noch jedes zweite aus dem E-Segment (Mercedes ML & Co.). Heute schafft es kein einziger „großer Geländewagen“ mehr in die Top 10.

In Deutschland rangieren SUV mittlerweile auf Platz drei der Zulassungsstatistik. Die Kompaktwagenklasse, seit Jahrzehnten angeführt vom VW Golf, verkauft sich noch besser (Marktanteil aktuell 23,8 Prozent). Die Modellvielfalt steht dabei in keinem Verhältnis: Auf 40 Kompaktmodelle kommen fast 70 verschiedene beim KBA gelistete Geländewagen – das sind mehr Fahrzeugtypen als in den drei Segmenten Mittelklasse, Obere Mittelklasse und Oberklasse zusammen.

Vier Neueinsteiger in einem Jahr

Volkswagen stellt auch im Geländewagen-Segment die Nummer eins: Der Golf-Ableger Tiguan startete 2007 – und führt seitdem die Verkaufscharts an. 46.936 Einheiten brachte VW in den ersten zehn Monaten dieses Jahres hierzulande unters Autofahrervolk. Das sind 21,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – und beschert dem VW Tiguan einen Marktanteil von 12,1 Prozent.

Auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand der ebenfalls mit Zwei- oder Vierradantrieb bestellbare Nissan Qashqai (25.363 Einheiten, Marktanteil 6,6 Prozent) – vor BMW X1 (21.895, 5,7%), BMW X3 (21.685, 5,6%) und Audi Q3 (21.087, 5,5%). Platz sechs sichert sich der Skoda Yeti (18.926, 4,9%). Dahinter: Ford Kuga (18.550, 4,8%), Dacia Duster (16.577, 4,3%), Hyundai ix35 (15.978, 4,1%) und Mercedes-Benz GLK (15.306, 4,0%).

Fünf Modelle sind in diesem Jahr bislang neu hinzugekommen: Mazda CX-5, Subaru XV, Peugeot 4008, Honda CR-V und Opel Mokka. Der kleine Rüsselsheimer tritt als „Subkompakt-SUV“ gegen den Nissan Juke an. Weitere kleine Kracher werden folgen. Appetizer sind die bereits als Concept Cars präsentierten Peugeot 2008 und VW Taigun.

Hyundai und Honda auf Premiumkurs

Klar auf Premiumkurs steuert Hyundai, mittlerweile die Nummer fünf der Automobilhersteller. Anfang 2013 bringen die Koreaner den neuen Santa Fe. Die dritte Generation des „Sportroaders“ ist deutlich wertiger als die Vorgänger und in allen Belangen größer als der erfolgreiche Tucson-Nachfolger ix35.

In Sachen Design und Ausstattung rückt der Santa Fe den teuren deutschen Kompakt-SUV wie BMW X3 und Audi Q5 mächtig auf die Pelle – für deutlich kleineres Geld. Bei 29.900 Euro (2.4 GDI, 192 PS) geht es los – sieben Airbags und Audiosystem mit Rückfahrkamera inklusive. Der drehmomentstarke Selbstzünder 2.0 CRDi (150 PS) startet bei 32.920 Euro.

Wer statt der Basisversion „Trend“ die zweite Ausstattungslinie „Style“ ordert (nur Dieselmotoren mit 150 bzw. 197 PS, ab 36.600 Euro), bekommt zusätzlich Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, Ledervollausstattung und 2-Zonen-Klimaautomatik. „Premium“-Käufer (ab 42.380 Euro) haben schon ab Werk Navigationssystem, Spurhalteassistent und elektrische Parkbremse an Bord.

Ausstattung wie die ganz Großen

Auch Honda setzt auf die „Demokratisierung“ der Assistenzsysteme, wie es im Marketing-Sprech so schön heißt. Alles drin oder bestellbar, was einst den großen Jungs aus dem E-Segment vorbehalten war (gegen ordentlich Aufschläge) – diese Marschrichtung gilt auch für die vierte Generation des CR-V.

Aktives Kurvenlicht (ACL), adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC), Rückfahrkamera – all das gibt es für den Honda und ist je nach Ausstattungsniveau im „Comfortable Runabout Vehicle“, das am 3. November 2012 europaweit zu den Händlern kam, bereits serienmäßig.

Im 4,53 Meter langen CR-V arbeitet in unseren Breitengraden ein 150 PS starker 2.2 i-DTEC (ab 22.990 Euro). In den USA und Japan ist der CR-V als Vierzylinder-Benziner 2.4 i-VTEC mit 185 PS am Start. Für Europa wird es einen Zwei-Liter-Ottomotor geben.

Das serienmäßige ECO-Assist-System stachelt den Spar-Ehrgeiz des Fahrers mit einer farbigen Umgebungsbeleuchtung für den Tacho an. Bei umweltschonender Fahrweise leuchtet sie grün. Wer die 350 Nm des Selbstzünders permanent ausreizt und auf den letzten Drücker bremst, sieht blau.

Mehr über die Bestseller, Underdogs und neuen Alleskönner des Boom-Segments SUV in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt