Themen-Spezial Familienautos

Kleine Fluchten

Je größer die mobile Hütte, desto mehr Platz bietet sie. Aber desto schwieriger zu manövrieren wird das Wohnmobil. Daher entscheiden sich viele Reisende für die goldene Mitte.

Das Angebot an Reisemobilen scheint undurchschaubar. Auf dem deutschen Markt bieten über 100 Hersteller und Importeure rund 600 verschiedene Modelle an. Die Preise beginnen bei rund 20.000 Euro für einen ausgebauten Stadtlieferwagen wie den Renault Kangoo und hören bei einer Million nicht auf.

Aber nicht nur der Geldbeutel bestimmt die Kaufentscheidung. Ebenso wichtig ist der Verwendungszweck des Reisemobils. Brauche ich es nur für den Urlaub? Wohin fahre ich? Wer fährt eventuell noch mit? Was soll alles transportiert werden? Dagegen steht das, was bauartbedingt bei Reisemobilen möglich ist. Die „eierlegende Wollmilchsau“ gibt es auch hier nicht. Das Reisemobil ist immer ein Kompromiss zwischen Größe, Wohnkomfort und finanziellen Möglichkeiten.

Urlaub und Alltag: Wohnmobile als Alleskönner

Für die meisten Familien ist damit eine wichtige Vorentscheidung gefallen: Für einen Camper, der nur im Urlaub genützt wird, reicht das Geld einfach nicht. Sondern das Freizeitmobil muss auch als Zweitwagen für den täglichen Einsatz geeignet sein. Das heißt: Von den Abmessungen her muss er in normale Parklücken und idealerweise auch in Garagen und Parkhäuser passen. Dann hat der Camper auch die nötige Handlichkeit im Stadtverkehr und ist flott und komfortabel genug für die Autobahn. Mit anderen Worten: Er basiert mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Transporter von Volkswagen.

Wobei eine oft als spießig verschriene Alternative nicht verschwiegen sein soll: Der Wohnwagen. Er bietet für ein Drittel der Kosten auf gleicher Fläche erheblich mehr Platz als jedes Wohnmobil, weil keine Antriebstechnik untergebracht werden muss. Nicht in Gebrauch, kostet er keinen Unterhalt. Und am Urlaubsziel bietet der Wohnwagen große Flexibilität, denn es muss nicht gepackt werden, wenn die Familie vom Campingplatz an den Strand, zu einem Restaurant oder einer kulturellen Besichtigung fahren will. Doch auch die Nachteile der Wohnung am Haken sind klar: Auf der Autobahn sind Tempo 80 auf der rechten Spur das Maximale, enge Stadtgässchen können zum Alptraum werden, Stellplätze finden sich fast nur auf Campingplätzen und außerhalb der Reisezeit muss der Wohnwagen auch irgendwo untergebracht werden.

Campingbus California Dreaming

Also zurück zum Campingbus von VW. Der heißt California, und es gibt ihn seit über 20 Jahren in einer Reihe von Varianten: Mit kurzem oder langem Fahrgestell, mit Aufstell- oder Hochdach, unterschiedlichen Ausstattungen, einer fast unüberschaubaren Reihe von Sondermodellen und mit Diesel- oder Benzinmotor. Entsprechend umfasst ist das Angebot gebrauchter VW California: Allein auf mobile.de finden sich zu jeder Zeit rund 500 Gebrauchte zwischen 5.000 und 90.000 Euro.

Kleiner Bruder Beach kommt

Beispielhaft für die Vielfalt steht die dritte California-Generation auf Basis des VW Transporters T5. Sie debütierte 2003 auf dem Caravan Salon. Die Möbel sind aus Aluminiumplatten mit Wellenkern gefertigt. Das Aufstelldach besteht gleichfalls aus Aluminium und öffnet elektrohydraulisch auf Knopfdruck. Dort gibt es ein Hochbett mit einem Lattenrost. Seit 2006 ist der California auch mit festem Hochdach erhältlich. Darüber hinaus präsentiert sich die Designstudie „NoLimit“ ganz in weiß. Serienstart des „NoLimit“ ist in leicht abgewandelter Form kurz vor dem Caravan-Salon 2007. Nur 222 der durchnummerierten und umfangreich ausgestatteten Fahrzeuge gehen an den Mann oder die Frau.

Im gleichen Jahr bekommt der California einen puristischen Bruder zur Seite gestellt: den „Beach“. Rechts im Fond steht die zum Bett aufklappbare Zweiersitzbank. Links daneben befindet sich zur Verbreiterung des Bettes ein Staukasten. Für die Länge der Liegefläche sorgt eine gepolsterte Kofferraumabdeckung.

Ein bisschen Luxus

Aktuell nach dem Facelift gibt es zwei Versionen des VW Campers: Der California Beach für Einsteiger ist ein robustes Reisemobil mit variablem Innenraum, das Outdoor-Sportlern optimale Möglichkeiten bietet. Luxus bietet der California Comfortline mit vier Schlafplätzen und einer hochwertigen Ausstattung: Im elektrohydraulischen Aufstelldach bietet er eine zusätzliche Liegefläche mit Lattenrost, er hat eine Küchenzeile mit Koch-/Spülkombination und Kompressorkühlbox und serienmäßig die Klimaanlage Climatic.

Technisch bieten beide Varianten PKW-Niveau. Dazu gehören neue leistungsstarke Common-Rail-TDI-Motoren, das innovative 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG), das auch in Verbindung mit dem Allradantrieb 4MOTION erhältlich ist, sowie eine Reihe von Fahrerassistenzsystemen: Abbiegelicht für die Ausleuchtung von Kurven, Side Assist für sicheren Spurwechsel, Rear Assist für sicheres Rückwärtsfahren mit Kamera und einfacheres Rückwärtseinparken, Überwachung des Reifendrucks mit einer Reifenkontrollanzeige.