Cabrio-Pflege

Die Stunde der Putzteufel

Waschanlagen sind tabu, Handarbeit ist gefragt: Cabrios danken ihren Besitzern für ein bisschen Mühe mit einem makellosen Auftritt. Mit den folgenden Tipps macht der Frühjahrsputz sogar richtig Spaß.

Cabrio-Dächer aus Stoff sind empfindlich und benötigen daher besonders intensive Pflege. Das Dach muss sich bei jeder Witterung widerstandslos öffnen und schließen lassen, auch bei hohem Wind- und Wasserdruck dicht sein und gegen Geräusche und Kälte isolieren. Zudem muss es beständig sein gegen UV-Licht, Temperaturschwankungen, Streusalz, Split, Steinschlag und Shampoo. Und es soll überdies gut aussehen.

Damit das Cabrio-Dach die versprochenen zehn bis 15 Jahre hält, braucht es Hilfe. Hier die wichtigsten Tipps:

Vor dem Parken nachdenken

Wer unter blühenden Lindenbäumen parkt, ist selber schuld. Ideal ist natürlich eine Garage oder ein Carport. Dort ist das Dach vor Witterung und Sonnenstrahlen geschützt. Aber auch in abgeschlossenen Garagen sollte das Dach nicht den ganzen Winter über offen gelassen werden. Die Dachbespannung kann sich dann zusammenziehen und im Frühjahr beim Schließen reißen.

Drei Jahre Dauerregen als Strafe für den Besuch von Waschstraßen

Auch wenn moderne Cabriodächer einiges aushalten: In Waschstraßen haben Cabrios nichts verloren. Undichtigkeiten werden begünstigt, Plastikheckscheiben verkratzt.

Das beste Putzmittel ist Ellbogenschmalz

Dazu ein paar einfache Hilfsmittel: Ein Zehnerpack billiger Schwämme für 99 Cent aus dem Supermarkt. Damit geht alles: Vom Sauberrubbeln des Verdecks bis zum Auftragen der Imprägnierung. Für die kleinen Ecken taugt eine alte Zahnbürste.

Jetzt geht’s los

Die Reinigung des Daches beginnt mit der weichen Polsterdüse eines Staubsaugers. Von vorn nach hinten saugen und bürsten. Danach ein lauwarmes Shampoo-Wasser mit etwas höherer Konzentration ansetzen und mit dem Schwamm in Richtung der Gewebebahnen bürsten. Wenn sich hartnäckige Flecken festgesetzt haben, sollte man das Cabrio-Reinigungsmittel unverdünnt auftragen und es nach kurzer Einwirkzeit mit Wasser und Schwamm verreiben, um den Fleck anzulösen.

Liebe Dein Plastik wie dich selbst

Bei einem Kunststoffdach (aus PVC oder Vinyl) sieht die Reinigung etwas anders aus. In den Narben des Kunststoffmaterials ist der Schmutz häufig nur mit einem besonderen Kunststoffreiniger anzulösen. Die Wirkung kann mit einer harten Bürste verbessert werden.

Wir sind hier nicht beim Mexikaner

Scharfe Reinigungsmittel oder Verdünnungen sind in beiden Fällen absolut tabu, da das Verdeck hierfür sehr empfindlich ist. Auch bei Stoffverdecken auf die Kunststoffverträglichkeit der Mittel achten, denn auch Stoffdächer besitzen eine eingenähte PVC-Schicht. Wird sie zerstört, ist das Dach undicht. Vorsicht: Kunststoffscheiben werden von ungeeigneten Reinigern schnell milchig.

Der letzte Akt

Nach gründlicher Trocknung Imprägnier-Spray (aus dem Autozubehörhandel oder Baumarkt) nehmen. Im Spray enthalten sind auch Weichmacher, welche die Elastizität sichern, und UV-Schutz-Stoffe, die Ausbleichung und Verwitterung vorbeugen. Dem Verkratzen von Heckscheiben kann man übrigens vorbeugen, wenn man zusammen mit der Lackkonservierung auch die Heckscheibe mitwachst (kleinere Schlieren sollte man in Kauf nehmen). Bereits vorhandene Kratzer kann man mit Autopolitur oder speziellen Mitteln mildern.

Jetzt noch innen

Die Gelenke und Mechanik des Daches, soweit nicht verkleidet, müssen entsprechend den Herstellerangaben gepflegt werden. Ein bisschen Hartfett kann aber an den offenen Gelenken nicht schaden. Bei dieser Gelegenheit nach Scheuerstellen suchen, um anschließend gegebenenfalls durch Neujustierung weiteres Reiben und Abnutzen der betroffenen Stellen zu verhindern.

Noch ganz dicht?

Ob die Frontscheiben-Rahmen-Verriegelung fest genug eingestellt ist, lässt sich mit einem Blatt Papier – eingeklemmt zwischen Verdeck und Rahmen – überprüfen. Das Papier darf sich nicht leicht verschieben oder herausziehen lassen, ansonsten muss der Anpressdruck erhöht werden. Die Gummidichtungen pflegt man mindestens einmal im Jahr mit Hirschtalg, speziellem Gummipflegemittel oder einer glycerinhaltigen Handcreme.