mobile.de: Reisetipps Wohnmobil

Sicherheit bei Wohnmobilen

Achtung, Schwertransport!

Sicher ans Reiseziel: Wohnwagen und Reisemobile sind breit, schwer, langsam – wer damit unterwegs ist, muss sich vorsehen. mobile.de gibt Sicherheits-Tipps.

14. Juli 2010

Erster Ferientag, da haben Urlauber es verständlicherweise eilig: Spielt es eine Rolle, dass sie statt der gewohnten 1,2 Tonnen ihres Kleinwagens nun drei Tonnen und mehr unterm Hintern haben? Kommt's darauf an, dass sie statt der 20 Kilometer zum Büro nun 1500 Kilometer bis zum Campingplatz unterwegs sind? Ist ihnen klar, dass bergauf sogar das Überholen von Lastzügen zur unendlichen Prozedur wird?

Jedenfalls brechen Jahr für Jahr zu Beginn der Sommerferien Wohnmobil- und Wohnwagenfahrer auf, als ob sie nur kurz Brötchen holen wollten. mobile.de gibt Tipps, wie Sie sich auf die Expedition optimal vorbereiten – damit Sie sicher und entspannt in den Urlaub und auch wieder zurück kommen.

Bitte merken: Höhe, Breite, Länge

Das ist ja die Höhe: Bedenken Sie, dass Wohnwagen und vor allem Wohnmobile oben viel Platz brauchen!

  • Kennen Sie die Höhe Ihres Gefährts? Mit Alkoven-Beule kann das schon nah an die Drei-Meter-Grenze kommen. Messen Sie vorher nach – und kleben Sie sich einen Denk-Zettel mit der Höhe plus zehn Prozent Toleranz aufs Armaturenbrett. Das vermeidet unsanfte Rempler und hässliche Schäden in Tiefgaragen, Fähren, Brücken und Schranken. Auch ein Zollstock – noch eleganter: ein Infrarot-Abstandsmessgerät – sollte zur Hand sein. Das gilt vor allem für Mietfahrzeuge. Zudem kann die Höhe
  • Das gilt natürlich auch hinsichtlich der Breite. Gerade in den schönsten Altstädten oder im malerischsten Naturidyll können die Häuserwände oder Hecken plötzlich unangenehm nah kommen. Nichts ist peinlicher, als stecken zu bleiben. Abgesehen von den hässlichen Kratzern.
  • Kalkulieren Sie auch eventuelles Über-Maß mit ein: Zusätzliche Gepäckträger, Boxen, Satellitenschüsseln lassen das Wohnmobil wachsen, Fahrradträger oder Spezial-Rückspiegel machen es breiter.
  • Die Fahrzeuglänge sollten Sie vor allem im Kopf haben, wenn Sie in eine Sackgasse fahren: Ein enger Wendehammer kann schnell zur Falle werden. Und 400 Meter oder mehr rückwärts mit Anhänger oder unübersichtlichem Kastenaufbau fahren ist nicht Jedermanns Sache.
  • Beim Beladen sollten Sie wie bei einem Boot verfahren: Alles möglichst solide befestigen, schwere Gegenstände so tief und so nah an der Fahrzeugmitte bzw. Achse, wie es geht. Das stabilisiert den Caravan zusätzlich. Schränke müssen verriegelt, die Gasflasche zugedreht werden.

Fahrtrainings für Urlauber

Schleuder-Kurs: Wohnmobile und Caravans sind kein Gokart. Sie bieten dem Wind Angriffsfläche, sind tendenziell eher unter- als übermotorisiert, und ihr Bremsweg ist signifikant länger als beim Pkw – schließlich schieben von hinten einige Tonnen. Wer damit nicht rechnet, wird im Notfall zu spät und zu zögerlich auf die Bremse treten. Vor dem großen Urlaub sollten Sie also unbedingt üben.

Hierfür gibt es Kurse der Automobilclubs ADAC und AvD; auch einige Hersteller bieten Fahrsicherheitstrainings an. Beim ADAC dauert ein solches Wohnmobil-Sicherheitstraining acht Stunden. Geübt werden unter anderem Ausweichen vor einem Hindernis, Bremsen auf rutschigem Untergrund, Rangieren mit Einweiser und Kurvenfahr. Im Preis von 185 Euro ist das Übungs-Fahrzeug inklusive. Auch einige Wohnmobil-Hersteller wie Dethleffs, Bürstner, Eura Mobil, und andere bieten Trainings an, allerdings teilweise nur für Selbstfahrer mit eigenem Auto.

Fahrtipps für unterwegs

  • Während der Fahrt: Lastwagenfahrer sind bewundernswert, denn sie fahren 1000 Kilometer mit monotonen 95 km/h, immer geradeaus, ohne einzuschlafen. Sollten Sie ein Wohnmobil fahren, dass mehr als 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht auf die Waage bringt, können sie das nachempfinden – denn dann gelten die gleichen Bestimmungen: Lkw-Tempolimit auf Autobahnen, in vielen Ländern Lkw-Mautpflicht, verbreitet Durchfahrtsverbote, Strecken- und Brückensperrungen. Denken Sie also bei Langfahrten: Sie werden viel mehr Zeit benötigen als mit dem Pkw – und Sie sollten mindestens alle zwei Stunden ausgiebig Pause machen, weil Sie bei dem "Schneckentempo" viel schneller ermüden. Auch sind Sie an Lkw-Überholverbote gebunden; müssen also unter Umständen zig Kilometer hinter einen Lastzug hertrollen.
  • Am Ziel: Das Rückwärts-Rangieren mit einem schweren, unübersichtlichen Wohnmobil ist kompliziert, mit einem Gespann umso mehr. Sie sollten das unbedingt vorher üben. Wichtig: Eine zweite Person muss sich schräg hinter Ihnen aufstellen und Sie einweisen, sobald Sie losfahren. Die Seitenscheibe muss offen sein, damit Sie jede Anweisung Ihres Einweisers verstehen. Üben können Sie am Besten am Wochenende auf einem leeren Supermarkt-Parkplatz. Wenn Sie Miet-Wohnmobil oder -Wohnwagen erst am Urlaubsort übernehmen, können Sie zuvor ein Gespanntraining beim ADAC buchen.
  • Abstellen: Was für die Abmessungen gilt, spielt natürlich auch hinsichtlich der Tonnage eine wortwörtlich gewichtige Rolle. Prüfen Sie vor allem auf unbebautem Grund die Stabilität. 3,5 Tonnen und mehr schieben Sie nicht allein weg, wenn das Wohnmobil im Matsch oder Sand steckenbleibt. Und gerade auf einsamen Rastplätzen ist Hilfe weit weg.

Checkliste Caravan

Haken Sie vor jeder Wohnwagen-Tour penibel einen Zettel mit den folgenden Prüfpunkten ab:

  • Vor jedem Losfahren unbedingt die Funktion der Schlusslichter, Brems- und Blinklicht am Anhänger testen.
  • Versichern Sie sich dabei auch, dass der Stecker des Verbindungskabels fest in der Steckdose vom Zugfahrzeug steckt. Auch sollte das Kabel Spiel haben, damit es in Kurven nicht gespannt wird – zugleich darf es aber auch nicht durchhängen, da es sonst schleifen könnte.
  • Nehmen Sie die Angaben zur maximalen Stücklast Ihres Autos unbedingt Ernst: Wird diese wesentlich überschritten, kann das zu einem schweren Unfall führen, wenn durch die Hebelwirkung die Vorderräder des Zugfahrzeugs nicht mehr genügend Steuerwirkung haben.
  • Der Reifendruck muss bei jedem Fahrzeug, und daher natürlich auch bei Anhängern, gleichmäßig sein. Sind die Reifen älter als sechs Jahre, lassen Sie neue aufziehen.
Bildmaterial: CIVD