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Welche Wohnmobil-Modelle gibt es?

Alles im Kasten

Das motorisierte Zuhause gibt es schon ab 4,47 Meter: Eine neue Generation von sparsamen Mini-Wohnmobilen macht Urlaub auf Rädern auch für kleines Budget erschwinglich.

14. Juli 2010

Im Sommer bekommen die Häuser Räder: Zahlreiche Urlauber aus Deutschland und ganz Europa werden zu Nomaden und schlagen buchstäblich ihre Zelte mitten in der Natur auf. Und Tausende andere träumen davon, es ebenso zu tun. Fahr-Ferien im Caravan und speziell im Wohnmobil gehören zu den Urlaubsformen, die immer beliebter werden. Allein die Zahl der Campingplatz-Übernachtungen stieg 2009 hierzulande um rund neun Prozent auf 25 Millionen.

Die mobile Urlaubswelt ist bunt: Die Bandbreite reicht vom leichten Wohnwagen bis zur riesigen Villa auf Rädern. Nach Schätzungen des deutschen Caravan-Industrieverbandes (CIVD) gibt es in Deutschland rund 950.000 Wohnwagen sowie 440.000 Reisemobile – eine stattliche Flotte. Der Anteil der Selbstfahrer mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen wächst übrigens, derzeit sind es rund zehn Prozent.

Doch aller Anfang ist klein: Viel spricht für einen Kastenwagen. Der kostet weniger in der Anschaffung, im Unterhalt, im Spritverbrauch und ist schneller unterwegs. Auch versteckte Kosten wie Fährtarife, Maut, Stellplatz- und Parkgebühren sind um einiges günstiger. Darüberhinaus kann ein solcher Kompakt-Camper auch als Alltagsfahrzeug genutzt werden.

Urlaub für Einsteiger: Dacia Logan

Einsteigern wird der Zugang zum mobilen Urlaub leicht gemacht: Viele Hersteller bieten kostengünstige Basismodelle an, die wenig kosten, wenig verbrauchen und dank Kastenausbau auch als Alltagsauto taugen. Der wortwörtliche Einsteiger: Dacia bietet seit Anfang 2010 den "Young Activity Van" als Start in die Freiheit des mobilen Urlaubs an. "Deutschlands preiswertestes Reisemobil", wie die rumänische Renault-Tochter es anpreist, ist nur 4,47 Meter lang und 1,66 Meter hoch und passt damit in jede Tiefgarage. Wer den 80 Zentimeter hohen Dachaufbau ausfährt, hat an Bord Schlaf-Platz für zwei Erwachsene.

Der Preis für diese Dackelgarage ist in der Tat unschlagbar: ab 15.800 Euro soll der Camping-Dacia demnächst zu haben sein. Natürlich versteckt sich hinter dem Marketing-Coup kein anderer als der Logan MCV, Dacias erfolgreichstes Auto. Aufgemöbelt wurde er immerhin vom Wohnmobil-Profi Hymer. An Bord gibt es außerdem eine Kochgelegenheit und Wasseranschluss.

Kastenwagen mit Liegewiese

Eine Klasse größer sind die Kastenwagen, die in der Alltagsversion bei Familien mittlerweise populär sind: VW Caddy, Peugeot Partner und sein Schwestermodell Citroën Berlingo, Renault Kangoo oder Fiat Dobló gehören zu diesen beliebten Hochdach-Kombis, und Spezialfirmen statten sie mit dem dazugehörigen Camping-Interieur aus. Volkswagen bietet den Caddy als VW Caddy Tramper mit ausklappbarem Bett an, das mit 1,10 mal 2,00 Meter für zwei Erwachsene taugt.

Zur Ausrüstung gehören außerdem lichtundurchlässige Vorhänge, Stautaschen sowie ein Rollo am Heckfenster. Als Zubehör bietet VW Nutzfahrzeuge außerdem eine Kühlbox mit sieben Liter Fassungsvernögen sowie ein Vorzelt mit 4,5 Quadratmeter Grundfläche. Bei zusammen gefaltetem Bett ist der Caddy Tramper voll alltagstauglich. Die Preisliste beginnt bei 19.141,15 Euro für die Kurzversion; sie ist dann mit 1,4-Liter-Benziner mit 80 PS und Fünfgang-Schaltgetriebe ausgestattet. Den sparsamen 1,9 Liter großen TDI (Diesel) gibt es ab 20.735,75 Euro.

Klein, aber mein Heim

Was die Hersteller ab Werk anbieten, variieren und erweiteren kleinere Firmen wie C-Tech oder Terracamper: Den winzigen Kastenwagen Fiat Fiorino, nur 3,86 Meter lang, baut C-Tech so um, dass er sich "in drei Minuten zum Schlafmobil" verwandeln lässt. Dabei soll der Serienzustand unverändert bleiben, dass Auto bleibt also ein Pkw mit allen finanziellen Vor- und Nachteilen ... Die fünf Sitzplätze bleiben dabei ebenso erhalten wie die Fenster für eine gute Rundumsicht des Fahrers. Bei Bedarf werden die Rücksitze umgeklappt, dann kommt eine breite und immerhin 1,70 Meter lange Liegefläche zum Vorschein.

Das Ganze lässt sich auch zur Sitzgruppe mit Tisch arrangieren – dann wird der Fiorino (oder seine Schwestern Citroën Nemo oder Renault Bipper) zum Mini-Restaurant, denn auch ein Kocher ist an Bord. Das Fahrzeug inklusive komplettem Umbau kostet bei C-Tech ab 13.600 Euro, motorisiert mit einem 1,4 Liter großen Benziner mit 73 PS. Zum Vergleich: Fiat verlangt für den Kombi mit dem identischen Motor ab 11.300 Euro.

Bett und Küche gegen Aufpreis

Vom Einsteiger zum Aufsteiger: Eine Nummer größer als die Mini-Mobile sind Kastenwagen – außen fast vollkommen Serie, innen Platzausnutzung bis in die letzte Nische. Ein Neuzugang in dieser Economy-Klasse ist das Multimobil vom Traditionshersteller Westfalia, der Anfang des Jahres zahlungsunfähig wurde. Derzeit befindet sich das Unternehmen in der Sanierung und versucht, das Vertrauen der Kunden mit neuen Modellen zurückzugewinnen.

Die Serienfertigung des Multimobils, kürzlich auf der Urlaubsmesse CMT in Stuttgart präsentiert, steht nach Auskunft von Westfalia kurz bevor: Die Basisversion mit 90-PS-Diesel soll ab 28.990 Euro kosten – dann ist allerdings bis auf den nackten Kastenwagen, einen 5,13 Meter langen Fiat Scudo, nicht viel an Bord. Per Baukasten können Kunden sich ein Aufstelldachdach (3.990 Euro) mit Bett (690 Euro), kleiner Küche (Preis noch nicht bekannt), Kühlbox (394 Euro) und weitere Komfort-Accessoires dazuwählen.

Hymer Car 322 hat Stehhöhe

Die Anfänger werden umworben; denn die Klein-Camper von heute können die Wohnmobilisten der Zukunft werden. Beim renommierten Hersteller Hymer heißt das rollende Einstiegs-Angebot Hymer Car 302. Das Wohnmobil auf Basis des Fiat Ducato wurde auf dem Caravan-Salon Düsseldorf im Spätsommer 2009 vorgestellt und hat bereits die erste Trophäe eingeheimst: Die Leser der Fachzeitschrift haben das Auto mit 34 Prozent der Stimmen zum "Reisemobil des Jahres" in der Kategorie Kompakt-Campingbusse gewählt.

Das 4,99 Meter lange Auto mit 100 PS starkem Diesel enthält in der Grundausstattung für ab 27.990 Euro ebenfalls nicht viel mehr als den Rohbau. Ein Hubdach mit Bett kostet ab 6190 Euro zusätzlich, ein Küchen-Paket 1.990 Euro, das Elektro-Paket inklusive Servicebatterie wird mit 1.495 Euro extra berechnet. Wer gleich mehr Platz braucht, investiert 10.000 Euro mehr und erhält einen Meter mehr: Im Hymer Car 322 ist ebenfalls der 100-PS-Diesel eingebaut. Bemerkenswert: Die Stehhöhe beträgt 1,90 Meter – kleinere Wohnmobile sind erheblich niedriger. Als Grundausstattung enthält das Hymer Car 322 bereits Kocher, Boiler, einen 70 Liter großen Kühlschrank sowie drei Schlafplätze.

Neue Wohnmobile haben wie alle Neuwagen einen hohen Wertverlust. Wer weniger investieren will, kauft gebraucht. Allerdings sollten Sie bei gebrauchten Caravans und Reisemobilen wissen, wo die Macken stecken. Dabei helfen die Kauftipps von mobile.de.