Autokauf in Europa

Autokauf ohne Grenzen

Dank der EU ist ein Autokauf im europäischen Ausland heute simpel: Bei Neuwagen muss lediglich die deutsche Mehrwertsteuer beglichen werden. Bei Oldtimern ist der Import sogar noch einfacher.

12. Mai 2010

Wer sich einen Oldtimer zulegen möchte, trifft bei mobile.de immer häufiger auf interessante Offerten aus dem Ausland. Einerseits ist das Angebot bestimmter Typen dort viel größer als in Deutschland, andererseits ist auch der Zustand der Autos häufig besser. Klassiker, die immer nur der Sonne Südfrankreichs ausgesetzt waren, sind vom Blechzustand deutlich besser als deutsche Exemplare. Auch ist es eine Tatsache, dass in Skandinavien spürbar weniger Streusalz eingesetzt wurde und wird; so dass Korrosion viel weniger an alten Autos frisst als bei uns. Zudem ist das Preisniveau von Oldtimern in Deutschland hoch, in vielen Ländern werden die gesuchten Klassiker deutlich günstiger gehandelt. Dazu gehört zum Beispiel Skandinavien und durch den immer noch recht günstigen Kurs des britischen Pfunds zum Euro auch England. Allerdings werden dort die meisten Autos mit Rechtslenkung (rhd) angeboten – das sollte man bedenken. Auch die Scheinwerfer müssen für den Rechtsverkehr umgerüstet werden, und falls noch keine Warnblinkanlage existiert, ist sie ebenfalls nachzurüsten.

Ideal: Oldtimersuche beim Auslandsurlaub

Eine gute Möglichkeit der Autosuche ist, sie mit einem Urlaubsreise zu verbinden. So kann man schon im Vorfeld über das Internet in bestimmten Regionen suchen und dann eine Reiseroute von einem Besichtigungsort zum nächsten festlegen. Entspannter kann "Sightseeing" kaum sein. Außerdem ist die Enttäuschung während einer gemütlichen Tour nicht ganz so groß, wenn es mit dem Traumwagen aus dem Ausland auf Anhieb doch nicht klappt.

Der Kauf ist abgewickelt, aber wie kommt das Auto in die heimische Garage? Die sicherste Möglichkeit ist der Transport auf dem Trailer. Denn dann kann man keine Überraschung mit der Technik des noch unbekannten Klassikers erleben. Wichtig: Für die Fahrten ins Ausland benötigt man für den Anhänger einen grünen Versicherungsschein – darauf sollte man unbedingt bei der Anmietung eines Hängers hinweisen.

Für die Überführung sollten Sie einen Trailer nehmen

Wer mutiger ist, kann die Neuerwerbung auch auf eigener Achse überführen. Allerdings birgt diese Art des Transports viele Risiken. Funktioniert die Bremse zuverlässig, auch auf langen Strecken? Ist vielleicht der Kühler undicht oder streikt die Elektrik bei Regen? Diese Fragen beantwortet erst eine längere Fahrt. Und nicht wenige Selbstfahrer haben schon bei Wind und Wetter am Straßenrand auf den nächsten Abschlepper gewartet. Die erhoffte Ersparnis entpuppt sich so schnell als Trugschluss – von der verschenkten Zeit ganz zu schweigen. Zudem gibt es von Land zu Land unterschiedliche Regelungen, was die Geltung von Kurzzeit-Kennzeichen angeht. In der EU sollte es inzwischen keine Probleme mehr geben, da die deutschen Kurzzeit-Kennzeichen aufgrund einer EU-weiten Übereinkunft nun auch jenseits der Bundesgrenzen akzeptiert werden

Viele Neuwagen sind im Ausland günstiger

In vielen Ländern sind Neuwagen netto deutlich günstiger zu bekommen als in Deutschland, da die Mehrwertsteuer dort höher ist. Zusätzlich werden je nach Land teilweise noch Zulassungs- und Luxussteuern fällig. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen die Hersteller deshalb die Nettopreise senken. Verlässt der noch nicht zugelassene Neuwagen dieses Land (Export), dann fallen die hohen nationalen Abgaben nicht an. Bei der Anmeldung in Deutschland wird dann nur die heimische Mehrwertsteuer von 19 Prozent erhoben – wird das Auto allerdings aus Nicht-EU-Staaten eingeführt (auch die Schweiz gehört dazu), fällt noch die Zollabgabe von 10 Prozenmt an. Wichtig: Zu jedem Fahrzeug gehört die EU-weit gültige Typgenehmigung COC (Certificate of Conformity).

Bis zu 30 Prozent Preisersparnis beim Eigenimport

Generell günstig sind für Käufer aus Deutschland Dänemark, die Niederlande, Griechenland, Spanien, Portugal und Finnland. Die Preisersparnis kann je nach Modell und Land bis zu 30 Prozent und mehr betragen. Generell kann jeder bei einem ausländischen Händler ein Fahrzeug erwerben. Der Transport muss dann aber meist in Eigenregie erfolgen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, bei einem freien Importeur in Deutschland ein re-importiertes Auto zu kaufen. Im Internet lassen sich gut die Preise vergleichen. Gegen eine Überführungsgebühr kommt der Neuwagen direkt nach Hause.

Hohe Rabatte im Inland machen viele Import derzeit überflüssig

Momentan überbieten sich die Hersteller auf dem schwächelnden deutschen Automarkt gegenseitig mit immer neuen Rabattaktionen. Ein Blick auf mobile.de zeigt, dass deutsche Anbieter ihre Neuwagen inzwischen teilweise auf dem Niveau der Re-Importe anbieten. Hier lohnt sich auf jeden Fall ein Vergleich, da Kosten für Transport oder Überführung unter Umständen eingespart werden können. Unter dem Strich kommt somit ein Auto aus Deutschland manchmal sogar günstiger als ein Fahrzeug aus dem Ausland – zumindest, solange die Rabatte auch weiterhin so hoch bleiben.