VW Golf VI - Ford Focus, DA3 - Opel Astra J

VW Golf VI - Ford Focus, DA3 - Opel Astra J

Eins, zwei oder drei

Seit Jahren gibt es in der Kompaktklasse einen Dreikampf zwischen Volkswagen, Ford und Opel. Der neue Astra stellt sich den bekannten Bestsellern Golf und Focus. Wer hat wo die Nase vorn?

 

31. März 2012

Seit Jahr und Tag versucht Opel mit Kadett und Astra sowie Ford mit Focus und Escort dem übermächtigen VW Golf den ersten Platz in der deutschen Zulassungsstatistik abzujagen. Unzählige Versuche und bisher gab es zumindest in Deutschland nur ein Ergebnis: Der VW Golf sitzt auch in seiner sechsten Generation fester denn je auf dem Thron der Kompaktklasse und die alles andere als schwachen Konkurrenten schauen bei der Kundengunst in die Röhre. Auch den Angriff des neuen Astra scheint er mit einer lässigen Handbewegung abzuwehren.

Karosserie

Mit einer fünftürigen Limousine allein ist es heute längst nicht mehr getan. So bieten alle drei Konkurrenten Schräghecklimousinen mit drei und fünf Türen, sowie geräumige Kombiversionen an. Bei den Limousinen liegt das Laderaumvolumen bei allen drei Konkurrenten bei rund 350 Litern. Die Rückbänke können zur Vergrößerung des Gepäckraums umgeklappt werden. Das Platzangebot im Innern ist bei allen drei Herstellern auf ähnlich. Etwas mehr Raum bietet der um 20 Zentimeter längere Astra (4,42 Meter). Er ist zunächst nur als Fünftürer zu kaufen, wird wie sein Vorgänger später ebenfalls als dreitürige Coupéversion kommen, der ein Konkurrent zum VW Scirocco sein soll. Der wichtige Opel Astra Sports Tourer kommt erst Mitte 2010. Von Volkswagen gibt es neben Limousine und Variant mit dem Golf Plus noch eine eigenständige Hochdachversion.

Design

Das Design der drei Kompaktklassestars zeigt große Unterschiede. Während der Golf auch in seiner sechsten Generation gewohnt zeitgemäß, aber alles andere als innovativ oder gar mutig daherkommt, polarisieren die Konkurrenten deutlich mehr. Besonders der Ford Focus hebt sich mit seinem markigen Kinetic-Design deutlich von seiner Konkurrenz ab. Dynamische Front und das polarisierende Heck machen es ihm bei einigen Kunden schwer. Der neue Opel Astra fährt eine ähnliche Designlinie wie der im vergangenen Jahr erfolgreich vorgestellte Insignia, ist im direkten Vergleich zu seinen Konkurrenten mit 4,42 Metern jedoch rund 20 Zentimeter länger.

Motor / Getriebe

Das Motorenspektrum ist bei allen drei Konkurrenten ähnlich breit gefächert. Am unteren Ende stehen Vierzylinder-Benziner mit rund 80 PS, am oberen Ende Sportversionen mit deutlich mehr als 200 PS. Stärkstes Modell ist der Ford Focus RS mit seinem 305 PS starken Fünfzylinder-Triebwerk aus dem Hause Volvo. Der Focus ist das einzige Modell, das nicht mit einem Allradantrieb verfügbar ist. Beim VW Golf ist 4Motion schon seit Jahren in verschiedenen Modellvarianten zu bekommen. Beim neuen Astra kommt im kommenden Jahr ebenfalls eine überfällige 4x4-Variante. Die modernsten Benziner mit Direkteinspritzung und Turboaufladung bietet VW. Opel hinkt mit konventionellen Turbos leicht hinterher. In Sachen Benzintriebwerke sieht es bei Ford düster aus. Einziger Turbo ist der 305 PS starke Focus RS. Besonders beliebt sind in dieser Klasse die ebenso drehmomentstarken und verbrauchsarmen Diesel. Mittlerweile sind Golf, Astra und Focus hier sämtlich mit modernsten Commonrail-Dieseln unterwegs, die sich mit weniger als fünf Litern Diesel auf 100 Kilometer

Hier haben sich alle drei Vertreter in den letzten Generationen mächtig gemausert. Besonders ausgewogen und komfortabel sind die Abstimmungen von Opel Astra und VW Golf; eine Spur dynamischer ist man mit dem Ford Focus unterwegs. Auf nahezu identischem Niveau sind die Sicherheitsausstattungen der drei Konkurrenten. ABS, ESP und mindestens sechs Airbags bieten alle. Aktive Kopfstützen und Isofix-Kindersitzbefestigungen gibt es ebenfalls überall. Der Golf bietet mit dem Knie-Airbag einen Luftsack mehr und Tagfahrlicht machen Astra und Golf besonders sicher.

Die Frage, für welchen der drei man sich entscheidet, hängt insbesondere vom Preis ab. Als besonders günstiges oder gar billiges Modell kann sich keiner der drei ernsthaft in Szene setzten. Der neue Opel Astra startet als schwach ausgestattetes Basismodell 1.4 Selection für 15.900 Euro. Selbstverständlichkeiten wie eine manuelle Klimaautomatik und elektrische Fensterheber hinten müssen extra bezahlt werden. So sollte es mindestens der 19.900 Euro teure Astra 1.6 Edition oder der 110 PS starke Astra 1.7 CDTi Edition für 21.650 Euro sein. Der VW Golf bietet beim Basismodell 1.4 Trendline für 16.650 Euro ebenfalls keinerlei nennenswerten Komfort und mit 80 PS die trägste Version einen Bestseller zu fahren. Besser ist man mit dem mindestens 20.900 Euro teuren Golf 1.4 TSI Comfortline unterwegs. Wer sich für den sparsamem VW Golf 1.6 TDI mit 105 PS und Fünfgang-Getriebe entscheidet, muss mindestens 22.150 Euro zahlen. Die günstigste Möglichkeit einen Focus zu fahren, ist der Focus 1.4 Ambiente für 15.500 Euro. Doch real sollte es mindestens der 115 PS starke Focus 1.6 Ti-VCT sein, der als fünftürige Style-Version mindestens 19.500 Euro kostet. Der 109 PS starke Diesel kostet in der mittleren Ausstattungsvariante Style mindestens 20.250 Euro.

Kosten

Der neue Opel Astra rühmt sich damit, über eine besonders günstige Versicherungseinstufung zu verfügen. Damit stellt er Focus und Golf klar in den Schatten. Geht um den Benzinverbrauch liegen alle drei Konkurrenten ihren Motoren nach eng beieinander. Doch in Sachen Wiederverkauf führt am Golf kein Weg vorbei. Er ist seit vielen Jahren das wertstabilste Fahrzeug der Kompaktklasse. Daher tut man sich beim Wiederverkauf besonders leicht. Wer bei der Farbe keinen Fehler macht, den Wagen entsprechend gut ausstattet und ein volumenstarkes Diesel- oder Benzintriebwerk wählt, hat es bei allen drei Wettbewerbern leicht - beim Golf VI aber am leichtesten.

Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff / Stefan Zaumseil