VW Golf IV - Opel Astra G - Ford Focus, DAW

VW Golf IV - Opel Astra G - Ford Focus, DAW

Kampf der Kompakten

Nicht nur auf dem Neuwagenmarkt kämpfen Golf, Focus und Astra um Kunden.

22. Mai 2012

Gebrauchtwagenkäufer sind meist auf der Suche nach dem besten Preis-Leistungsverhältnis, wobei der Hauptschwerpunkt der Suche wohl eher auf dem Teil mit dem Preis liegt. Ob der Wagen nun blau oder gelb lackiert ist, dürfte dabei lediglich im Ruhrgebiet eine übergeordnete Rolle spielen. Viel mehr kommt es auf Zuverlässigkeit, fehlende Roststellen und eben den Preis an.

Kein Wunder, dass genau in diesem Käufersegment Fahrzeuge aus der Kompaktklasse bevorzugt gesucht werden. Vereinen sie doch Eigenschaften wie Großstadt- und Langstreckentauglichkeit, Raumangebot und Sparsamkeit unter einem Chassis.

Unter 5.000 Euro mit Lederausstattung

Der VW Golf ist, wie hätte es auch anders sein können, ein Dauerbrenner auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Für unter 5.000 Euro stehen sogar schon klimatisierte Golfs der vierten Generation mit Lederausstattung und einer neuen TÜV-Plakette zur Auswahl.

Zu dem um die Jahrtausendwende aktuellen Volkswagen gesellten sich damals der Ford Focus der ersten Generation und der Opel Astra G, seines Zeichens zweite Generation. Alle drei Fahrzeuge lagen in einem TÜV-Bericht in puncto fehlerfreies Bestehen der Hauptuntersuchung nach drei Jahren nahezu gleich auf. 80,4 Prozent waren es beim Golf, 79,3 Prozent beim Focus und 77,5 Prozent beim Astra.

Problemzonen

Typische Problemfälle sind beim Ford zum Beispiel der Handbremsen- und Bremsscheibenverschleiß, feuchte Zündkerzen, defekte Anlasser, Falzkorrosion an Türen und Klappen sowie defekte Dieselmotoren.

Der Golf fiel beim TÜV verstärkt durch eine defekte Auspuffanlage, Störungen der Zündelektronik, eine defekte Kraftstoffpumpe und vor allem eine defekte Fensterhebermechanik auf. Bei TDI-Motoren sollte zudem unbedingt auf rechtzeitige Zahnriemenwechsel geachtet werden.

Beim Opel zählen der Klimakompressor, ein gerissener Auspuffkrümmer und ein hoher Ölverbrauch beim Dieselmotor zu den Problemzonen.

Komfortable Fahreigenschaften

Doch neben diesen Problemen zeigten sich die gebrauchten Alleskönner auch von ihren guten Seiten. Der Ford Focus mit dem 1,4 Liter großen und 55 kW / 75 PS leistenden Benzinmotor überzeugt durch eine gute Verarbeitung, die Ford-typisch feinfühlige Lenkung und sportlich komfortable Fahreigenschaften.

Der Fahrersitz und das Lenkrad des Viertürers und Fünfsitzers sind verstellbar, die Instrumente gut ablesbar und die Beinauflagen ausreichend dimensioniert. Egal ob im Stadt- oder Überlandverkehr, der Focus beweist bei jedem Tempo einen guten Geradeauslauf und Spurtreue. In schnell gefahrenen Kurven neigt er leicht zum Untersteuern und sein Motorsound wirkt unaufdringlich, jedoch ein wenig zu laut.

Der 4,17 Meter lange und 1,70 Meter breite Kölner verfügt über ein Kofferraumvolumen von bis zu 695 Liter und verbraucht knapp sieben Liter im Schnitt. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 171 km/h und für den Sprint auf 100 km/h benötigt der 1.149 Kilogramm schwere Focus 15,1 Sekunden.

Wolfsburger Dauerbrenner

Mit ebenfalls 1,4 Litern Hubraum ausgestattet ist der VW Golf ein gern gesehenes Modell auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Die gute Verarbeitung, der überaus großzügige Platz in der ersten Sitzreihe und die sichere Straßenlage lassen den 55 kW / 75 PS starken Wolfsburger in einem guten Licht erstrahlen. 171 km/h und 14,0 Sekunden sind seine Top- beziehungsweise Sprintwerte.

Der Verbrauch der mit 1.090 Kubikzentimetern kleinsten Motorisierung der vierten Golf-Reihe liegt bei 6,6 Liter auf 100 Kilometern. Anders als bei Opel oder Ford konnten die Golffreunde Motoren mit bis zu 150 kW / 204 PS und Allradantrieb ordern. Der Verbrauch des Topmodells, dem V6 2.8 4motion, war jedoch fast doppelt so hoch wie der des 1.4ers.

Der kleine Fronttriebler untersteuert in Kurven leicht, wobei die Traktionskontrolle sich sehr positiv ins Fahrgeschehen einmischt. Ebenfalls einen festen Halt, allerdings im Innenraum, geben die straffen und guten Sitze. Anders als beim Ford ist der Motorenklang selbst bei hohen Geschwindigkeiten noch unauffällig und nicht störend.

Eine große Auswahl an Motoren zeigte 1999 auch das Rüsselsheimer Unternehmen. Der Kleinste im Bunde, der 1,2 Liter-Benziner brachte es ebenfalls auf 55 kW / 75 PS. Das Motorengeräusch des Vierzylindermotors machte dabei meist weniger unbekannte Geräusche als die Karosserie.

Klapper- und Scheppergeräusche waren an der Tagesordnung. Ob nun der Instrumententräger oder die Gepäckraumabdeckung, irgendwas war immer. Generell lässt sich über den Innenraum nicht so viel Gutes wie bei der Konkurrenz berichten, da die Sitze oft durchgesessen und die Plastikteile mit der Zeit recht unansehnlich geworden sind.

Bei den reinen technischen Daten sind diese Unzulänglichkeiten nicht finden. 170 km/h Spitze, 15,0 Sekunden auf Tempo 100 und ein Spritverbrauch von 6,2 Litern sind weder nach oben noch nach unten große Ausreißer im Vergleich.

Der 4,11 Meter lange und 1,71 Meter breite Astra G bringt 1.125 Kilogramm auf die Waage und kann bis zu 1.180 Liter Gepäck aufnehmen.

Text: Press-Inform / Marcel Sommer