Suzuki Swift, Typ MZ/EZ - Toyota Yaris, XP9

Suzuki Swift, Typ MZ/EZ - Toyota Yaris, XP9

Alltagsfreuden

Suzuki Swift und Toyota Yaris sind eher unauffällige Vertreter ihrer Art: Kleine Arbeitspferde, günstig im Unterhalt und problemlos im Alltag. Doch wer kann unterm Strich mehr überzeugen?

18. März 2012

3,70 Meter trifft 3,75 Meter: Suzuki Swift und Toyota Yaris trennen nur wenige Zentimeter, doch optisch liegen kleine Welten dazwischen. Der hochbeinige Swift ist wegen des bequemen Einstiegs nicht zuletzt bei Senioren beliebt. Der Yaris ist eher der klassische Minitransporter für alleinerziehende Mütter. Beide genießen zudem den Ruf japanischer Zuverlässigkeit. Sie sind zudem wahlweise mit drei oder fünf Türen zu bekommen.

Der Yaris hat mehr Kofferraum

Der hohe Swift ist ein besonders rückenfreundliches Auto, ohne Verrenkungen und Verbeugungen gleitet man auf den Vordersitz. Im Fond geht es etwas enger zu, aber als Familienkutsche wird man den Japaner auch kaum nutzen. Der Swift-Kofferraum fasst dank einer verschiebbaren Rückbank zwischen 213 und 562 Litern. Der Yaris lockt die Kunden gar mit einer getrennt verschiebbaren Bank und einem Gepäckabteil zwischen 275 und 737 Litern. Trotzdem kann der Swift das Innenraum-Kapitel knapp für sich entscheiden: Seine übersichtlichen Armaturen und die leichte Bedienung gefallen wesentlich besser als der zentrale, schlecht ablesbare Instrumententräger des Toyota Yaris. Immerhin hat der Yaris viele Ablagen.

Der Suzuki sprintet munter los

Unter der Haube bieten beide Stadtzwerge Hausmannskost, die aber durchaus schmackhaft ist. Der Suzuki Swift 1.3 startet mit 68 kW / 92 PS und 116 Nm Drehmoment. 175 km/h Spitze sind allemal drin. Wer die Gänge engagiert ausdreht, kann sich über Dynamik freuen. Beim Verbrauch zeigt sich der Suzuki leider nicht als Sparmeister. Im Schnitt genehmigte sich der Zwerg knapp über sieben Liter Super auf 100 Kilometer. Der Toyota Yaris bietet ebenfalls ein 1,3 Liter großes Aggregat und 121 Nm Drehmoment. Der Vierzylinder leistet mit 64 kW / 87 PS dennoch etwas weniger als der des Swift. Beim Fahren fällt das kaum auf, 0 auf 100 km/h in 11,5 Sekunden und 170 km/h Spitze sind ebenfalls gut für diese Fahrzeugklasse. Wer es locker angehen lässt, verbraucht mit dem Toyota rund 6,5 Liter Super auf 100 Kilometer.

Fahrkomfort: Toyota vorn

Beim Fahrverhalten kann der 1,1 Tonnen schwere Yaris seinen Konkurrenten hinter sich lassen. Die Bremsen packen besser zu und das Fahrwerk ist souveräner, gerade im Dämpfungsverhalten. Hier macht der Swift vor allem bei längeren Bodenwellen keine glückliche Figur. Geschmacksache bleibt das automatisierte Schaltgetriebe des Toyota Yaris, das seine Schwächen hat. Die langen Zugkraftunterbrechungen nerven. Und bei längeren Bergabfahrten lässt die Motorbremse viel zu lang auf sich warten. Der Swift nervte im Test ein wenig mit seiner unpräzisen Fünfgangschaltung.

Suzuki hat den Preisvorteil

Unterm Strich ist der Toyota Yaris (ab 10.950 Euro, Preis der getesteten Version 14.450 Euro) eigentlich das überzeugendere Auto. Abgesehen vom zu verspielten und unpraktischen Cockpit-Design hat er keine echten Schwächen und verbrauchte im Test weniger Sprit. Der Suzuki Swift hat mit Preisen ab 9990 Euro (Testwagenpreis 10.990 Euro) aber einen gewaltigen Vorteil in einem Fahrzeugsegment, in dem um jeden Cent gerungen wird. Da der Swift insgesamt keine gravierenden Mängel hat, geht der Punktsieg an ihn.

Stärken

 
  • Swift: : Spritziger Motor
  • Bequemer Einstieg
  • Übersichtliches Cockpit
  • Günstige Einstiegspreise

 

  • Yaris: Größerer Kofferraum
  • Viele Ablagen
  • Guter Fahrkomfort
  • Besserer Testverbrauch

 

Schwächen

 
  • Swift: Relativ hoher Testverbrauch
  • Hakelige Schaltung
  • Wenig Platz im Fond

 

  • Yaris: Unübersichtliche Instrumente
  • Zugkraftunterbrechungen bei automatisiertem Schaltgetriebe
Text: Press-Inform / Sebastian Viehmann