Porsche Cayenne I - Volvo XC90, Modellpflege

Porsche Cayenne I - Volvo XC90, Modellpflege

Bestseller unter sich

Schon für rund 10.000 Euro kann man sich den Porsche Cayenne vor die Tür stellen und mächtig Eindruck schinden. Oder ist doch der Volvo XC90 die bessere Wahl unter den SUV?

12. September 2012

Obwohl SUV, geräumige Freizeitautos in Geländewagenoptik, voll im Trend liegen, gibt es günstige Angebote. Und wer sich mal richtig was gönnen will, kann für rund 10.000 Euro mit dem Porsche Cayenne den Einstieg in die automobile Oberklasse schaffen. Ab 340 PS leistet der V8, Holz, Leder und Vierradantrieb sind in dieser Klasse das Minimum. Zahlreiche Assistenzsysteme oder Luxusfeatures wie die Monster-HiFi-Anlage sind eher die Regel als die Ausnahme.

Da kann ein schnöder Volvo nicht mithalten, auch wenn es sich bei ihm um den XC90 handelt – oder?

Porsche Cayenne aus dem Ausland?

Es stimmt schon, Porsche baut Qualität. Mit hohem Aufwand wird der Cayenne parallel zu seinen technischen Geschwistern VW Touareg oder Audi Q7 gebaut. Auch die Prüforganisationen haben vergleichsweise wenig zu meckern, und mit Vollgas düst der Porsche Cayenne an der Pannenstatistik des ADAC vorbei. Klar, fehlerfrei ist auch er nicht (siehe Steckbrief).

Also zuschlagen und glücklich werden? Ganz so ist es nicht. Die meisten Cayenne für etwa 10.000 Euro haben einen lückenhaften Hintergrund. Wenn dort „frei ab Bremerhaven“ oder ein Standort im Ausland angegeben wird, ist klar, wohin die Reise geht. Oder besser: Woher der Cayenne kommt. Die meisten dieser vermeintlichen Schnäppchen sind Reimporte aus allen Ländern dieser Welt, vor allem aus den USA.

Ohne Scheckheft kann es teuer werden

Dort ist zwar die Serienausstattung besser, allerdings fehlt meist das wichtigste Detail: ein lückenlos gestempeltes Scheckheft. Apropos Ausstattung: Die meisten dieser Importe tragen die V8-Versionen unter der Haube. Die jedoch sind in Deutschland eher unbeliebt. Hierzulande wird die V6-Version (250 PS) oder der Diesel der Konzernschwester Audi (240 PS) bevorzugt.

Das hat handfeste Hintergründe: Die V8 gelten als ausgesprochen gut zum Porsche Cayenne passende Antriebsquellen, die mit ihrer souveränen Leistungsentfaltung begeistern können. Allerdings nicht lange, dann steht der nächste Tankstopp an. Voll ausgefahren kann ein turbogeladener Cayenne S locker 30 Liter auf 100 Kilometer durch die Brennräume schlürfen. In diesem Fall wird auch das Fahrwerk mit den teuren Bremsen hoch belastet, und der Reifenhändler Ihres Vertrauens wird Sie mit einem „bis nächsten Monat“ verabschieden.

Auch den Volvo gibt es günstig

Angebote für den kleinen Taler gibt es auch beim Volvo XC90. Auch diese haben eine teils zweifelhafte Vergangenheit, weshalb von Angeboten um die 5.000 Euro abzuraten ist. Doch bei ihm gelangt man wesentlich schneller in die seriöse Zone. Exemplare mit dem beliebten Dieselmotor und einer nachvollziehbaren Vergangenheit gibt es ab 10.000 Euro. In der Summe seiner Qualitäten ist der Volvo ganz bestimmt kein schlechtes Auto. Es gibt ihn sogar als 7-Sitzer, was für große Familien interessant ist.

Die – mit 315 PS leistungsstarke - V8-Version ist in Deutschland sogar seltener anzutreffen als der Porsche-Achtzylinder, weil auch sie als trinkfest gilt. Allerdings nicht so extrem wie beim Zuffenhausener. Ersatzteilpreise, Unterhaltskosten, Vergangenheit: Die meisten Gründe sprechen für den komfortablen Volvo, der übrigens immer noch gebaut wird. Man bekommt also im Gegensatz zum Porsche das aktuelle Modell.

Vorsicht, wenn sie im Gelände waren

Und die Prüforganisationen? Daumen hoch heißt es meist, die Liste der Mängel ist überschaubar. Das allerdings gilt nur dann, wenn der Volvo XC90 nicht häufig im Gelände bewegt wurde. Hier gleichen sich Volvo und Porsche, denn auch der Zuffenhausener wird dann empfindlich.

Fazit: Wer seinen Traum vom Porsche Cayenne für 10.000 Euro erfüllen möchte, sollte sich nicht wundern, wenn die erste Inspektion beim Vertragshändler die gleiche Summe kostet. Der Porsche ist ein Luxusgut – war er billig, wird er teuer. Ein Volvo in der gleichen Preisklasse ist die unter rationalen Gesichtspunkten bessere Wahl – und ein solides, luxuriöses Fahrzeug ist er auch.

Steckbrief Porsche Cayenne I
Bauzeit: 2002 bis 2010 Karosserie: SUV, Steilheck, fünftürig
Gewicht: ab 2,16 Tonnen Motoren: Benziner von 250 bis 550 PS, Diesel mit 240 PS
Häufige Mängel: Fehlermeldungen der Elektronik, Gelenke Hinterachse, ab dem fünften Jahr Handbremse. Luftfederung anfällig, Reparaturen hier sehr teuer.
 
 
 
Steckbrief Volvo XC90
Bauzeit: seit 2002 Karosserie: SUV, Steilheck, fünftürig
Gewicht: ab 2,05 Tonnen Motoren: Benziner von 210 bis 315 PS, Diesel 163 bis 200 PS
Häufige Mängel: Luftmengenmesser am Diesel (starker Qualm, wenig Leistung), verölte Servopumpen. Bei ungleichmäßig abgefahrenen Reifen: Spur nachmessen lassen. Lenkungsspiel sehr oft zu hoch. Handbremse zieht einseitig.
 
 
 
Text: SH