Peugeot 205 - VW Golf II

Peugeot 205 - VW Golf II

Peugeot 205 Automatik vs. VW Golf II Automatik

Der Peugeot rückt dem deutschen Klassenprimus Golf ziemlich auf den Pelz. Jetzt trumpft der Franzose mit einer neuen Viergang-Automatik auf, während der VW noch auf drei Gänge setzt.

24. März 2012

Der Peugeot kann es einfach nicht lassen. Immer wieder will er dem VW Golf zeigen, dass er alles mindestens genauso gut kann, wie der beliebte Deutsche. Jetzt hat er eine neue Viergang-Automatik und will damit im Golf- Reich der älteren Entspannt-Fahrer wildern. Beim Outfit unterscheiden sich die beiden schon mal eindeutig. Während beim Golf die wuchtige Solidität auch äußerlich sichtbar wird, tritt der Franzose fragiler, runder und auch zurückhaltender auf.

Mehr Platz im Golf

Das ist kein Wunder, schließlich ist der Golf auch 28 Zentimeter länger als der 3,70 Meter kurze Franzose. Das schlägt sich auch in den Platzverhältnissen nieder. Während beim Golf selbst vier Erwachsene die Fahrt zum Einkaufen halbwegs gemütlich hinter sich bringen, ist das Platzangebot hinten beim 205 deutlich beengter zu. Beim maximalen Kofferraumvolumen schlägt der freche Peugeot den Golf mit einem Volumen von 1.200 Litern mit einem Vorsprung von 55 Litern.

Verspieltes Peugeot-Cockpit

Der Innenraum ist dann wieder ganz die Domäne des Deutschen: Die Verarbeitung ist top und die Schalter sind übersichtlicher angeordnet, als beim verspielten Franzosen. Auch die Sitze sind im Golf langstreckentauglicher als das etwas weiche Gestühl im 205. Trotzdem werden gerade Frauen die etwas höhere Sitzposition zu schätzen wissen. Die Ausstattung im Peugeot ist ziemlich umfangreich, so dass der Golf schon in der GL-Version antreten muss, um Schritt zu halten. Der Franzose bietet Servolenkung und XS- Instrumentierung (Drehzahlmesser und Temperaturanzeige zusätzlich) schon ab Werk.

Weich schaltende Automatik

Ein Automatikgetriebe wird von komfortbewussten Fahrern gewählt. Diese Prämisse erfüllen beide Schaltautomaten mit weichen Gangwechseln. Dafür leidet die Dynamik. Mit 75 (Peugeot) beziehungsweise 90 PS (Golf) sind die beiden Kontrahenten jedoch ausreichend motorisiert. Den Sprint auf 100 km/h gewinnt der Golf mit 12,1 Sekunden deutlich vor dem 205 (13,5 Sekunden). Bei der Höchstgeschwindigkeit hat der Golf mit 171 zu 163 km/h die Nase vorne. Das um 20 Nm höhere Drehmoment des Golf (145 Nm) wirkt sich positiv auf den Spritverbrauch aus. Mit 7,4 Liter Super pro 100 km braucht der Golf nur 0,1 Liter mehr als der Peugeot mit der neuen ZF-Viergang-Automatik.

Golf setzt auf Komfort

Trotz PS-Defizits gibt der Franzose auf der Straße den Sportler. Sein Fahrwerk ist straffer als das des Golfs, der mehr auf Langstreckenkomfort setzt. Aufgrund des um 68 Kilogramm geringeren Leergewichts erweist sich der Peugeot als behänder Kurvenwedler. Allerdings stört der zu dünne Lenkradkranz beim Einlenken. Kurven nimmt der harmonisch und neutral abgestimmte Golf unaufgeregt. Wie der 205 kündigt der Wolfsburger den Grenzbereich mit einem leichten Rubbeln und Schieben über die Vorderräder an, das sich aber gut beherrschen lässt.

Fazit: Der Golf besticht nach wie vor durch seine solide Verarbeitung und sein durchdachtes Konzept. Der Peugeot hat aber nicht nur die modernere Automatik, sondern auch den mit 18.225 DM um 3,750 Mark günstigeren Preis als der Golf (21.975 DM).

Stärken

 
  • Peugeot: Umfangreiche Ausstattung
  • Fahrwerk

 

  • Golf: Verarbeitung
  • Raumangebot

Schwächen

 
  • Peugeot: Platz im Fond

 

  • Golf: Geringe Serienausstattung
Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters