Opel Corsa D - Ford Fiesta, Typ JA8

Opel Corsa D - Ford Fiesta, Typ JA8

Zwei Frauenversteher

Kleinwagen sind nicht erst seit der Abwrackprämie "in". Gerade bei Frauen nutzen die wieselflinken Stadtflitzer, um Kinder und Einkäufe zu transportieren. Jetzt buhlt mit dem Ford Fiesta ein weiter Blechcharmeur um die Gunst der weiblichen Kundschaft.

23. März 2012

Aussehen ist Geschmackssache. Das ist auch hier nicht anders. Gerade bei der weiblichen Klientel. Während der Opel seinen Kühlergrill mit der Chromspange selbstbewusst zur Schau stellt, sonst aber eher zurückhaltend auftritt, gibt der Fiesta mit der bulligen Front, der steil ansteigenden Seitenlinie und den ausgeprägten Blechkanten den dynamischen Beau. Mit einer Länge von 3,95 Metern ist der Kölner fünf Zentimeter kürzer als der Opel. Das macht sich vor allem beim Ladevolumen des Gepäckraums bemerkbar: Der Fiesta- Kofferraum hat ein Ladevolumen von 295 bis 979 Liter (bei umgelegter Rückenlehne) und einen recht hohe Ladekante. Der Opel bietet mit 285 bis 1.100 Liter mehr. Vorne hat man bei beiden in bequemen Sitzen genug Platz. Das Gestühl des Fords bietet aber noch mehr Seitenhalt. Hinten geht es beim Corsa etwas geräumiger zu. Vor allem, weil beim Fiesta die stark abfallende Dachlinie das Raumgefühl und die - Höhe einschränkt.

Schlechte Rundumsicht

Das futuristisch gestaltete Cockpit des Fiesta könnte aus einem Science- Fiction-Film stammen. Die Instrumente sind gut ablesbar und die Softtouch- Oberflächen hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Der Arbeitsplatz des Opel-Fahrers ist etwas konventioneller, was aber der guten Verarbeitung, der leichten Ablesbarkeit der Armaturen und der einfachen Bedienung keinen Abbruch tut. Die Rundumsicht ist bei beiden nicht berauschend, deswegen tut man gut daran, Parkpiepser zu ordern. Die kosten bei beiden 355 Euro. Der Fiesta überzeugt durch eine gute Sicherheitsausstattung mit fünf Airbags (inklusive Knie-Airbag, Kopfairbags hinten kosten 255 Euro), ESP, aber keine Klimaanlage (1.140 Euro), die beim Corsa dabei ist. Dazu gibt es noch ein CD-Radio (beim Fiesta: 700 Euro extra), ESP und sechs Airbags.

Durchzugsschwacher Opel-Motor

Von den 90 PS, die der Opel-Motor leistet, kommt nicht viel beim Fahrer an. Nominell ist der Sprint auf 100 km/ in 12,4 Sekunden erledigt, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 173 km/h und der Verbrauch 6,1 Liter. In der Praxis war es gut ein Liter mehr. Vor allem die lethargische Durchzugsschwäche des Triebwerks und die teigige Schaltung missfallen. Das Fiesta-Getriebe ist da schon weitaus knackiger. Die sechs PS mehr resultieren in 175 km/h Spitze und einem Durchschnittsverbrauch von 7,3 Litern pro 100 km/h. Den Sprint gewinnt der Ford nur knapp mit 0,1 Sekunden Vorsprung.

Gutes Ford-Fahrwerk

Das Fahrwerk gehört zu den Ford-Stärken. Da macht der Fiesta keine Ausnahme. Der Kölner flitzt um die Ecken, dass es eine wahre Freude ist und bleibt dabei immer beherrschbar. Das liegt auch an der überraschend direkten Lenkung. Die notwendige Straffheit geht aber nicht auf Kosten des Komforts. Unebenheiten schluckt auch der Opel, aber sonst setzt sich der behäbige Eindruck des Antriebs im Fahrverhalten fort. Die Lenkung fühlt sich synthetisch an und das ESP muss beim schnellen Slalom früher eingreifen, als das des Fords, da der Corsa schneller über die Vorderräder schiebt.

Fazit

Der Corsa kostet 15.970 Euro und ist 4.120 Euro teurer als der Fiesta (11.750 Euro), das gleicht den Ausstattungsvorteil des Opels wieder aus. Das bessere Fahrwerk und das ansprechendere Design sprechen außerdem noch für den Ford.

Stärken

 
  • Corsa: Einfache Bedienung
  • Mehr Platz im Fond

 

  • Fiesta: Gut verarbeitetes Cockpit
  • Fahrwerk

Schwächen

 
  • Corsa: Lethargischer Motor
  • Hoher Preis

 

  • Fiesta: Wenig Kopffreiheit im Fond
  • Recht hohe Ladekante
Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters