Nissan Qashqai - Mitsubishi ASX

Nissan Qashqai - Mitsubishi ASX

Fernost-Champions

Nissan hat mit dem Qashqai einen Verkaufserfolg gelandet. So etwas weckt Begehrlichkeiten. Drei Jahre später zieht Mitsubishi mit dem ASX nach. Kann der Neuling seinem Landsmann den Thron des Fernost-Champions im Segment der Kompakt-SUVs streitig machen?

19. März 2012

Der Neuling will nach vorne, ganz nach vorne. Also tritt er auch dementsprechend auf: Der triangelförmige Kühlergrill, die schmalen Scheinwerfer verleihen dem Mitsubishi ASX eine sportlichere Optik als das etwas biedere Blechkleid des Nissan Qashqai. In der Länge unterscheiden sich die Konkurrenten kaum: Mit 4,29 Meter ist der ASX drei Zentimeter kürzer als der Nissan-Platzhirsch. Dem Gepäckraumvolumen des Nissan von 410 Litern stehen 442 beim Mitsubishi gegenüber. Klappt man die Rückenlehnen um, hat der Qashqai mit 1.513 Liter allerdings deutlich mehr Stauraum als der ASX mit 1.219 Liter.

Breite C-Säulen

Bei den Platzverhältnissen im Innenraum bietet sich ein zweigeteiltes Bild: Grundsätzlich sitzt man bei beiden vorne kommod. Allerdings haben Pilot und Beifahrer beim Mitsubishi etwas mehr Raum als beim Nissan und auch der Seitenhalt des Gestühls ist besser. Während in der zweiten Reihe bei beiden die Kniefreiheit nicht überragend ist. Gleiches gilt für den Blick nach hinten, der bei beiden durch breite C-Säulen beeinträchtigt wird.

Nüchterne Mitsubishi-Instrumententafel

Die Instrumententafel des Mitsubishi ist nüchtern, was sich in einer unkomplizierten Bedienung zeigt. Die unterschäumten Kunststoffe vermitteln einen guten Qualitätseindruck. Auch das Nissan-Cockpit stellt den Lenker nicht vor allzu große Rätsel und die Verarbeitung gibt ebenfalls keinen Grund zur Klage, ebenso wie die Materialien. Bei der Serienausstattung beeindrucken beide mit einer Klimaautomatik, sechs Airbags (beim Mitsubishi sind es aufgrund des Knie-Airbags sieben), ESP und CD-Radio. Wer ein Navigationsgerät will, muss bei beiden extra bezahlen.

Modernerer Diesel im Mitsubishi

Der kernige 2.0-Liter-Diesel (mit Partikelfilter) passt mit seinen 150 PS und dem Drehmoment von 320 Newtonmeter sehr gut zum Qashqai. Aus dem Stand vergehen 10,9 Sekunden, bis die 100-km/h-Marke erreicht ist. Schneller als 191 km/h kommt der Kompakt-SUV nicht voran. Dafür ist der Nissan mit einem Durchschnittsverbrauch mit 6,6 Litern pro 100 km/h alles andere als ein Schluckspecht. Der 1,8-Liter-Selbstzünder mit 300 Nm Drehmoment im ASX ist moderner und macht daher alles sogar noch ein bisschen besser: Seine 150 PS resultieren in einer Spitzengeschwindigkeit von 200 km/h, den Sprint auf 100 km/h absolviert er 1,2 Sekunden schneller und braucht 1,1 Liter weniger auf 100 Kilometer. Dabei hält er sich akustisch zurück.

Agiler Nissan

Die Dynamikwertung entscheidet der Qashqai für sich, da er aufgrund des strafferen Fahrwerks flinker um Ecken wieselt, als der ASX. Dessen komfortabel abgestimmtes Fahrwerk resultiert auch in stärkeren Wank- und Neigbewegungen als beim Nissan. Letzterer überzeugt zudem mit einer direkteren Lenkung und kann auch beim Langstreckenkomfort mit dem Mitsubishi mithalten. Echte Kraxler sind beide nicht, der Allradantrieb bietet immerhin im Gegensatz zu den Modellen mit Vorderradantrieb ein Traktionsplus, das sich auch bei schlüpfrigem und unbefestigtem Untergrund auswirkt.

Fazit: Der Mitsubishi ASX kommt dem Nissan Qashqai gefährlich nahe. Seine frische Optik überzeugt, ebenso wie der um 2.900 Euro günstigere Preis (24.790 zu 27.690 Euro). Dagegen sprechen das bessere Fahrwerk und der deutlich größere Maximal-Kofferraum für den Qashqai.

Stärken

 
  • Mitsubishi: Sportliche Optik
  • Sitze
  • sparsamer Motor

 

  • Nissan: Maximal-Kofferraum
  • Fahrwerk

Schwächen

 
  • Mitsubishi: Fahrwerk

 

  • Nissan: Kniefreiheit im Fond
  • Kerniger Diesel
Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters