Nissan Micra, K13 - Suzuki Swift, Typ FZ/NZ

Nissan Micra, K13 - Suzuki Swift, Typ FZ/NZ

Bonsai-Flitzer

Der neue Nissan Micra hat das Kindchen-Schema abgelegt. Also muss er sich mit dem Suzuki Swift einem etablierten Konkurrenten stellen. Welcher Kleinwagen aus Fernost bietet mehr fürs Geld?

19. März 2012

Unterschiedlicher könnten die Konkurrenten nicht sein. Während der Suzuki Swift jetzt schon in der zweiten Generation den kantigen Mini-Klon gibt, verabschiedet sich der neue Micra etwas von der rundlichen Optik und hat sechs Zentimeter in der Länge zugelegt. Der Swift bekam noch mehr Wachstumshormone verabreicht, misst jetzt 3,85 Meter, ist damit neun Zentimeter länger als der Vorgänger. Im Vergleich zum Micra (3,78 Meter) sind es sieben Zentimeter mehr. Die machen sich auch im Innenraum bemerkbar: Im Suzuki haben die hinteren Passagiere deutlich mehr Beinfreiheit als im Nissan. Beim Kofferraum wendet sich das Blatt: Der Swift hat mit 211 bis 902 Liter Fassungsvermögen (inklusive störend hoher Ladekante und nicht ebener Ladefläche) deutlich weniger zu bieten als sein Landsmann (265 bis 1.132 Liter) mit dazu noch ebener Ladefläche.

Gute Sicherheitsausstattung

Nervig beim Micra ist die zu hohe Sitz-Position, die bei Ampel-Stopps bisweilen Verbiegungen nötig macht, um die Signale zu erkennen. Beim Suzuki sitzt man auf den straffen Sitzen nicht nur tiefer, sondern hat auch deutlich mehr Seitenhalt. Im Gegensatz zum verspielten Micra-Cockpit, das aber dennoch übersichtlich ist, gibt der Swift den nüchternen Athleten. Doch auch er kann die Hartplastik-Flächen nicht ganz kaschieren, überzeugt aber ebenso wie der Micra durch eine gute Verarbeitung. Die Sicherheitsausstattung des Swift mit ESP, ABS und sieben Airbags ist top. Allerdings fehlen bei der Basis-Variante ein CD-Radio und eine Klimaanlage. Letzteres bietet der Nissan und obendrauf noch eine Start-Stopp-Automatik. Dafür muss sich der Micra-Fan mit sechs Airbags und ESP zufriedengeben - für einen Kleinwagen aber immer noch eine ordentliche Sicherheitsausstattung.

Micra mit Start-Stopp-System

Die Nissan-Ingenieure haben dem schwächlichen 1.2-Liter-Motor einen Kompressor spendiert. Diese Zwangsbeatmung bringt 14 PS mehr (jetzt 98 PS). Damit absolviert der knapp eine Tonne schwere Micra den Spurt von null auf hundert km/h in 11,2 Sekunden und verbraucht fünf Liter pro hundert km/h. Da kann der 1.020 Kilogramm schwere Swift mit seinen 94 PS nicht ganz mithalten: Beim Top-Speed hängt ihn der Micra deutlich ab (180 zu 165 km/h) und für den Sprint auf 100 km/h braucht der Suzuki 1,1 Sekunden länger - eine Folge des Drehmoment-Defizits (118 zu 142 Nm beim Micra). Lediglich beim Verbrauch sind beide mit fünf Litern pro 100 km gleichauf.

Swift mit strafferen Fahrwerk

In der Stadt, dem bevorzugten Einsatzgebiet des Micra, macht sich die neugewonnene Kraft positiv bemerkbar. Der kleine Japaner wieselt von Ampel zu Ampel, springt von Spur zu Spur, dass es eine wahre Freude ist. Der Wendekreis von lediglich neun Metern, die leichtgängige Lenkung und das komfortable Fahrwerk tun der Agilität keinen großen Abbruch. Wenn es schneller zur Sache geht, macht der Suzuki mit seinem strafferen Fahrwerk eine bessere Figur. Die Karosserie ist verwindungssteifer als die des Micra, also liegt der Swift satter auf der Straße und hat bei schnellen Kurven deutlich weniger Wankneigung, ohne jedoch zu große Komforteinbußen hinnehmen zu müssen. Die Lenkung ist direkter als beim Micra, lässt aber ebenfalls die absolute Präzision vermissen.

Der Swift gewinnt

Mit einem Basispreis von 13.440 Euro ist der Nissan Micra um 2.450 Euro teurer als der Swift (10.990 Euro). Damit lassen sich schon einige Extras finanzieren. Wer einen wieselflinken Stadtflitzer sucht, ist mit dem Micra und dem modernen DIG-S-Motor gut bedient. Unterm Strich ist der Swift das ausgereiftere Auto.

Stärken

 
  • Swift: Mehr Platz für Fond-Passagiere
  • Sitze
  • Ausstattung
  • Fahrwerk

 

  • Micra: Großer Kofferraum
  • Motor
  • Start-Stopp-Technik

Schwächen

 
  • Micra: Viel Hartplastik
  • Preis

 

  • Swift: Hohe Ladekante
  • Keine ebene Ladefläche
Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters