Mazda CX-7 '09 - Mercedes GLK, X204

Mazda CX-7 '09 - Mercedes GLK, X204

Jeder gegen jeden

In der SUV-Mittelklasse geht es heiß her. Der sportliche Mazda CX-7 greift den kantigen Mercedes GLK an.

16. April 2009

Der Mazda CX-7 unterstreicht seine sportlichen Ambitionen durch ein betont dynamisches Äußeres. Der Mercedes GLK liebt es kantig und zumindest optisch kernig. Die Unterschiede von Motorisierung und Außendesign setzen sich im Innern nahtlos fort. Die aufrechte Frontscheibe, die klaren Linien bei Instrumenten und Bedienelementen lassen keinen Zweifel, dass der Mercedes GLK mit Offroad-Attributen spielen möchte. Die Oberflächen wirken ebenso wertig wie robust und die Bedienung stellt die des Mazdas um Klassen in den Schatten. Der kann mit seinen weichen Formen und seiner guter Verarbeitung ebenso gefallen, wirkt jedoch auf eine ganz andere Weise.

Knapper Koffer-Raum

Die Sitze sind weicher, die Verstellmöglichkeiten der Sitze gerade ausreichend und die Kopfstützen im Fond deutlich zu kurz. Beide sind keine Lademeister. Der Kofferraum des Mazda fasst 455 Liter die sich durch Umlegen der Rückbank auf 1.348 Liter vergrößern lassen. Hier liegt der Mercedes mit 450 bzw. 1.555 Litern zumindest knapp vorn, wenn die hintere Sitzbank nicht benötigt wird.

Kraftvoller Mercedes-Diesel

Der mit dem Mazda6 und dem neuen Mazda3 eingeführte Commonraildiesel mit 2,2 Litern Hubraum wird auch den 1,7 Tonnen schweren CX-7 mit immerhin 173 PS befeuern. Ein standesgemäßes Automatikgetriebe kommt später. Doch momentan fehlt er im Angebot.

Diese Probleme kennt der 4,53 Meter lange Mercedes GLK nicht. Zwar fehlte anfangs der rechte Einstiegsmotor, doch mittlerweile ist die Volumenbesetzung zu haben. Seine 165 kW/224 PS und 510 Nm reißen angesichts der nicht weniger potenten Konkurrenz niemand mehr wirklich aus dem Sessel - bringen den deutlich stärkeren CX-7 jedoch durchaus in Bedrängnis. Doch mit 10,2 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern zeigt sich der große Diesel im GLK als unzeitgemäß durstig.

Das ist beim CX-7 allerdings nicht anders. Er verbraucht im realen Betrieb selten unter 13 Litern Super. Nicht nur angesichts von maximal 210 km/h Spitze, 380 Nm Drehmoment und einem Spurtvermögen von 0 auf 100 km/h in acht Sekunden ist das viel zu viel.

Sportliche Ambitionen

Zudem könnte sich der Allradantrieb des Mazda dynamischer präsentieren. Im Normalbetrieb wird nahezu die gesamte Motorleistung auf die Vorderachse gebracht. Nur wenn die vorderen Räder des CX-7 an Halt verlieren, gehen bis zu 50 Prozent der 260 PS an die Hinterachse. Der Mercedes GLK setzt auf die bekannte 45:55 Prozent Kraftverteilung zugunsten der Hinterachse. Das macht nicht nur im Gelände einen guten Eindruck, sondern ihn auch bei schneller Kurvenfahrt überraschend dynamisch.

Beide Konkurrenten schlagen sich auf der Straße sehr ordentlich. Der GLK wirkt ausreichend komfortabel, aber sehr straff. Die Lenkung ist präzise, jedoch zu leichtgängig. Der Mazda CX-7 macht aus seinen sportlichen Ambitionen ebenfalls keinen Hehl. Der Vierzylinder will gedreht werden und der Fahrer hat abgesehen von der erhöhten Sitzposition kaum das Gefühl, in einem SUV zu sitzen. Allein bei der spürbaren Seitenneigung dürfte nachgebessert werden, und die Lenkung ist nicht frei von Antriebseinflüssen.

Mercedes gewinnt klar

Bei deutlich schlechterer Komfortausstattung kostet der Mercedes GLK 320 CDI mindestens 46.053 Euro. Mit Ausstattungspaket sind es nochmals über 10.000 Euro mehr. Unterm Strich ist der Mercedes GLK 320 CDI nicht nur das Auto mit mehr Ecken und Kanten, sondern bietet auch das bessere Gesamtpaket. Doch gerade der Preis und der drehfreudige Vierzylinder lassen den Mazda CX-7 eine überaus interessante Alternative sein.

Das Kostenkapitel geht eindeutig an den Mazda CX-7 - auch, wenn man den üppigen Kraftstoffverbrauch und einen höheren Wertverlust außen vor lässt. Der mit elektrischen Ledersitzen, Xenonlicht, ESP und zahlreichen weiteren Annehmlichkeiten nahezu komplett ausgestattete Mazda CX-7 Expression kostet faire 35.400 Euro. In den USA gibt es für umgerechnet 10.000 Euro weniger sogar noch DVD-Navigation und Rückfahrkamera dazu.

Stärken

 
Mercedes:
  • ausgewogenes Fahrwerk
  • ordentliches Platzangebot
  • gute Verarbeitung
  • Potenzial im Gelände
  • gutes Handling
Mazda:
  • sehr drehfreudiger Turbomotor
  • gute Fahrleistungen
  • günstiger Preis
  • gute Serienausstattung
  • präzise Lenkung

Schwächen

 
Mercedes:
  • hoher Preis
  • schwache Basisausstattung
  • hoher Verbrauch
Mazda:
  • sehr hoher Verbrauch
  • Komfortextras fehlen
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff