Mazda5, Typ CW - VW Touran, GP2

Mazda5, Typ CW - VW Touran, GP2

Familienausflug

Wer sich für einen Mittelklasse-Van interessiert, kommt am VW Touran kaum vorbei. An ihm muss sich auch der Mazda 5 messen. Im Vergleich die beiden Volumendiesel.

30. April 2012

Deutsche Eiche oder lieber japanischer Garten? VW Touran und Mazda 5 zeigen schon von außen, dass sie aus völlig anderem Holz geschnitzt sind. Der Touran ist nüchtern und übersichtlich gezeichnet, der Mazda integriert seit seinem Facelift dreidimensional geschwungene Linien in die Karosserie. Der "Nagare"-Designsprache folgend soll die extravagante Seitenlinie an geschwungene Sanddünen oder Wind erinnern.

Mehr Länge beim Mazda

Der Mazda ist nicht nur verspielter als der Touran, sondern mit 4,58 Metern auch 18 Zentimeter länger. Allerdings nutzt er diesen Größengewinn nicht immer aus. Der Kofferraum schluckt nur 538 bis (bei umgelegten Rücksitzen) 1597 Liter, während der Touran 695 bis 1989 Liter unterbringt. Beide Vans punkten mit einer niedrigen und breiten Ladekante. Beide Modelle bringen zur Not Passagiere auch in einer dritten Sitzreihe unter, wobei die billigen Plätze nur kleinen Kindern auf Dauer zuzumuten sind. Der Mazda schneidet hier in Sachen Kniefreiheit ein bisschen besser ab.

Variables Sitzsystem

Beide Vans überzeugen mit einem variablen Sitzkonzept. Das Touran-Gestühl lässt sich verschieben, versetzen und einzeln sogar mit wenigen Handgriffen ausbauen. Auch der Mazda bietet viel Komfort im Fond, allerdings ist der mittlere Sitz arg schmal und hart geraten. Der Japaner taugt eher zum 2+2-Sitzer, dann aber kann man kaum bequemer unterwegs sein. Eine Besonderheit des Mazda 5 sind seine Schiebetüren, sie erleichtern den Einstieg und bieten große Vorteile in kleinen Parklücken. Gegen Aufpreis öffnen und schließen sich die Pforten elektrisch.

Touran ist wertiger

In Sachen Cockpit-Ambiente hat der Touran die Nase vorn. Materialien und Kunststoffe wirken allesamt eine Spur hochwertiger als die nüchternen Plastikwüsten des Mazda. Übersichtliche Instrumente und viele Ablagen bieten beide Vans. Beim Sitzkomfort überzeugt vor allem der Touran, seine Polster sind straffer als die des Mazda. Auch das optionale Navigationssystem ist besser.

115 gegen 140 PS

Die Volumenmodelle von Mazda 5 und VW Touran sind mit Dieselmotoren ausgerüstet. 140 PS leistet der 2.0 TDI des Wolfsburgers, 115 PS der 1,6 Liter große Selbstzünder des Japaners. Obwohl der Mazda-Motor in Sachen Hubraum und Drehmoment das Nachsehen hat, beschleunigt der Wagen mit seinem gut abgestimmten Sechsganggetriebe durchaus passabel. Im Stadtverkehr vermisst man nichts und auf der Autobahn lässt sich immerhin gut mitschwimmen. Trotzdem vergehen 13,4 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h, ein paar Extra-Newtonmetern würden dem Japaner gut tun. Der VW-Diesel beschleunigt gewohnt souverän und laufruhig, in knapp 10 Sekunden geht es von 0 auf 100.

Beim Verbrauch tun sich die beiden Autos nicht viel. 5,2 Liter pro 100 km lautet die Werksangabe für den Mazda, 5,3 Liter sind es beim Touran 2.0 TDI. In der Praxis lassen sich beide Autos mit 6 bis 7 Litern im Schnitt bewegen. Der Touran genehmigt sich etwas weniger, wenn das BlueMotion-Paket an Bord ist - 4,8 Liter pro 100 km lautet dann die Werksangabe. Beim Mazda 5 fehlen Sparmaßnahmen wie eine Start-Stopp-Automatik. Hier könnte es sich lohnen zu warten, bis die Japaner ihre neuen Skyactiv-Dieselmotoren in den Fünfer einbauen. Im neuen CX-5 machen die Aggregate sowohl als Diesel als auch als Benziner nämlich eine hervorragende Figur und zählen zu den sparsamsten ihrer Klasse.

Komfortable Reisemobile

Im Kapitel Fahrkomfort gibt es keinen klaren Gewinner. Der Touran liegt etwas satter und straffer auf der Straße, der Mazda ist in schnellen Kurven weicher und weniger agil. Da schnelles Fahren aber nicht zu den Kardinaltugenden einer Familienkutsche gehört, kann der kommod abgestimmte Japaner als Reisemobil sehr wohl überzeugen.

Stärken

Beide:

  • sparsame Dieselmotoren
  • gutes Platzangebot
  • viele Ablagen
  • hoher Fahrkomfort
  • ordentliche Serienausstattung
     

Mazda:

  • praktische Schiebetüren
  • bequeme Einzelsitze im Fond

 

VW:

  • durchzugsstarker Diesel
  • ausbaubare Sitze

Schwächen

 

Beide:

  • hoher Preis
  • dritte Sitzreihe kaum nutzbar

 

Mazda:

  • etwas schwächlicher Dieselmotor
  • kein Start-Stopp
  • unbequemer Mittelsitz

 

VW:

  • teure Extras
Text: Press-Inform / Sebastian Viehmann