Fiat Qubo - Peugeot Bipper Tepee

Fiat Qubo - Peugeot Bipper Tepee

Alltagsgeschäft

Familienvans auf Basis von Lieferwagen sind nach dem Erfolg des Renault Kangoo schwer im Kommen. Peugeot Tepee oder Fiat Qubo - wer ist der bessere?

27. September 2009

Auf den ersten Blick schon ähneln sich die zwei in vielem. Beide kommen in einer ähnlich praktischen Kleinlaster-Karosserie daher, die vor allem auf gute Raumausnutzung setzt. Wer es vom Design her etwas extravaganter mag, dem wird die leicht gestufte Front des Italieners eher gefallen, die ein wenig an den ersten Multipla erinnert. Der Peugeot ist trotz des breit umrahmten Kühlergrills deutlich konventioneller.

Beide haben große, weit aufschwingende Heckklappen, beide praktische Schiebetüren für die zweite Reihe. Die breite schwarze Schutzleiste an den Seiten signalisiert, dass sie den rauen Alltag im Großstadtdschungel gut bestehen wollen und auch den ein oder anderen leichten Knuff auf dem Parkplatz wegstecken. Wer beide nebeneinander stellt, merkt allerdings schon am Größenvergleich, dass man beim Tepee auch mehr Auto für den Mehrpreis bekommt.

Verschenkter Platz

Der Franzose ist rund 40 Zentimeter länger, 13 Zentimeter breiter und acht Zentimeter höher als der Italiener. Wer Platz nimmt, der merkt allerdings schnell: Zumindest dieses Mehr an Länge gibt der Peugeot kaum an seine Passagiere weiter - er bietet lieber den deutlich größeren Kofferraum. Auf den vorderen Plätzen haben in beiden Minivans auch groß gewachsene Passagiere keine Probleme. Die Sitze lassen sich ausreichend weit nach hinten schieben, Schulter- und Ellenbogenfreiheit gibt es reichlich. Der Himmel schwebt so hoch droben, dass man noch mit Heiligenschein hineinpassen würde.

Verschenkt wird von beiden das Potential in der zweiten Reihe. Wenn die Vordersitze bis ganz zurück geschoben sind, wird der Knieraum im Fiat ebenso wie im Peugeot unnötig eng. Warum hat man keine verschiebbaren Sitze im Fond eingebaut? Platz nach hinten wäre genug. Und mit ein wenig Verzicht auf Laderaum würden sich auch vier große Erwachsene auf längeren Touren nicht so eingeklemmt fühlen.

Träge Motoren

Schon der Fiat ist mit dem 1,3-Liter-Diesel brauchbar bestückt, solang man vor allem in der Stadt und dem näheren Umland unterwegs ist. Sobald es auf die Autobahn geht, ist der Lustgewinn so begrenzt, wie es das Datenblatt vermuten ließ. Satte 16,4 Sekunden braucht der Qubo aus dem Stand auf Tempo 100, bei 155 km/h ist Schluss. Mehr Kraft hat Fiat für den Qubo nicht im Angebot - der alternative Benzinmotor steht mit zwei PS weniger in der Liste.

Mit dem Peugeot ist man da etwas flotter unterwegs. Kein Wunder: Auch hier macht sich natürlich der Mehrpreis bemerkbar und einen direkten Vergleich unfair. 80 kW/109 PS leistet der Diesel des Franzosen. Die Höchstgeschwindigkeit des 1,5-Tonners liegt dann bei 173 km/h und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h ist in ertragbaren 14,3 Sekunden zu schaffen. Fairer ist der Kräftevergleich mit dem Tepee HDi 75. Dessen Common-Rail-Selbstzünder bietet ebenso 75 PS wie der Qubo und schneidet von den Messwerten deutlich schlechter ab: 18,3 Sekunden braucht er für den Spurt, mehr als 153 km/h geht nicht.

Laderaum satt

Kofferraum ist üppig vorhanden. Der Fiat bietet voll bestuhlt mindestens 329 Liter an, wer die Sitze der zweiten Reihe umklappt oder ausbaut kommt auf 2.500 Liter. Noch großzügiger der Peugeot. Er hat selbst noch mit zwei Sitzreihen 505 Liter im Angebot. Wer auch hier die hinteren Sitze abmontiert, der schafft sogar 3.000 Liter.

Die Sitze lassen sich sowohl im Qubo als auch im Tepee einfach ausbauen, gehören aber nicht gerade zu den leichtesten ihrer Art. Mit wenig Mühe lassen sich beide Minivans dann auch bestücken. Eine Ladekante gibt es nicht, die riesigen Heckklappen schwenken weit nach oben - allerdings nicht ganz ohne Kraftaufwand. Der Ladeboden ist durchgehend eben, die Seitenwände glattflächig.

Wer hat die Nase vorn?

Wer als Familienkutsche den Peugeot Partner Tepee HDi FAP 110 im Auge hat, muss mindestens 20.350 Euro dafür ausgeben. Beim Fiat Fiorino Qubo 1.3 JTD ist man bereits ab 14.590 Euro dabei.

Die Frage ist: Lohnen der deutlich stärkere Motor und das größere Raumangebot des Peugeot den um 5.760 Euro höheren Preis? Oder reicht der Italiener? Klare Antwort: Es kommt darauf an. Die meisten Aufgaben im familiären Alltag wird der Fiat nicht schlechter lösen als der Peugeot. Der allerdings kann alles etwas besser - meistens.

Text: Press-Inform / Jürgen Wolff