Fiat Grande Punto Abarth, Typ 199 - Opel Corsa OPC, Corsa D

Fiat Grande Punto Abarth, Typ 199 - Opel Corsa OPC, Corsa D

Rennsemmeln unter sich

Die Sportversionen von Opel Corsa und Fiat Punto sind echte Rennsemmeln. OPC und Abarth machen nicht nur am Wochenende Spaß.

3. August 2009

Während der Opel Corsa OPC mit seinen Spoilern und Kiemen betont als Straßenfeger daherkommt, gibt sich der Abarth Grande Punto esseesse fast schon dezent. Mann muss bei dem Italiener schon genauer hinsehen, um in ihm die Sportversion der kompakten Familienkutsche zu erkennen.

Der Unterschied zum Alltags-Punto hält sich in Grenzen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der "esseesse" als 4.500 Euro teures Leistungs-Kit zum Händler kommt und dort erst den 155 PS starken 1,4-Liter-Grande Punto aufrüstet.

Dreieckiges Endrohr des Opel

Der pralle Rüsselsheimer dagegen wird schon im Werk montiert - direkt am Band lässt sich gleich schon mehr an der sportlichen Optik feilen. Sein Frontspoiler riskiert die dickeren Lippen, vorgetäuschte Kiemen an den vorderen und hinter den rückwärtigen Radhäusern täuschen die Notwendigkeit einer zusätzlichen Kühlung für heißgefahrene Bremsen vor, die Halter für die Rückspiegel sind aerodynamisch ausgeformt, das Endrohr ist dreieckig und in die Mitte des Heckspoilers gerückt, hinten am Dach klebt ein richtiger kleiner Flügel. Und natürlich scheinen auch beim Corsa OPC die Sättel der Scheibenbremsen durch die Radspeichen - diesmal in der OPC-Farbe Ardenblau.

Die Unterschiede stecken im Detail

Beide werden von Turbo-Benzinern angetrieben. Der Corsa holt dabei aus 1,6 Litern Hubraum 141 kW/192 PS und ein Drehmoment von 230 Nm, die ab 1980 U/min. anliegen. Der Abarth schafft als esseesse mit seinem 1,4-Liter T-Jet-Motor 132 kW/180 PS und ein Drehmoment von 270 Nm (bei 2750 U/min.). Beide Autos liegen zudem bei gut 1,2 Tonnen Leergewicht - der Abarth ist knapp 60 Kilogramm schwerer als der Opel. Damit erlauben beide Motoren durchaus ähnliche Fahrleistungen. Der Corsa beschleunigt in 7,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, der Abarth braucht eine halbe Sekunde länger. Als Höchstgeschwindigkeit stehen beim Opel 225 km/h in den Papieren, beim Abarth sind es 10 km/h weniger.

Kurvenjäger

Die Fahrwerksabstimmungen sind - wen wundert's - straff bis ruppig. Wer Probleme mit den Bandscheiben hat, gehört sicher nicht zur Zielgruppe. Gelegentlich wünscht man sich denn auch in beiden etwas sanfteren Umgang mit den Fahrgästen. Aber es gehört so. Beide zirkeln zielsicher um die Kurven, bei etwas zu viel Wagemut hilft das ESP weiter. Wenn nicht, sei als Trost vermerkt: Beide haben im Crashtest ihre fünf Sterne abgegriffen. Die 6-Gang-Schaltung flutscht jeweils knackig und präzise durch die Kulisse, beim Opel ein Quäntchen schneller.

Corsa OPC gewinnt

Sportliche Autofahrer, die ein Auto auch mit praktischem Alltagsnutzen brauchen und dafür nicht ein Vermögen anlegen können, werden mit beiden Modellen ihre helle Freude haben. Der Opel ist dabei eher für die extrovertierteren Sportler geeignet, mit mehr Lust am Sound und knackiger Optik. Der Abarth verhehlt zwar auch nicht seine Potenziale, kommt aber etwas dezenter daher. In Sachen Verbrauch hat der moderner motorisierte Italiener die Nase vorne. Der Opel kann schnell zum kleinen Schluckspecht werden.

Stärken

Beide:
  • kräftige Motoren
  • gute Sitze
  • einfache Bedienung
  • alltagstauglich
  • sportliches Fahrwerk
  • akzeptable Preise
Abarth:
  • leichtgängige Lenkung auf Knopfdruck
  • relativ dezente Optik
Opel:
  • präzise Schaltung
  • agiles Handling

Schwächen 

Beide:
  • wenig übersichtlich
  • eingeschränkter Sitzkomfort hinten
Abarth:
  • ungewohnt hohe Sitzposition
Opel:
  • etwas krawallige Optik
Text: Press-Inform / Jürgen Wolff