Citroën C5 Tourer, Typ RT/TD - Skoda Superb Combi, Typ 3T

Citroën C5 Tourer, Typ RT/TD - Skoda Superb Combi, Typ 3T

Wer ist der bessere Raumkünstler?

Bei den beliebten Kombis sind die Pfründe in der Mittelklasse an Passat & Co. verteilt. Doch es gibt durchaus interessante Alternativen. Wie schlagen sich der Citroën C5 2.2 HDI Tourer und Skoda Superb Combi 2.0 TDI im Vergleichstest?

16. Januar 2012

Die ehrgeizigen Ambitionen sieht man beiden schon auf den ersten Blick an. Denn sowohl der C5 2.2 HDI Tourer (Länge: 4,83 Meter, Breite: 1,86 Meter, Höhe 1,51 Meter), als auch Skoda Superb Combi 2.0 TDI (4,84 Meter, 1,81 Meter, 1,46 Meter) sind von den Maßen der Oberklasse näher als der Mittelklasse. Wobei der Franzose frischer und dynamischer daherkommt als das doch etwas barock anmutende nüchterne Design des Tschechen.

Platz im Überfluss

Der äußere Auftritt ist Programm. Im Skoda ist Platz im Überfluss vorhanden: Platz ist rundherum genug vorhanden und die Vordersitze sind fast schon vorbildlich und im Fond kommen angesichts der Beinfreiheit fast schon Luxus-Limousinen-Gefühle auf. Bei nur einem Zentimeter Längennachteil sind die Platzverhältnisse ähnlich großzügig wie beim Skoda. Also lässt es sich auch im Fond des C5 komfortabel sitzen und reisen. Die Vordersitze lassen sich genau einstellen, sind sehr bequem und sorgen so selbst auf langen Etappen für ermüdungsfreies Fahren. Die Verstellung der Rücklehne nervt allerdings, da zwischen B-Säule und Einsteller kaum Platz für die Finger ist. Der Skoda entscheidet auch die Kofferraum-Wertung für sich. Das Gepäckabteil des Superb Combi ist mit einem Volumen von 633 bis 1.865 Litern deutlich größer als das des C5 Tourer, der nur 533 bis 1.490 Liter bietet.

Überfrachtetes Lenkrad beim Citroën

Dieser Trend setzt sich auch beim Cockpit fort. Der Franzose zeigt mit schicken Rundinstrumenten Charme und auch die Bedienung gibt keine allzu großen Rätsel auf, auch wenn die Mittelkonsole etwas überfrachtet ist. Doch das Lenkrad grenzt an eine Fehlkonstruktion: Die Nabe samt Pralltopf dreht sich nicht mit und ist zudem mit 18 (!) Knöpfen übersät. Die Verarbeitung ist überraschend gut. Lediglich die Bezugsstoffe trüben den Qualitätseindruck etwas. Hier sollte man unbedingt zur Lederausstattung greifen (1.490 Euro inklusive Komfortsitze). Das Cockpit des Skoda ist so etwas wie der Gegenentwurf zu dem des Citroën. Es ist nicht ganz so verspielt, aber besticht durch die Solidität und erstklassige Verarbeitung des VW-Konzernregals: weiche Kunststoffoberflächen wechseln sich mit Chromapplikationen und Klavierlack-Intarsien ab. Die Konzerntreue der Tschechen geht sogar so weit, dass wie beim Passat die innenliegenden Türholme nicht verkleidet sind. Bei der Sicherheitsausstattung bewegen sich beide auf Augenhöhe: ESP und Airbags sind an Bord, aber Seitenairbags hinten kosten bei beiden Aufpreis.

Keine schwachbrüstigen Diesel

In beiden Mittelklasse-Kombis verrichten drehmomentstarke Diesel ihr Werk, da sich viele Käufer für diese Motorisierung entscheiden. Der Citroën C5 Tourer schafft 165 PS und 340 Nm maximales Drehmoment. Angenehm ist, dass die Kraft schon bei niedrigen Drehzahlen spür- und fahrbar wird – dank doppelter Turboaufladung und 2,2 Liter Hubraum. Für den Sprint von null auf 100 km/h braucht der Franzose 10,2 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit ist mit knapp 210 km/h mittelmäßig. Wer den es entspannt angeht, wird mit einem Durchschnittsverbrauch von unter 7,1 Litern Diesel auf 100 Kilometern belohnt. Der Diesel des Skoda Superb Combi 2,0 TDI hat nur einen Turbolader, zwei Liter Hubraum und leistet 170 PS und 350 Nm maximales Drehmoment. Damit hat der Tscheche in fast allen Fahrdisziplinen die Nase vorne: Beim Spurt von null auf 100 km/h in 8,9 Sekunden und der Höchstgeschwindigkeit von knapp 220 km/h. Im Praxistest gab sich der Tscheche mit 7,3 Litern Diesel auf 100 Kilometern zufrieden.

Komfortable Fahrwerke

Bei beiden Kombis ist Komfort die oberste Prämisse und dementsprechend fahren sie sich auch: Auf der Autobahn überzeugen beide genauso wie auf schlaglochverseuchten Straßen. Dabei macht der 1,7 Tonnen schwer Citroën dank seinem hydropneumatischen Fahrwerk vor allem auf langen Bodenwellen die bessere Figur. Lediglich mit Querfugen und kurzen Stößen wird er weniger leicht fertig als der Skoda, der mit seinem ausgewogenen Fahrwerk und dem langen Radstand einen guten Kompromiss darstellt. In Kurven neigt der C5 schneller zum Untersteuern als der 1,6 Tonnen schwere Skoda.

Fazit: Der Citroën C5 Tourer kostet mindestens 30.600 Euro, ist aber ziemlich komplett ausgestattet. Viele sinnvolle Assistenzsysteme, wie der Tempomat, die elektrische Feststellbremse inklusive einer Berganfahrhilfe und Zwei-Zonen-Klimaautomatik. In der mittleren Ausstattungsvariante Ambition kostet der 170 PS starke Superb Combi 2.0 TDI mindestens 31.650 Euro. Bei der Sicherheitsausstattung bewegen sich beide auf Augenhöhe. Unterm Strich ist der Skoda Superb Combi die bessere, weil ausgewogenere Wahl.

Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters