BMW Z4, E85 - Honda S 2000

BMW Z4, E85 - Honda S 2000

Duell der Roadster-Konzepte

Der neue BMW Z4 wurde mit Lob überschüttet. Doch wie schlägt sich der Münchner Zweisitzer im Zweikampf mit Hondas Spaßroadster S 2000?

16. Januar 2012

Die Proportionen des Honda S 2000 und des BMW Z 4 entsprechen dem klassischen Roadster-Ideal: eine lange Motorhaube, zwei Sitze und ein kurzes Stummelheck. Doch in den Details unterscheiden sich beide: Während der Renner aus Fernost puristisch auftritt und eine gerade leicht ansteigende Seitenlinie hat, setzt der Bayer auf dynamisches extravagantes Design.

Purismus im Honda

Die Unterschiede zeigen sich auch im Innenraum fort. Der Honda führt den roadster-typischen Purismus fort: gute Sportsitze, einen breiten Mitteltunnel und nur die nötigsten Schalter. Zentrales Element ist ein digitales Zentraldisplay inklusive Tachometer direkt hinter dem Lenkrad. Bei der Ausstattung hat sich Honda auf das Wesentliche konzentriert: ein elektrisches Dach, E-Fensterheber und elektrisch verstellbare Spiegel. Das CD-Radio mit plärrendem Sound entspricht der Roadster-Attitüde. Schließlich soll der Motor die Musik machen. Das BMW-Cockpit ist erwartungsgemäß komfortabler. Platz ist genug vorhanden, aber die Mittelkonsole steht dem rechten Knie von großen Fahrern oft im Weg. Die Sitze lassen sich millimetergenau einstellen, sind bequem und daher langstreckentauglich. In schnell gefahrenen Kurven macht sich der Mangel an Seitenhalt negativ bemerkbar. Das Dach öffnet und schließt sich elektrisch innerhalb weniger Sekunden, wenn man den Aufpreis von 1.0000 Euro berappt.

Karge Sicherheitsausstattung

Dass die Sicherheitsausstattung des Japaners ebenfalls minimalistisch ist, ruft ein Stirnrunzeln hervor: ESP? Fehlanzeige. Am Bord sind lediglich Frontairbags, ABS, Überschlagschutz und Gurtstraffer. Das schaut beim BMW logischerweise ganz anders aus; Front- und Seitenairbags, ESP (DSC/DTC), CBC, Überrollschutz, ABS sowie Notlaufreifen gehören bei dem Münchener zum guten Ton. Genauso eindeutig entscheidet der BMW die Kofferraumwertung. Während der Z4 über 260 Liter Stauraum und ein paar Ablagemöglichkeiten im Innenraum bietet, muss sich der S2000-Fahrer mit 143 Litern zufriedengeben.

Extrem hochdrehender Honda-Motor

Beim Antrieb prallen zwei Welten aufeinander. Der Zwei-Liter-Motor des Honda S2000 ist eine wahre Drehorgel, erst bei unglaublichen 8.600 Touren ist Schluss. Aus nur vier Zylindern zaubert er ohne Turbolader 240 PS. Das wuchtet den 1.260 kg schwere Hecktriebler 6,2 Sekunden von null auf 100 km/h. Bei den Testfahrten zeigte der Tachometer über 260 km/h als Höchstgeschwindigkeit an, etwas mehr als die angegeben 241 km/h. Gottseidank packen die Bremsen herzhaft zu. Der Verbrauch des Spaßmobils aus Fernost lag bei 10,8 Liter auf 100 km. Auch hier bietet der altbekannte BMW-2,5-Reihensechszylinder das Kontrastprogramm. Das 193-PS-Triebwerk dreht sämig hoch und entfaltet seine Kraft gleichmäßig über das gesamte Drehzahlband. Die Laufruhe und die Akustik setzen das Sahnehäubchen auf die Galavorstellung. Das reicht für eine Spitzengeschwindigkeit von 240 km/h, der bei vergleichsweise zivilen 6.200 U/min erreicht. Aus dem Stand erreicht er nach sieben Sekunden die 100-km/h-Marke. Im Praxistest begnügte sich der BMW Z 4 2.5i mit durchschnittlich 10,6 Litern auf 100 km.

Begeisternde Fahrwerke

Das Fahrwerk beider Roadster begeistert. Wobei der Honda straffer abgestimmt ist, als der Bayer. Daher kommt es öfters vor, dass man Umwege in Kauf nimmt, nur um noch durch ein paar Kurven zirkeln zu können. Die Lenkung erfordert einen harten Griff und mehr Kraft als normalerweise üblich und meldet den Straßenzustand zuversichtlich. Das ist auch nötig, da kein ESP an Bord ist. Passend dazu ist die Schaltung knackig und die Schaltwege kurz. Der Z 4 hat ESP (DSC) und eine Traktionskontrolle. Brauchen tut man es nur selten. Die Gewichtsverteilung ist mit 50:50 perfekt und das Fahrwerk gehört zum Besten, was derzeit auf dem Markt ist. Beim Kauf sollte man auf alle Fälle 320 Euro für das Sportpaket einplanen - so wird das Vergnügen noch einmal gesteigert. Die Lenkung ist ebenfalls top und sehr präzise. Das Fünfgang-Getriebe passt sich diesem hohen Niveau an.

Fazit: Wer einen puristischen Roadster sucht, ist mit dem Honda S 2000 bestens bedient, zumal er komplett ausgestattet faire 35.450 Euro kostet. Anders der alltagstauglichere BMW: Mit der rudimentären Basisausstattung sind für den Z 4 2,5i 32.500 Euro fällig. Für Ledersitze (ab 1.620 Euro), Klimaautomatik (1.450 Euro), Xenonlicht (800 Euro), Sitzheizung (320 Euro) oder elektrisches Dach (1.000 Euro) muss man bezahlen. So summiert sich der Endpreis schnell auf 40.000 Euro.

Stärken

 
  • BMW Z4: Sicherheitsausstattung
  • Kräftiger Reihensechszylinder-Motor
  • Gutes Fahrwerk

 

  • Honda S 2000: Drehfreudiger Motor
  • Knackiges Getriebe
  • Preis
  • Sportliches Fahrwerk

Schwächen

 
  • BMW Z4: Sperrige Mittelkonsole
  • Preis
     
  • Honda S 2000: Kein ESP
  • Kleiner Kofferraum
Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters