BMW 525d, F10 - BMW 530d, F10

BMW 525d, F10 - BMW 530d, F10

Sechs gegen vier

Die Münchner Bayern setzen mehr und mehr auf vier Zylinder. Was im 1er und 3er prächtig läuft, stößt beim 5er an seine Grenzen. Der Vergleich 535d gegen den 530d bringt ein überraschendes Ergebnis.

20. März 2012

BMW stellt seine Motorenpalette um und setzt mehr und mehr auf Vierzylinder mit ein- und zweifacher Turboaufladung. Das zeigt seine Wirkung hinauf bis zum Fünfer BMW: Seit dem Winter ist nicht nur der BMW 520d mit vier Zylindern unterwegs, sondern auch der größere und überaus beliebte 525d. Ob das wirklich ein Fortschritt ist und wie viel der 525d nun sparsamer ist als ein 530d mit sechs Zylindern soll der Vergleichstest zeigen.

525d - vier Zylinder

Bot der ausgelaufene BMW 525d als Sechszylinder mir drei Litern Hubraum 150 KW / 204 PS und 450 Nm maximales Drehmoment, so gibt es unter der Motorhaube muss nach der Modellüberarbeitung ein Vierzylinder mit 160 KW / 218 PS und 450 Nm. Die Nomenklatur des BMW 525d war schon vor der Modellpflege eine Mogelpackung, denn 2,5 Litern Hubraum gab es in der BMW-Dieselliga schon länger nicht. Drei Liter Hubraum und sechs Zylinder bietet neben dem auf 313 PS erstarkten 535d auch weiterhin der 530d. Er bekam mit der jüngsten Überarbeitung 258 statt 245 PS und eine Achtgang-Automatik mit Start-Stopp-Funktion.

Soundcheck

Beim Anlassen des 525d zeigt sich akustisch deutlich, dass hier nur noch zwei Liter Hubraum und vier Zylinder arbeiten. 1997 Kubikzentimeter Hubraum, vier Zylinder, 160 KW / 218 PS, 450 Nm Drehmoment ab niedrigen 1.500 Touren und ein Normverbrauch von 5,1 bis 5,3 Liter Diesel. Wer sich für die sinnvolle Achtgang-Automatik entscheidet, reduziert den Durst nochmals auf gut fünf Liter. Der Vierzylinder ist zweistufig aufgeladen und so gibt es statt der 184 PS des 520d im 525d eine Leistungsausbeute von 218 PS.

530d mit sechs Zylindern

Unter der Motorhaube bietet der 530er sechs Zylinder, 2993 Kubikzentimeter Hubraum, mit der alten Konfiguration 180 KW / 245 PS und 540 Nm maximales Drehmoment zwischen 1.750 und 3.000 U/min. Die Achtgang-Automatik verfügte vor dem Modelljahr 2012 noch nicht über eine Start-Stopp-Automatik. Das sollte es dem 525d in diesem Vergleich noch leichter machen, den Sechszylinder auf Distanz zu halten. Der Normverbrauch der 245 PS-Version: 6,1 Liter.

Klasse-Paket

Der 525d geht mit seinem Commonrail-Diesel engagiert zur Sache. Der Vierzylinder ist drehfreudig, spurtet kraftvoll und trotz kleinem Vierzylinder ist der 525d besonders auf der Autobahn schnell. 0 auf Tempo 100 schafft der 1.685 Kilogramm schwere BMW 525d in sieben Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 233 km/h. Da Hubraum fehlt, muss die Automatik häufiger schalten, um den Piloten bei Laune zu halten. Bei Beschleunigungsmanövern im schnellen Landstraßen- oder Autobahntempo ist der Unterschied zugunsten des Sechszylinders am deutlichsten spürbar. Wo der 218 PS starke Vierzylinder willig dreht und seine beiden Turbos in Szene setzt, grummelt der 530d lässig vorbei. Die Start-Stopp-Automatik des 525d nervt dabei schneller als erwartet. Besonders beim Start lässt er sich zu viel Zeit und schüttelt sich und seine Insassen nervig durch. Wer länger im Stau steht, schaltet die Start-Stopp-Automatik, die im Stadtverkehr wertvolle Zehntelliter einspart, schnell aus.

Der mit 1.720 Kilogramm rund einen Zentner schwerere BMW 530d fährt sich deutlich bulliger als der kleinere Vierzylinder. 0 auf Tempo 100 in 6,2 Sekunden und eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h lassen nicht nur auf Uhr und Tacho das Plus an Souveränität ablesen. Wo der Dreiliter-Reihensechszylinder mit seinen 245 PS noch sanft vor sich hin brummelt, muss der Vierzylinder für den gleichen Vortrieb deutlich höher drehen und seine acht Gänge emsig wechseln. Das muss der Vierzylinder-Fahrer beim Tankstopp mit mehr Kraftstoff bezahlen. Besonders sparsam fährt sich der BMW 525d nur, wenn der lahme Eco-Pro-Modus als Fahrprogramm erwählt ist.

Der 530d verbraucht real weniger

Gleiche Fahrprofile mit viel Autobahn zwischen München, Leipzig und dem Ruhrgebiet, sowie nennenswerte Anteile von flotter Landstraßenfahrt und nervigem Innenstadtverkehr mussten beide hinter sich bringen. Umso überraschender, dass der Verbrauch des BMW 530d mit sechs Zylindern ohne Start-Stopp-Automatik den Verbrauch des BMW 525d mit vier Zylindern und Start-Stopp-Automatik am Schluss nennenswert unterschreitet. Während der 530d auf einer Gesamtstecke von 1.500 Kilometern im kalten deutschen Winter 2012 8,2 Liter Diesel verbrauchte, lag der BMW 525d am Ende mit 8,7 Litern exakt einen halben Meter darüber. Verglichen mit dem niedrigeren Normverbrauch des 525d ist der Sieg des Sechszylinders noch deutlicher; vom größeren Fahrspaß, den Sechszylinder zu bewegen, einmal gar nicht zu reden.

Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff / Sebastian Viehmann