Audi A3 Cabrio, 8P - Mitsubishi Colt CZC, Z30

Audi A3 Cabrio, 8P - Mitsubishi Colt CZC, Z30

Offene Lösung

Lieber ein Klappdach oder eine Stoffmütze? Der offene Audi A3 muss sich mit dem Mitsubishi CZC messen.

7. Mai 2012

Auf den ersten Blick sind Mitsubishi CZC und Audi A3 Cabrio grundverschieden, schon allein wegen der Dachkonzepte - Stahl-Klappdach beim Mitsubishi, Stoffdach beim Audi. Doch beide sind typische und besonders bei der weiblichen Kundschaft beliebte Single-Cabrios und trotz ihrer vier Sitzmöglichkeiten eigentlich reine Zweisitzer. Denn weder im Mitsubishi-Fond noch auf den Audi-Rücksitzen ist eine längere Fahrt zumutbar, wenn man das Grundschulalter hinter sich gelassen hat.

Wenig Platz

Die Rücksitze nutzt man besser als zusätzlichen Stauraum, und so passt in beide Cabrios mehr Gepäck, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Schon die Kofferraumvolumen können sich sehen lassen - 460 Liter sind es beim Colt, nur 260 Liter beim Audi. Dort allerdings ändert sich das Volumen bei geöffnetem Dach nicht, während der Striptease beim Colt nur noch 190 Liter übrig lässt. Wenn man die Audi-Lehnen umlegt, gibt es außerdem Platz für insgesamt 674 Liter, wobei die einzelnen Gepäckstücke nicht zu sperrig sein sollten.

Beim Mitsubishi ist das elektrohydraulische Stahlverdeck serienmäßig an Bord - das allerdings nicht automatisch funktioniert. Der Fahrer muss es antiquarisch zuerst mit zwei Handgriffen entriegeln. Audi lässt sich das vollautomatische Akustikverdeck mit 750 Euro extra bezahlen. Ein Aufpreis, der in der heutigen Zeit ärgerlich, jedoch in jedem Fall zu investieren ist. Denn das Verdeck ist ausgezeichnet gegen Geräusche gedämmt, lässt sich bis zu einem Tempo von 30 km/h betätigen und verrichtet seinen Dienst flott und reibungslos. Das Mitsubishi-Dach braucht etwas länger, bis es seine Origami-Vorführung beendet hat. Einen dicken Minuspunkt verdient der Japaner für die Verdeckbedienung. Die Schalter befinden sich in der Türlehne und lassen sich leicht mit den Fensterheber-Knöpfen verwechseln. Und der extrem schrille Warnton, der bei Verdeckfehlern durchs Cockpit jagt - wenn zum Beispiel das Rollo im Kofferraum nicht arretiert ist - grenzt an Körperverletzung.

Träger Mitsubishi-Motor

Unter der Haube starten beide Modelle mit Benzinmotoren (1,5-Liter/109 PS beim Colt, 1,6-Liter mit 102 PS beim Audi). Mehr Pfeffer gibt es bei Audi mit dem 1.8 TFSI (160 PS) oder dem 2.0 TFSI (200 PS), beim Colt leistet die Turbo-Version des 1,5-Liter-Motors immerhin 150 PS. Der pummelige CZC fährt sich mit seinen 109 PS nicht besonders spritzig - für die Stadt langt es allemal, auf der Autobahn wird es trübe.

Den Durchschnittsverbrauch gibt Mitsubishi mit 6,6 Litern pro 100 Kilometer an. Auf der Autobahn wollte der Japaner real mit rund sieben Litern gefüttert werden - wobei man dem hoch drehenden Aggregat auch ordentlich die Sporen geben muss, wenn es flott vorangehen soll. In der Stadt lässt sich der CZC dagegen mit acht bis neun Litern pro 100 Kilometer bewegen. Der Durchschnittsverbrauch pendelt sich bei etwa 7,5 Litern ein. Die Fahrleistungen des Turbo-Audi sind dagegen tadellos. Motor- und Windgeräusche sind selbst bei 200 Km/h noch erträglich. Den Durchschnittsverbrauch des 1.8 TFSI gibt Audi mit 7,6 Litern an. Im Test war es real ein guter Liter mehr.

Audi A3 überzeugt

Für die wilde Kurvenhatz auf der Landstraße fehlt dem stark untersteuernden Mitsubishi Colt CZC das passende Fahrwerk, so dass man mit dem trägen Motor letztlich gut leben kann. Der mit dem 1.8 TFSI bestückte Audi ist fahrdynamisch ein ganz anderes Kaliber, nicht nur wegen des stärkeren Motors. Er jagt wieselflink um die Kurven und ist trotz seines Gewichts (1,4 Tonnen, der Colt wiegt nur 1110 Kilo) agiler. Negativ fällt nur bei Bodenwellen das etwas stuckerige Fahrwerk auf. Mit den 160 Turbo-PS hat der kleine Wagen allerdings ab und zu Probleme mit der Traktion.

Audi A3 Cabrio liegt deutlich vorn

Wer auf ein fahraktives Auto und hohe Langstreckentauglichkeit Wert legt, ist unterm Strich mit dem Audi deutlich besser bedient. Wer beim Ambiente zwei Augen zudrücken kann und sich viel in der City bewegt, dürfte dagegen zweimal überlegen. Denn mit seinem Preis kann der Mitsubishi so manches Manko wettmachen. In der Top-Ausstattung Invite kostet der CZC 19.490 Euro und hat unter anderem CD-Radio, Nebelscheinwerfer, Lederlenkrad und -schaltknauf, Klimaanlage mit kühlbarem Handschuhfach und ESP zu bieten. Aufpreise sind dann nur noch für Ledersitze (1100 Euro) oder Metalliclack fällig. Längst etablierte Extras wie beispielsweise ein Navigationssystem gibt es nicht einmal gegen Aufpreis.

Stärken

 
Beide:
  • offen wie geschlossen guter Fahrkomfort
  • ordentlicher Stauraum
A3:
  • spritziger Motor
  • gutes Fahrwerk
  • ausgezeichnetes Verdeck
CZC:
  • viele Ablagen
  • günstiger Preis

Schwächen

 
Beide:
  • kaum Platz im Fond
  • zum Teil unübersichtlich
A3:
  • hoher Preis
  • lange Aufpreisliste
  • Motor und Getriebe harmonieren nicht immer
CZC:
  • billig wirkendes Interieur
  • wenig spritziger Motor
  • Fahrwerk mit Schwächen
Text: Press-Inform / Sebastian Viehmann