Volvo C30, Modellpflege

Volvo C30, Modellpflege

Schön sparsam

Wem der normale Volvo C30 Diesel nicht sparsam genug ist, der dürfte an C30 DRIVe seine helle Freude haben.

12. Juni 2012

Wer schön sein will, der muss bekanntlich leiden. Wer schön fahren will - anscheinend auch. Ein Beispiel dafür ist der Volvo C30. Der kleine Schwede wird nicht nur unter dem Label "praktisch, schwedisch, gut" verkauft, sondern vor allem auch als automobiles Design-Statement. Und: Er erfüllt diesen Anspruch.

Im täglichen Einheitsbrei der Kompaktklasse sticht der C30 wohltuend anders heraus. Das zu erkennen genügt schon ein Blick aufs Heck. Allerdings zeigt sich an ihm auch schnell: Schönheit kann ganz schön nerven.

Der Innenraum hat Schwächen

Ablagen etwa gibt es viel zu wenig, selbst das Handschuhfach ist so zerklüftet, dass sein realer Nutzwert gering ausfällt. Der Hebel der Handbremse ist auf der Mittelkonsole so ungeschickt platziert, dass es bei größeren Zeitgenossen Druckstellen am rechten Oberschenkel gibt.

Die Sicht nach hinten ist wegen des relativ kleinen Blickwinkels durch das Heckfenster und zwischen den hinteren Kopfstützen durch eher bescheiden.

Der Durchstieg in die hintere Reihe, die auf längeren Fahrten ohnehin nur für kleinere Passagiere halbwegs bequem Platz bietet, ist akrobatisch, das Einbauen von Isofix-Kindersitzen mühsam. Zumindest auf den vorderen Plätzen bietet er genug Raum, um sich auch auf längeren Touren wohl zu fühlen.

Das Lenkrad ist in Tiefe und Neigung gut verstellbar, selbst große Fahrer haben keine Probleme. Die Sitze sind bequem und straff, könnten nur etwas mehr Seitenhalt vertragen. Von den Materialien und der Verarbeitung her fühlt man sich gut aufgehoben in dem kompakten Schweden - der Name verpflichtet eben.

Die Bedieninstrumente sind gut einsehbar, nur an die diversen Schalter muss man sich erst gewöhnen. Immerhin haben sich die Ingenieure nachvollziehbar was bei der Gestaltung der Knöpfe auf der "schwebenden" Mittelkonsole gedacht.

Die Leistung reicht - mehr nicht

Unter der Motorhaube des DRIVe arbeitet eine auf mageren Verbrauch optimierte Version des normalen 4-Zylinder-Diesels mit 1,6 Litern Hubraum und Common-Rail-Technik. Er liefert nach wie vor 84 kW/115 PS und ein maximales Drehmoment von 270 Nm. Auch die Fahrleistungen bleiben gleich: Der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 ist in 11,3 Sekunden geschafft, bei 195 km/h ist Schluss.

Geht der Volvo anfangs noch ganz flott zu Werke, lassen sich ihm die letzten 10, 20 km/h Zugewinn nur zunehmend wiederwillig entlocken. Dabei bleibt der Motor immer kultiviert und zurückhaltend in der Geräuschentwicklung. Keine Nachteile also gegenüber dem normalen Diesel - dafür aber deutliche Vorteile im Verbrauch.

Nach offizieller Messung kommt der DRIVe mit 3,8 Litern auf 100 km einen ganzen halben Liter besser weg als der normale Diesel - und auf einen CO2-Ausstoß von nur 99 g/km. Dazu verhelfen neben dem Motor auch noch aerodynamische Optimierungen vor allem am Unterboden, andere Reifen, eine Start-Stopp-Automatik und die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen. Start-Stopp funktioniert dabei rundum zuverlässig. Der reale Verbrauch im Praxistest lag bei 4,7 Litern auf 100 Kilometern.

Gutes Fahrwerk

Dabei macht es durchaus Spaß, mit dem Schweden durch Stadt und Land zu kurven. Er zieht flott um die Kurven, lässt sich exakt lenken und schnell durch die sechs Gänge schalten.

Die Federung bügelt zwar nicht jede Sparmaßnahme der Straßenbauämter gnädig weg, sorgt aber doch für komfortables Fahren. Der C30 lässt sich agil im Stadtverkehr und sicher auf schlängeligen Landstraßen bewegen.

Der Aufpreis lohnt

Wer Schönheit vor absoluten Nutzwert setzt, der wird durchaus seine Freude am Volvo C30 haben. Wer dabei auch noch sein seinem grünen Gewissen folgt, erst recht am DRIVe.

Schon der normale Diesel kostet von 21.630 Euro an aufwärts, der DRIVe-Aufschlag liegt bei vergleichsweise bescheidenen 600 Euro. Da dürfte die Wahl nicht schwer fallen. Selbst, wenn die Ökonomie über die Ökologie siegen sollte: Der Mehrpreis ist schnell rausgefahren.

Text: Press-Inform / Jürgen Wolff